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GNP1-Matchmaker: Die Rente vertagt?

Kurz vor dem Ziel: Dustin Poirier durchlebt gerade ein Karriere-Hoch (Foto: Florian Sädler).

Bereits auf dem Papier konnte UFC Norfolk überzeugen, und die Umsetzung stand dem am Samstag in nichts nach. Nach einem gemächlichen Start lieferte das Hauptprogramm Knockouts und ebenso spannende wie hochkarätige Duelle ab, an deren Ende sich die Karrieren zweier langjähriger Veteranen vielleicht noch um den einen oder anderen Kampf verlängert haben.  

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Dustin Poirier

Zum ersten Mal in etlichen Versuchen ist Dustin Poirier am Wochenende das gelungen, was ihm in seiner MMA-Karriere bisher gefehlt hat: ein Sieg in einem Schlüsselkampf. Wenn der „Diamond“ in Hauptkämpfen stand oder ganz hochkarätige Gegner vor den Fäusten hatte, dann ist das bisher regelmäßig schiefgegangen: K.o.-Niederlagen, kurzfristig verletzte Gegner oder kampfbeendende Fouls.

Im Hauptkampf von UFC Norfolk zeigte Poirier eine rundweg überzeugende Leistung gegen Ex-Champion Anthony Pettis und gewann den spektakulären Kampf in der dritten Runde, als Pettis wegen einer Rippenverletzung abklopfte. Mit Aggressivität, Kalkül, Willen und Cleverness im Stand, im Clinch und am Boden hat Poirier gezeigt, dass er bereit ist für einen Lauf in Richtung Gold. Auch, wenn er vor einer Chance auf den Gürtel wohl noch mindestens einen Sieg wird holen müssen – nicht zuletzt, weil er gegen Conor McGregor bereits einmal klar verloren hat.

Dem Trend folgen und sich in einen Titelkampf reden, das wird Poirier nicht tun, erklärte er nach seinem Sieg. Stattdessen hat er eine sehr konkrete Vorstellung von seiner näheren Zukunft: Der Sieger des Duells zwischen Eddie Alvarez und Justin Gaethje soll es sein, die am 2. Dezember bei UFC 218 aufeinandertreffen werden.

Das Duell macht Sinn, denn nicht nur wird sich auch der Gewinner dieses Duells in Titelnähe befinden, vor allem hat Poirier mit Alvarez noch eine Rechnung offen, nachdem deren Kampf im Mai bei UFC 211 als No Contest endete, als Alvarez illegale Kniestöße landete. Poirier fühlt sich noch immer um einen Sieg betrogen und will Revanche. Potentiell mit einem Titelkampf auf dem Spiel würde sich ein Rückkampf noch besser machen. Nächster Gegner: Eddie Alvarez oder Justin Gaethje

Matt Brown

In altbewährter Matt Brown-Manier sorgte „The Immortal“ am Wochenende für offene Münder, als er Diego Sanchez mit einem Ellbogen direkt aus der Hölle von seinem Bewusstsein trennte. Nach zuletzt fünf Niederlagen in sechs Kämpfen war dies genau die Art von Statement, die Brown brauchte. Obwohl, oder gerade, weil dieser Auftritt eigentlich sein Abschiedskampf sein sollte.

Besser kann man einen Schlussstrich kaum ziehen, und angesichts seiner Familie, seines Kampfstils und der Symptome, die er noch vergangenes Jahr beschrieben hat, wäre der Rücktritt für Brown eine gute Idee. Nach einem derartigen Sieg, der auf ein laut Brown grandioses Trainingscamp folgte, zeigte der Veteran sich jedoch unschlüssig, ob er den angekündigten Rücktritt tatsächlich umsetzen soll.

Bei allem, was einen Rücktritt als richtige Entscheidung erscheinen lässt: Wundern sollte man sich nicht, falls demnächst wie aus dem Nichts eine neue Kampfankündigung für Brown bei den News-Seiten auftaucht. Nächster Gegner: Sean Strickland

Andrei Arlovski

Für 15 Minuten stand in Virginia die Karriere einer Legende auf dem Spiel. Ein perfekt getimter Schlag von Junior Albini, und Andrei Arlovskis Zeit in der UFC wäre mit diesem Treffer zu Ende gegangen. Der „Pit Bull“ zeigte sich jedoch aggressiv-kalkuliert, technisch und strategisch auf der Höhe und überstand sogar einige solide Treffer auf dem Weg zu einem überzeugenden Punktsieg gegen einen aufstrebenden Jungspund.

Es wird also wohl weitergehen für Arlovski, dessen Niederlagenserie vor dem Wochenende ganze fünf Kämpfe weit bis Januar 2016 zurückreichte. Auch für den 38-jährigen Ex-Champion wäre dies eine gute Gelegenheit, um die Handschuhe an den Nagel zu hängen und mit einem Sieg aufzuhören.

Die Erfahrung zeigt aber, dass es wohl gerade jetzt weitergehen wird, auch für Arlovski. Die großen Namen hat der „Pit Bull“ längst abgegrast, ein passender nächster Gegner wäre der auf Rang neun gelistete Curtis Blaydes, der seit vier Kämpfen ungeschlagen ist und erst bei UFC 217 Anfang des Monats Oleksiy Oliynyk besiegen konnte. Nächster Gegner: Curtis Blaydes