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GNP1-Matchmaker: "Cyborg" nimmt Kurs auf Nunes

Keine Überraschung: Cris "Cyborg" verteidigte ihren Titel bei UFC 222 zum zweiten Mal (Foto: UFC).

Brian Ortega heißt der große Gewinner von UFC 222. Mit nur wenigen Wochen Vorbereitungszeit war der Kalifornier gegen Frankie Edgar eingesprungen und knockte den Ex-Champion eiskalt aus. Außerdem holte Cris „Cyborg“ in Vegas einen Pflichtsieg und beeindruckte Newcomer Sean O’Malley nicht nur mit knackigen Thaibox-Kombinationen.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Cristiane Justino

Dafür, dass sie wenig zu gewinnen und viel zu verlieren hatte, hat Cristiane „Cyborg“ Justino das Beste aus ihrem Kampf bei UFC 222 gemacht. Die Federgewichts-Weltmeisterin war kurzfristig gegen die UFC-Debütantin Yana Kunitskaya eingesprungen, die selbst die meisten eingefleischten UFC-Fans nicht gekannt haben dürften.

Die ehemalige Bantamgewichts-Weltmeisterin von Invicta FC lieferte angesichts der Umstände eine respektable Leistung ab, zwang „Cyborg“ in den Clinch und machte dort kurze Zeit über Druck, bevor sie unter den Schlägen der Brasilianerin zu Boden ging und dort abgefertigt wurde.

Die Tatsache, dass eine halbe Minute ausgeglichener Clinch gegen „Cyborg“ schon als Erfolg gelten kann, macht deutlich, wie es gerade um das Federgewicht der Frauen steht. Die Gewichtsklasse ist abseits ihrer Weltmeisterin nicht existent, nicht einmal eine offizielle Rangliste gibt es.

Entsprechend gibt es auch keine klassische Herausforderin. Die beste Option für alle Beteiligten ist daher der sich schon länger im Gespräch befindende Super-Kampf zwischen „Cyborg“ und Bantamgewichts-Weltmeisterin Amanda Nunes. Das innerbrasilianische Duell würde nicht nur für jede Menge Aufmerksamkeit sorgen, sondern wäre als Kampf zweier furioser Thaiboxerinnen auch stilistisch vielversprechend. Nächste Gegnerin: Amanda Nunes

Brian Ortega

Was für ein Knockout. Auch, wenn es nicht Frankie Edgar gewesen wäre, den Brian Ortega da mit einem brillanten Ellbogen und einem kaltblütig präzisen Aufwärtshaken auf die Bretter schickte, hätte sein Sieg am Wochenende für offene Münder gesorgt. Die Tatsache, dass Edgar, der seit Jahren durchweg gegen Top-Leute kämpft, bis dahin nie vorzeitig besiegt worden war, macht die Sache noch imposanter.

Außerdem hätte der Ex-Champion bei UFC 222 um einen Titel gekämpft, hätte Max Holloway sich nicht verletzt. Mit seinem Sieg gegen den rechtmäßigen Herausforderer gibt es nur eine logische nächste Option für Brian Ortega, und das ist Max Holloway um den Gürtel im Federgewicht. Dana White hat „T-City“ bereits telefonisch die frohe Botschaft überbracht, einem Titelkampf im Sommer steht also nichts mehr im Weg. Nächster Gegner: Max Holloway

Sean O‘Malley

Der Sieg lag am Ende zwar nicht mehr in seiner Hand, trotzdem war Sean O’Malleys Punktentscheidung über Andre Soukhamthath alles, was man sich von einem aufstrebenden Talent wünschen könnte. In der ersten Runde zerlegte „Sugar“ Sean seinen Gegner mit dynamisch-kraftvoll kreativen Kombinationen im Stand, nur das Rundenende schien Soukhamthath zu retten.

Wenig später verletzte O’Malley sich bei einem Kick am Fuß, und zwar so schwer, dass er gegen Ende des Kampfes auf einem Bein durch das Octagon hüpfte, weil er nicht mehr stehen konnte. Anstatt den einbeinigen O’Malley im Stand auszuschalten, entschied Soukhamthath sich jedoch dafür, seinen Gegner auf die Matte zu befördern, wo O’Malley die restliche Kampfzeit überstand.

Mit seinem aus der Rückenlage am Boden gegebenen Interview mit Joe Rogan hat der 23-Jährige einer respektheischenden Leistung gleich noch einen kultigen Moment obendrauf gesetzt. Sobald sein Fuß verheilt ist, bieten sich dem Jungspund jede Menge Möglichkeiten in der UFC. Dana White scheint hinter ihm zu stehen, seine Kämpfe sind spannend, seine Persönlichkeit zieht Aufmerksamkeit auf sich.

Am Boden muss O’Malley sich noch beweisen, im Stand hat er Kreativität, Schnelligkeit und ein gutes Auge bewiesen. Die UFC braucht dringend neue Stars, man sollte den erst 23-Jährigen aber nicht in dem Versuch verheizen, ihn schnell aufzubauen. Jemand wie der brasilianische Thaiboxer Johnny Eduardo wäre ein guter nächster Test für das neue Talent. Nächster Gegner: Johnny Eduardo