Thai/Kickboxen

Glory 48: Meksen entthront van Soest

In der vergangenen Nacht ging im Theater des Madison Square Garden von New York Glory 48 über die Bühne. Auf dem Programm stand das mit Spannung erwartete Duell zwischen Championesse Tiffany van Soest und ihrer Herausforderin Anissa Meksen. Zudem gab die beiden UFC-Veteranen Chris Camozzia und Thiago Silva ihr Debüt.

Anissa Meksen macht Versprechen wahr

Schon nach ihrem ersten Kampf bei Glory machte Frankreichs Superstar Anissa Meksen unverständlich klar, warum sie einen Vertrag unterschrieben hatte - es war der Titel von Tiffany van Soest und genau dieser stand in der vergangenen Nacht auch auf dem Spiel. Nicht wenige hielten van Soest im Vorfeld für leicht überbewertet, doch sollte die Amerikanerin ihre Kritiker überraschen. Es war ein sehr technischer Kampf von beiden Damen, bei dem jede ihre Vorteile hatte. Während Meksen mit guten Boxattacken versuchte, zum Ziel zu gelangen, konterte van Soest mit Lowkicks.

Allerdings schien die Titelverteidigerin etwas Probleme mit der Distanz von Meksen zu haben. In der letzten Runde des Kampfes konnte van Soest einen guten linken Haken in das Ziel bringen, kassierte dafür aber einige Kicks von Meksen. Ein enger Kampf, bei dem die Punktrichter das letzte Wort hatten und die waren sich allesamt einig und entschieden einstimmig in Richtung von Anissa Meksen, die ihr Versprechen damit in die Tat umgesetzt hat und zur neuen Titelträgerin im Super-Bantamgewicht gekrönt wurde.

Kevin VanNostrand im Superschnelldurchgang
Eine Schrecksekunde hatte Federgewichtler Kevin VanNostrand in seinem Duell gegen Anvar Boynazarov zu überstehen. Der US-Amerikaner kam mit Front-Kicks aus seiner Ecke und wurde von Boynazarov eiskalt ab gekontert. VanNostrand machte Bekanntschaft mit dem Ringboden, konnte sich aber von dem Niederschlag wieder erholen. Dieser konnte den Kampf fortsetzen und landete nur Augenblicke später einen guten Treffer mit seinem linken Knie. Mit einem erneuten Knie zur Leber von Boynazarov konnte er diesen zu Boden schicken. Ein Niederschlag, von dem er sich nicht wieder erholen konnte und mit dem Kevin VanNostrand seinen Nummer eins Status weiter gefestigt hat und zum neuen Interim-Champion im Federgewicht gekrönt wurde.

Camozzi und Silva gewinnen Auftakt
Wenig spektakulär verliefen die Debüts der beiden UFC-Veteranen Chris Camozzi und Thiago Silva. Camozzi hatte es mit seinem Landsmann Kyle Weickhardt zu tun. Diesen dominierte der Mittelgewichtler von Beginn an nach Belieben. Immer wieder stellte Camozzi seinen Gegner an den Seilen und deckte diesen mit Treffern ein. In Runde zwei zog er das Tempo weiter an und Weickhardt hatte sichtlich Probleme hier etwas dagegen zu setzen. Vielmehr signalisierte er Ende der zweiten Runde, dass er nicht mehr in der Lage ist weiter zu machen und zum Glück wurde der Kampf an dieser Stelle gestoppt, bevor Camozzi Weickhardt noch weiteren Schaden hätte zufügen können. Gelungenes Debüt also für Chris Camozzi.

Ausgeglichener sollte zum Auftakt der Kampf zwischen Thiago Silva und John King verlaufen. Nachdem beide in der ersten Runde Lowkicks und Schwinger abfeuerten, drosselte King zu Beginn der zweiten Runde deutlich das Tempo und überließ Silva den Ring. Dieser lies sich nicht lange bitten und feuerte Jabs und Lowkicks ab. King begnügte sich damit diese zu blocken, bis er kurz vor dem Ende der Runde selbst wieder aktiv wurde. Gleiches Bild auch in der dritten Runde, Silva auf dem Vormarsch und King im Rückwärtsgang. Wenn der Amerikaner allerdings aktiv wurde, waren seine Körpertreffer nicht ohne. Doch davon zeigte der US-Amerikaner einfach zu wenig und so war es wenig verwunderlich, dass Thiago Silva zum einstimmige Punktsieger erklärt wurde.

Große Zeit zum Ausruhen gibt es für die Verantwortlichen von Glory allerdings nicht. Den schon am kommenden Wochenende finden mit Glory: Redemption und Glory 49 die beiden letzten Veranstaltungen für dieses Jahr im Ahoy von Rotterdam statt. Danach dürfen sich auch die Verantwortlichen mal etwas Ruhe gönnen, bevor es zu Glory 50 im Januar wieder zurück in die USA gehen wird.

Glory 48: New York
1. Dezember 2018
The Theatre of Madison Square Garden, New York


Glory-Titelkampf im Super-Bantamgewicht

Anissa Meksen bes. Tiffany van Soest durch einstimmige Punktentscheidung

Glory-Qualifikations Contender Tournament / Halbfinals
Robert Thomas bes. Wayne Barrett durch einstimmige Punktentscheidung
Mike Lemaire bes. Matt Baker durch einstimmige Punktentscheidung nach Extra Runde

Glory-Qualifikations Contender Tournament / Finale
Robert Thomas bes. Mike Lemaire durch K.o. in Runde drei

Glory-Superfights
Kevin VanNostrand bes. Anvar Boynazarov durch K.o. in Runde eins
Thiago Silva bes. John King durch einstimmige Punktentscheidung
Chris Camozzi bes. Kyle Weickhardt durch T.k.o. in Runde zwei
Elvis Gashi bes. Nate Richardson durch einstimmige Punktentscheidung
Ivan Galaz bes. Paul Banasiak durch mehrheitliche Punktentscheidung
Itay Gershon bes. Justin Houghton durch einstimmige Punktentscheidung