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Frank Mir: „Mein Ego hat mich den Fedor-Kampf gekostet“

Frank Mir (Foto: Tobias Bunnenberg/GNP1.de)

Am vergangenen Samstag kam es bei Bellator 198 zum langerwarteten Legenden-Duell zwischen Fedor Emelianenko und Frank Mir. Doch der Einzug der Schwergewichte dauerte länger als der Kampf, denn bereits nach 48 Sekunden ging Mir K.o. Der frühere UFC-Champion hat eine einfache Erklärung für die Niederlage: sein Ego.

„Ich habe mich aus der Ruhe bringen lassen“, sagte Mir in seinem Podcast. „Ich habe mein Ego meinen Kampf diktieren lassen. Ich bin normalerweise recht gut darin, meine Emotionen auszuschalten und mich nicht aus dem Konzept bringen zu lassen, aber nachdem ich durch die Luft geworfen wurde, und es war ein Wurf für die Highlight-Videos, war mein Stolz verletzt.“

Mir kam gegen Emelianenko gut in den Kampf und konnte den Russen am Käfig früh zu Boden schlagen. Doch Emelianenko kam wieder auf die Beine und antwortete seinerseits mit einem schönen Wurf, bevor es wieder in den Stand ging. Hier konterte der „Last Emperor“ dann einen Vorstoß Mirs mit einem Uppercut, Mir ging zu Boden und wurde nach weiteren Schlägen vom Ringrichter beschützt.

„Als wir wieder im Stand waren, habe ich in den Straßenkämpfer-Modus geschaltet. Anstatt in Ruhe meine Schläge vorzubereiten habe ich eine Linke nach der Anderen geschlagen. Diese Gelassenheit fehlt mir einfach nach den zwei Jahren Pause seit dem letzten Wettkampf. Da meldet sich dann der Ringrost. Und dann war ich mitten in einem Schlagabtausch und wurde emotional, statt taktisch zu kämpfen. Der Wurf hat mich nicht verletzt, aber aufgeregt. Da wollte ich schnell den Sack zumachen, statt wie ein MMA-Kämpfer vorzugehen. Ich habe mich verhalten wie in einer Straßenschlägerei und das tat mir nicht gut.“

Mir stand vor seinem Bellator-Engagement 15 Jahre ununterbrochen für die UFC im Käfig. Nach seiner K.o.-Niederlage gegen Mark Hunt wurde Mir zudem noch positiv getestet und von der USADA gesperrt. Die UFC gab den 38-Jährigen frei, sodass er zumindest seiner Kommentatoren-Tätigkeit für die ACB nachgehen konnte.

Dort soll auch Mirs nächster Kampf stattfinden. Das Schwergewicht steht nicht exklusiv für Bellator unter Vertrag und darf auch außerhalb von Scott Cokers Organisation kämpfen. Mit einem weiteren Kampf im Rücken soll dann im Oktober der erste Sieg bei Bellator folgen.

„Bellator hat mit mir über Oktober gesprochen. Ich würde vorher gerne bei ACB kämpfen, damit ich wieder ein wenig reinkomme und mein Timing wiederfinde. Man kann trainieren, soviel man will, es ist kein Vergleich zum echten Kampf. Ich hatte in den letzten zwei Jahren gerade mal 40 Sekunden, ich brauche mehr Zeit, mehr Runden. Und hoffentlich ist mein nächster Gegner nicht so gefährlich wie Fedor, damit ich wieder besser Fuß fassen kann. Und wenn Fedor hoffentlich den Grand Prix gewinnt, kann ich ja nach ein paar Siegen vielleicht seine erste Titelverteidigung werden.“