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Dustin Stoltzfus: „Zwei Titel in einem Jahr konnte ich mir nicht entgehen lassen!“

Dustin Stoltzfus mit dem WLMMA-Gürtel (Foto: We Love MMA)

Dustin Stoltzfus ist der neuste Zugang der deutschen Top 10 im Mittelgewicht. Der gebürtige Amerikaner konnte sich bisher in sieben seiner acht Profi-Kämpfe durchsetzen und blickt auf vier Siege in Folge zurück. Die meisten seiner Kämpfe bestritt der 26-Jährige bei We Love MMA, wo er sich im April diesen Jahres auch als Erster in der Geschichte dieser Veranstaltungsreihe den Titel als Mittelgewichtschampion sichern konnte. Im Oktober will er einen weiteren Gürtel: bei Fair FC 7 in Bochum steigt er gegen Róchel Gumuljo um den Fair-FC-Mittelgewichtstitel in den Käfig. Wir haben mit ihm über seine sportlichen Ziele und sein Training gesprochen.

GNP1.de: Dustin, seit April bist du Titelträger im Mittelgewicht von We Love MMA. Nun bist du auf dem besten Weg, dir bei Fair FC einen weiteren Gürtel umschnallen zu lassen. Wie kam es dazu?
Dustin Stoltzfus: Das lief alles über meinen Manager, Gökce. Der Isa Topal von Fair FC hat uns den Kampf angeboten und nachdem wir die Erlaubnis von We Love MMA bekommen haben, haben wir zugesagt. Die Gelegenheit, einen zweiten Titel in einem Jahr zu gewinnen konnte ich mir nicht entgehen lassen!

Gibt es auch schon Herausforderer bei WLMMA? Werden wir nach dem Fair-FC-Titelkampf auch bald die erste WLMMA-Titelverteidigung sehen?
Bis jetzt habe ich nichts Konkretes gehört. Tobias Meyer zu Westram hat sich in seinem letzten Kampf als ein würdiger Herausforderer gezeigt und ein paar andere haben mich auch direkt herausgefordert, aber bis jetzt habe ich nichts vom Veranstalter gehört. Ich würde aber gern im Frühjahr 2018 den Titel verteidigen.

Róchel Gumuljo, dein Gegner bei Fair FC ist als explosiver Kämpfer bekannt und kann auf zahlreiche vorzeitig beendete Kämpfe im Stand und am Boden zurückblicken. Was ist deine Prognose für den Kampf?
Seine Explosivität und Kraft hat er in all seinen Kämpfen bewiesen. Ich muss geduldig und immer bereit bleiben und dann schnell sein, sobald ich eine Lücke sehe.

Gibt es – soweit du das verraten kannst - Besonderheiten in der Vorbereitung auf diesen Kampf?
Generell läuft es alles wie immer. Ich nehme diesen Kampf sowie alle Kämpfe sehr ernst und arbeite dementsprechend hart. Besonders an dieser Vorbereitung waren die zwei Wochen, die ich in Balingen bei Planet Eater verbracht habe. Das war der perfekte Start in die Vorbereitung.

Wie kam es zum Trainingsaufenthalt bei Peter Sobottas Planet Eater und wirst du in Zukunft häufiger dort trainieren?
Mein Chef und Trainingspartner, Daniel Huchler, hat schon mal mit Peter trainiert und für meinen letzten Kampf gegen Mario Wittmann hat er uns angeboten, fürs Training vorbeizukommen. Die Trainingseinheit, Peters Art und das Planet-Eater-Team haben mir richtig gut gefallen. Als ich gesehen habe, dass er ein Trainingslager organisiert, habe ich ihn kontaktiert und einen Platz bekommen. Das Training war der Hammer und ich fahre auf jeden Fall wieder hin.

Du bist mittlerweile in den deutschen Top 10 im Mittelgewicht. Was bedeutet dir das?
Für mich ist es eine große Ehre. Ich wusste, dass ich nah dran war, aber es ist schön, diese Bestätigung von der Presse und Experten zu bekommen. Für mein Training bedeutet es aber nichts. Der Schweiß, das Blut und die Schmerzen bleiben gleich und mehr Motivation als nicht komplett auf die Fresse zu bekommen brauche ich nicht.

Deine bisher einzige Niederlage musstest du 2015 bei FairFC gegen Christian Skorzik einstecken – schlechtes Omen oder ein Ansporn?
So viele Sachen sind jetzt anderes: mein Knie ist jetzt operiert worden, ich kämpfe nicht mehr im Halbschwergewicht und es ist nicht meine fünfte Kampfvorbereitung und vierter MMA-Kampf in nur fünf Monaten. Außerdem habe ich viel aus der Erfahrung gelernt, bin mittlerweile ein ganz anderer Kämpfer und habe auch einen anderen Gegner.

Du hattest dir nach dem Titelkampf bei We love MMA einige Monate Auszeit genommen, um dein Studium zu beenden. Wie wird es für dich nun weitergehen, sportlich wie privat?
Bezüglich meines Studiums habe ich jetzt ”nur” noch die Masterarbeit vor mir. Danach will ich den Wechsel in die Freiberuflichkeit als Übersetzer machen, dabei aber mindestens ein Jahr lang den Großteil meiner Energie dem Sport als Trainer und vor allem als Wettkämpfer schenken. Dann schauen wir mal.

Du kommst ursprünglich aus den USA, hast du Pläne, dahin zurückzugehen um dort dem MMA nachzugehen?
Wo ich herkomme in Lancaster, Pennsylvania ist MMA nicht so groß. Ich könnte dann irgendwo neu anfangen. Aber ich habe hier in Deutschland ein viel größeres Netzwerk aufgebaut. Wo ich letzten Endes landen werde, weiß ich noch nicht, aber erstmal bleibe ich hier.

Vielen Dank für das Interview. Das letzte Wort gehört dir.
Ich bedanke mich bei meinem Team, meinen Coaches, allen, die mir bei meiner Vorbereitung helfen und meinem Sponsor Mattenbrand für die Unterstützung.

Das Interview führte Stef Schmidt.