Boxen

22 Millionen Dollar – New York entschädigt gelähmten Boxer

Ein Bild aus besseren Tagen: Magomed Abdusalamov (Foto: RussianChicagoMag.com)

Der Staat New York hat am Freitag einem Antrag der Familie des früheren Boxers Magomed Abdusalamov zugestimmt und ihn mit einer Summe von 22 Millionen Dollar für die im Boxkampf gegen Mike Perez erlittenen Verletzungen und die Fehler der Kommission entschädigt. Ein Urteil, das Schule machen könnte.

Der 2. November 2013 wird der Familie Abdusalamov auf ewig im Gedächtnis bleiben. An diesem Tag boxte der 32-jährige Magomed Abdusalamov im Vorprogramm von Gennady Golovkin in New York gegen Mike Perez. In einem einseitigen Kampf unterlag der Russe nach zehn Runden nach Punkten und musste dabei zahlreiche harte Treffer einstecken.

Obwohl ein Arzt der Kommission des Staates New York keine Hirnverletzung feststellte, fuhr Abdusalamov anschließend mit einem Taxi in ein Krankenhaus, wo ein Blutgerinnsel im Gehirn entdeckt und er noch in der gleichen Nacht operiert wurde.

Abdusalamov wurde in ein künstliches Koma versetzt, um die Hirnschwellung abklingen zu lassen. Dies führte zu keiner Besserung, stattdessen erlitt er im Koma noch einen Schlaganfall. Erst einen Monat später wurde Abdusalamov dauerhaft aus dem künstlichen Koma herausgeholt, das Krankenhaus durfte er erst mehrere Monate später verlassen. Die Nachwirkungen bestehen jedoch bis heute. Der Russe ist rechtsseitig gelähmt, kann nicht gehen und seine Sprache ist sehr eingeschränkt.

Nun hat der Staat New York der Klage der Familie Recht gegeben und einer Entschädigung in Höhe von 22 Millionen Dollar zugestimmt. Die Familie wirft der Kommission Fahrlässigkeit, grobe Fahrlässigkeit und Behandlungsfehler vor. Hätte der Arzt vor Ort das Gerinnsel schneller gefunden, hätten die Hirnschäden vielleicht vermieden oder abgeschwächt werden können.

Mit diesem Urteil ist die juristische Auseinandersetzung zwischen der Familie Abdusalamov und der Box-Kommission des Staates New York noch nicht abgeschlossen. So strengt man derzeit auch eine Klage gegen den Ringrichter und die drei Ringärzte an. Die Kommission änderte im Anschluss zahlreiche Regeln. So müssen Promoter nun eine Versicherung gegen Hirn-Traumata in Höhe von einer Million Dollar pro Kämpfer abschließen, wenn sie eine Veranstaltung abhalten wollen.

Für Abdusalamov kommt diese Änderung zu spät. „Ich würde all das Geld eintauschen, wenn wir den alten Mago zurückbekommen könnten. Aber so läuft das leider nicht“, sagte seine Frau und Mutter seiner drei Töchter gegenüber ESPN. „Ich kann das Glück, dass wir hatten, nicht zurückkaufen.“