Boxen

Zeit für den zweiten Akt

Die IBF ordnet Rückkampf zwischen Yoan Pablo Hernandez (r.) und Steve Cunningham an. Foto: Team Sauerland.

In Deutschland war es einer der meisterwarteten Boxkämpfe des Jahres 2011: die International Boxing Federation Cruisergewichtsweltmeisterschaft zwischen Steve Cunningham und Yoan Pablo Hernandez. Das Duell hielt was es versprach, wurde aber jäh durch zwei Cut-Verletzungen bei Hernandez beendet. Die Punktrichter werteten den Kampf daraufhin für den Kubaner – nun ordnete der Weltverband einen sofortigen Rückkampf an.

Der entthronte Ex-Champion Cunningham (24-3-0, 12 KO) verkündete sofort via Twitter: „Die IBF war und ist eine solide Organisation die sich an die Regeln hält. Alles was wir wollen ist eine faire Chance“, so der 35-Jährige.

Cunningham war im gegen Hernandez (25-1-0, 13 KO) schon in der ersten Runde nach einem krachenden linken Konterhaken auf die Bretter gegangen und fand nur schwer wieder auf die Beine. Ein sehr gemütlich zählender Ringrichter Mickey Vann und die Pausenglocke retteten ihn in die zweite Runde.

Ab da drehte der Amerikaner aber auf und konnte sukzessive das Heft in die Hand nehmen, da Hernandez im Laufe der Runden abzubauen schien. Im dritten Durchgang verursachte ein Zusammenstoß der Köpfe eine Platzwunde beim Kubaner. Als sich im Laufe der Zeit noch eine weitere Platzwunde öffnete, winkte Ringrichter Vann den Kampf zwischen den Runden sechs und sieben ab.

Die Entscheidung oblag nun dem Kampfgericht. Zwei Punktrichter werteten mit 58-55 und 59-54 für Hernandez, einer mit 57-56 für Cunningham. Damit war der Mann aus Philadelphia den Titel los -und fassunglos vor Enttäuschung.

Nun kommt es zum baldigen Rückkampf und damit zur Neuauflage eines der potentiell besten Cruisergewichtsduelle weltweit. Sauerland-Pressesprecher Frank Bleydorn äußerte sich folgendermaßen zu der Entscheidung der IBF:

"Beide Kämpfer sind vertraglich ans Sauerland-Team gebunden. Yoan Pablo Hernandez hatte Steve Cunningham in der ersten Runde zu Boden geschickt. In der sechsten Runde wurde der Kampf dann aufgrund der Cutverletzungen, die aus Kopfstößen resultierten, abgebrochen. Das Punkturteil wurde nicht in Frage gestellt. Doch wir akzeptieren natürlich die Entscheidung, dass es trotzdem einen Rückkampf geben soll. Gleiches gilt sicher für Yoan Pablo Hernandez. Die Boxfans dürfen sich damit auf ein erneutes Duell zwischen zwei absoluten Top-Fightern freuen. Wahrscheinlich wird dieses im Januar stattfinden."