Boxen

Zbik bleibt Interims-Weltmeister!

Universum-Mittelgewichtler Sebastian Zbik bezwang bei der „Universum Champions-Night“ in Magdeburg seinen italienischen Herausforderer Domenico Spada über zwölf Runden nach Punkten und konnte somit seinen Interim-Titel des WBC behalten. Vor neun Monaten gewann der Schweriner den Gürtel durch einen knappen Punktsieg gegen Spada. Der Rückkampf war nun die zweite Titelverteidigung des 28-Jährigen. Von Beginn an schaffte es „Zbiker“ dem Duell seinen Stempel aufzudrücken und kontrollierte das Geschehen mit seinen technischen Vorteilen. Der wilde Herausforderer hatte mit seinen Attacken hingegen kaum Erfolg. Der Interim-Weltmeister zeigte im Vergleich zum ersten Kampf der beiden Athleten eine deutlich verbesserte Defensive und konnte Spada häufiger mit Konterschlägen treffen. In der vierten Runde öffnete sich dann eine Cut-Verletzung auf dem Nasenbein und am linken Auge von Sebastian Zbik nach einem Kopfstoß des Italieners, der für das unabsichtliche Foul mit einem Punktabzug bestraft wurde. Eine Schrecksekunde für Sebastian Zbik, der im folgenden Durchgang sichtlich Probleme mit seinem italienischen Gegner hatte. In der sechsten Runde fand der Schweriner schließlich seine Linie und konnte den anstürmenden Spada wieder besser auf Distanz halten. Eine perfekte rechte Gerade Zbiks brachte den italienischen Herausforderer im siebten Durchgang sogar ins Wanken. Von diesem Zeitpunkt an gab Sebastian Zbik den Kampf schließlich nicht mehr aus der Hand und kontrollierte die letzten Runden. Somit war das Punkturteil nur noch eine Formsache: mit 117-110 und zweimal 116-111 sahen die drei Punktrichter den Titelverteidiger vorne. Für Sebastian Zbik war es der 28. Sieg im 28. Profikampf. Der WBC-Interim-Titelträger hofft nun auf einen Kampf gegen den „richtigen“ Weltmeister Kelly Pavlik aus den USA. Domenico Spada verlor den dritten aus 33 Kämpfen seiner Karriere.

Das deutsch-deutsche Duell um die WBO-Weltmeisterschaft im Supermittelgewicht: Weltmeister und Lokalmatador Robert Stieglitz traf auf den Herausforderer Eduard „Eddy“ Gutknecht aus Gifhorn. Eine packende Begegnung bereits in der ersten Runde, die in einem offenen Schlagabtausch endete. Vor einer mit 4.000 Zuschauern gefüllten Bördelandhalle begeisterte Stieglitz die Box-Fans mit seinem draufgängerischen Kampfstil. Bereits in Runde 2 musste Gutknecht harte Treffer einstecken, aber konnte zum Schluss der Runde noch die entsprechenden Antworten geben, die ihn jedoch nicht vor dem Verlust dieser Runde retteten. Temporeicher Start in die 3. Runde. Robert Stieglitz diktierte überwiegend das Geschehen in diesem packenden und mitreißenden Schlagabtausch. Volltreffer auch zu Beginn der 4. Runde durch Stieglitz, der das Gefecht zu diesem Zeitpunkt klar im Griff hatte.

Immer wieder brachte der Magdeburger seine knüppelharte Rechte ins Ziel, der das tobende Publikum komplett hinter sich hatte. In Runde 5 dann Punktabzug für Eduard Gutknecht wegen unerlaubten Nachschlagens, weiterhin hohes Tempo auf hohem Niveau mit vielen Treffern in einer spektakulären Runde. Schlagserien von Stieglitz in der 6. Runde treffen Gutknecht am Kopf. Gutknechts Treffer zeigten nicht die entsprechende Wirkung beim Weltmeister. Gute Aktionen in Runde 8 von Gutknecht, der sich aber auch diese Runde nicht sichern konnte. Fuß an Fuß kämpften beide in einem Wahnsinnstempo mit riesigem Kämpferherz in Runde 9 und brachten die Magdeburger Bördelandhalle zum Kochen! Auch in Runde 10 weiterhin Vorwärtsgang von Stieglitz, der einen erneuten K.o.-Sieg einfahren wollte, aber Gutknecht erwies enorme Nehmerqualitäten und konnte ebenfalls einige harte Treffer platzieren. Stieglitz stürmte auch in Runde 11 aus der Ecke – zwei „harte Hunde“ lieferten sich einen noch immer enorm temporeichen Schlagabtausch. Gutknecht angeknockt in der 12. Runde, kämpfte aber bis zum bitteren Ende. Robert Stieglitz verteidigte in einem Sensationskampf zum zweiten Mal seinen WBO-Titel und möchte nun die „großen Namen“ fordern.

Im Vorprogramm: Olympischer Auftakt zur „Universum Champions Night“ in der Ottostadt Magdeburg mit Rachim Tschakijew, Goldmedaillengewinner von Peking 2008. Deutliche Vorteile in Runde 1 für den Russen: Die Cruisergewichts-Sensation bestimmte das Geschehen von Beginn an und trieb seinen Gegner, Rene Huebner aus Eisenhüttenstadt, kontinuierlich aus der Mitte durch´s Seilgeviert – stellten ihn mehrfach an den Seilen. Auch in Runde 2 deckte er ihn mit vielen Schlagkombinationen ein, Huebner bereits schwer gezeichnet. In den folgenden Runden zeigten Aufwärts- und linke Haken nicht die gewünschte Wirkung. Dann: Abbruch in der Ringpause zu Runde 5 durch eine Verletzung von Rene Huebner und somit Sieg durch technischen K.o. für Rachim Tschakijew. Tschakijew bleibt somit auch im 4. Profi-Fight ungeschlagen und untermauert seine 100% K.o.-Quote.

Volle Power im Fliegengewicht: Shootingstar Pal „Pimpa“ Bedak aus Ungarn lieferte in seinem 7. Profifight unter Trainer Artur Grigorian eine überzeugende Vorstellung auf technisch höchstem Niveau. Der 1,56m kleine Universum-Faustkämpfer mit dem großen Kämpferherz fightete beherzt und setzte seinen erst 17jährigen mexikanischen Widersacher Edgar Jimenez von Anfang an unter Druck. Beide bewiesen absoluten Siegeswillen und lieferten sich im weiteren Verlauf des Kampfes immer wieder einen offenen Schlagabtausch, den das Publikum in der Magdeburger Bördelandhalle begeisterte. Mit Edgar Jimenez hatte Bedak einen ernstzunehmenden harten Gegner vor den Fäusten, den er mit drei Mal 59:55, trotz eines fast zugeschwollenen linken Auges, besiegen konnte. Weiterhin ungeschlagen nach einem actionreichen Super-Fight: Pal „Pimpa“ Bedak.

Die Damen des Magdeburger Kampfabends – Christina Hammer, SES-Neuzugang aus Dortmund, und Patricia Braesick aus Karlsruhe lieferten eine kurze Vorstellung. Die völlig überforderte Karlsruherin ging in Runde zwei Mal zu Boden, so dass der Ringrichter den Kampf zu Recht abbrach. Somit Siegerin durch technischen K.o. die deutlich überlegende Christina Hammer, die in Magdeburg ihren 5. Sieg im 5. Profifight feiern konnte.

Erneutes Highlight im Federgewicht: Marcel Meyerdiercks, der einzige deutsche Profi in dieser Gewichtsklasse, traf vor den Augen seiner Stallkollegen Ina Menzer, Jürgen Brähmer, Dimitri Sartison, Vitali Tajbert und Karoly Balzsay auf den erfahrenen Italiener Emiliano Salvini. Erstmalig ging es für den Wismarer Meyerdiercks über die Distanz von 10 Runden. Abtasten beider Boxer in Runde 1 – ein zunächst ausgeglichenes Duell beider Fighter in den darauffolgenden Runden. Der sehr athletische und flinke Meyerdiercks übernahm in Runde 6 das Zepter und dominierte den Italiener mit zunehmender Kampfdauer. Meyerdiercks kam vermehrt mit seiner Geraden ins Ziel. In Runde 10 versuchten beide Boxer noch mal Gas zu geben und abschließende Akzente zu setzen. Sieger nach Punkten und somit in 16 Kämpfen ungeschlagener Schützling von Erfolgcoach Michael Timm, Marcel Meyerdiercks.

Gastboxer Mateusz Masternak aus Polen besiegte im Cruisergewicht Marco Heinichen. Der Berliner Heinichen hatte dem athletischen Polen nichts entgegenzusetzen, wurde bereits in Runde eins angezählt und im zweiten Durchgang von seinem Coach aus dem Kampf genommen.