Boxen

Wilder schimpft: Joshua hat gekämpft wie Klitschko!

Deontay Wilder (Foto: Ryan Hafey / Premier Boxing Champions)

Anthony Joshua ist wieder Weltmeister. Der Engländer holte sich am Samstag in Saudi-Arabien von Andy Ruiz Jr. seine drei WM-Titel nach Version der WBA, WBO und IBF zurück. Doch einen sonderlich guten Eindruck hinterließ er mit seinem Punktsieg nicht, vor allem nicht bei Deontay Wilder.

„Joshua hat nur das Nötigste für den Sieg getan. Er ist nur weggelaufen und war die ganzen zwölf Runden lang auf seinem Fahrrad unterwegs“, sagte Wilder gegenüber The Athletic. „Im Grunde hatte er Wladimir Klitschko in seiner Vorbereitung und er hat auch so wie er gekämpft. Die alte Jabben-Greifen-Halten-Methode. Mehr hat er heute nicht gemacht. […] Er hatte Möglichkeiten, den Kampf nach Treffern mit der Rechten zu beenden. Wenn du damit triffst, bist du in der Position für den nächsten Treffer. Aber er war so zögerlich. Er hat gekämpft, um zu überleben, die Klitschko-Methode.“

Joshua hatte im Kampf gegen Ruiz 107 Treffer gesetzt, von denen 65 als Jabs aufgezeichnet wurden. Nachdem der Engländer im ersten Duell mit Ruiz noch in der siebten Runde technisch K.o. gegangen war, eine zurückhaltende Kampfführung, die jedoch den Sieg brachte. Ein Wilder hätte jedoch nicht so gekämpft, davon ist er selbst überzeugt.

„Man muss die Gegner dominieren! Vielleicht bin ich zu roh, zu hart und vielleicht ein zu großer Traum für diese Ära, vielleicht will die Welt dieses liebe, nette Zeug. Meine Mentalität ist so ganz anders als die der anderen Boxer. Wenn ich mich selbst als Weltmeister betrachten will, als Champion, dann muss ich da rausgehe und ihn verprügeln! Dann gehe ich nicht in den Ring, nachdem ich den ersten Kampf verloren habe und tanze herum, greife, jabbe und halte, wo ich nur kann. Ich gehe da raus, um der Welt zu beweisen, wer der Beste ist und das keiner auch nur in meine Nähe kommt. Insbesondere dann, wenn man gegenüber anderen Schwergewichten zeigen will, dass man der Beste ist.“

Der unbesiegte Amerikaner sieht sich selbst an der Spitze. Mit 41 Knockouts bei 42 Siegen in 43 Kämpfen lässt Wilder zumindest keinen Zweifel am Ausgang seine Kämpfe. Zuletzt schlug er Luis Ortiz und Dominic Breazeale K.o., im Februar will er den einzigen Makel in seiner Bilanz, das Unentschieden gegen Tyson Fury, berichtigen.

„Wie kann es noch einen Zweifel darangeben, dass ich der Beste der Welt bin“, frage Wilder. „Ich gebe den Leuten jedes Mal das, wofür sie bezahlen. Fans bezahlen für Knockouts. Sie wollen Dramaturgie, einen Körper, der auf den Brettern liegt, ausgebreitet, als würde er ein Kind zur Welt bringen. Das wollen die Leute sehen und das ist meine Mentalität.“

Die Aussagen sollen jedoch nicht als Herausforderung an Joshua verstanden werden. Denn Wilder ist sich sicher, dass Joshua und sein Promoter Eddie Hearn nie einem Vereinigungskampf gegen den WBC-Weltmeister zustimmen werden. Fans sollen sich daher keine Hoffnung machen.

„Sie haben nach dem Sieg kein Wort über einen Kampf gegen mich gesagt, sie haben sich nicht getraut, meinen Namen zu erwähnen, sie machen einen Bogen um mich. Ich bin zu gefährlich. Ihr wisst, was ich im Ring tue. Ich spiele nicht. Wenn er schon von Ruiz umgehauen werden kann, stellt euch nur vor, was ich tun werde. Sie werden sich von mir fernhalten.“