Boxen

Wegen positiver Dopingprobe: Felix Sturm droht Haftstrafe

Felix Sturm steht vor einem Verfahren wegen eines Verstoßes gegen das Gesetz gegen Doping im Sport (Foto: Elias Stefanescu)

Es sah alles nach der großen Revanche für Felix Sturm aus. Nach einer ernüchternden Niederlage gegen Fjodor Tschudinow im vergangenen Jahr konnte er den Russen am 20. Februar nach Punkten bezwingen und so nach drei Kämpfen wieder auf die Siegerstraße zurückkehren. Wenige Wochen später kamen jedoch bereits erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieses Sieges auf. Sein positiver Doping-Befund könnte nun auch zu einem juristischen Problem für den gebürtigen Leverkusener werden. Im schlimmsten Fall droht ihm eine dreijährige Haftstrafe. Auch sein Gegner Tschudinow will gegen Sturm vorgehen.

Zum Verhängnis kann Felix Sturm ein Gesetz werden, dass erst drei Monate vor seinem zweiten Duell mit Fjodor Tschudinow verabschiedet wurde. Das „Gesetz gegen Doping im Sport“ verbietet den unerlaubten Umgang mit Dopingmitteln sowie die unerlaubte Anwendung von Dopingmethoden. Darunter fällt auch die Einnahme des anabolen Steroids Stanozolol, das in der A-Probe des fünffachen Weltmeisters gefunden worden war.

Nun hat sich die Kölner Staatsanwaltschaft eingeschalten. „Ich kann bestätigen, dass die Staatsanwaltschaft ermittelt. Der Vorwurf ist ein Verstoß gegen das Gesetz gegen Doping im Sport“, so der Kölner Oberstaatsanwalt Daniel Vollmert.

Im schlimmsten Fall droht Sturm eine Gefängnisstrafe bis zu drei Jahren. Bereits nach dem positiven Befund kündigte er folgendes an:  „Ich bin in meiner Karriere 100 Mal getestet worden, immer waren die Ergebnisse negativ. Ich werde Anwälte einschalten und die B-Probe öffnen lassen.“ Auf die besagte Öffnung verzichtete er jedoch bis heute.

Neben der deutschen Justiz will auch sein Gegner Tschudinow rechtlich gegen Sturm vorgehen. „Fjodors Team will Kompensation für die vielen Kosten, die entstanden sind, und für die entgangenen Kämpfe in dieser Zeit“, äußerte sich Dimitri Luschnikow, Sportdirektor der Box-Promotion, für die der Russe seine Kämpfe bestreitet.

Felix Sturm meldete sich bisher nicht zu dem anstehenden Verfahren zu Wort. Er befindet sich derzeit in Sarajevo, wird jedoch noch in diesem Jahr für eine OP am Ellenbogen nach Deutschland zurückkehren.