Boxen

Wechsel der Staatsangehörigkeit: Roy Jones Jr. ist jetzt Russe

Roy Jones Jr. (Foto via GFL.tv Presser)

Roy Jones Jr. ist seit dem 12. September auch russischer Staatsbürger. Nicht nur, dass der ehemalige Weltmeister in vier Gewichtsklassen damit keinen guten Stand mehr in der alten Heimat hat, er steht neuerdings auch auf der "schwarzen Liste" der Ukraine.

Vor einigen Tagen traf  Roy Jones Jr. (62-8, 45 K.o.) den Präsidenten der Russischen Föderation: Wladimir Putin. Dieser versprach dem inzwischen 46-Jährigen einige Vorteile, sollte er sich für die die russische Staatsbürgerschaft entschieden. Jones sagte zu und hat ab sofort neben dem amerikanischen auch einen russischen Pass, wie die offizielle Website des Kreml bekannt gab.

Mehreren Quellen zufolge ist Jones durch den Standortwechsel nach Russland neuer Besitzer eines Grundstücks inklusive eigener Villa. Zudem will er einige Ausbildungsstätten für Nachwuchsboxer unter seinem Namen errichten lassen.

Der frühere Vize-Olympiasieger hatte bislang drei Auftritte in Russland. Kämpfe gegen Denis Lebedev, Zine Eddine Benmakhlouf und Hany Atiyo haben gezeigt, dass Jones in der neuen Heimat bei vielen Fans beliebter ist als mancher einheimische Boxer.

Der ehemalige Weltmeister im Mittel-, Supermittel-, Halbschwer- und Schwergewicht will sich ab sofort integrieren, wie er erklärte, indem er die russische Sprache erlernt: „Ja, ich werde russisch lernen. Ich will so gut russisch reden, dass man mich ohne Probleme verstehen kann. Ich denke, es wird ungefähr ein Jahr dauern. Ich hoffe, dass ich im nächsten Jahr wie ein echter Russe spreche.“

Dass die vereinigten Staaten nicht die besten Verhältnisse zu Russland haben, ist bestens bekannt. So äußerten sich zahlreiche Fans in sozialen Netzwerken negativ zu der getroffenen Entscheidung der Boxlegende. Doch nicht nur in der alten Heimat gab es Proteste, auch die Ukraine schaltete sich ein und erklärte Jones zum Staatfeind.

Wegen des politischen Konflikts zwischen Russland und der Ukraine, und Jones Treffen mit Putin auf der Halbinsel Krim, hat die Ukraine dem frischgebackenen Russen ein Einreiseverbot erteilt. Die völkerrechtliche Zugehörigkeit der Halbinsel im nördlichen Schwarzen Meer ist umstritten. Russland übt die Kontrolle über die Krim aus und sieht sie als eigenen Föderationskreis, während die Ukraine die Krim weiterhin als eine autonome Republik und Bestandteil des ukrainischen Staatsgebiets betrachten.

Der früher als gewichtsübergreifend beste Boxer geltende Amerikaner, siegte im August gegen Aufbaugegner Eric Watkins durch K.o. in Runde sechs (GNP1.de berichtete). Das Ziel des Routiniers ist ein letzter WM-Angriff, bevor er die Handschuhe an den Nagel hängen will.