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WBC-Präsident Jose Sulaiman verstorben

Jose Sulaiman ist im Alter von 82 Jahren verstorben. (Foto: wbcboxing.com)

Der langjährige WBC-Präsident Jose Sulaiman ist im Alter von 82 Jahren verstorben. Sulaiman hatte seit längerem gesundheitliche Beschwerden und lag seit einem Herz-Bypass im Oktober 2013 im Ronald Reagan UCLA Medical Center in Los Angeles. Von schweren Komplikationen am 30. Dezember des letzen Jahres erholte sich der Boxfunktionär nicht mehr.

1975 wurde Jose Sulaiman zum Oberhaupt des World Boxing Council gewählt. Sulaiman war eine der treibenden Kräfte, warum in den 1980er Jahren die Rundenzahl von Titelkämpfen von 15 auf zwölf Runden verringert und das Wiegen auf den Tag vor den Kampf verlegt wurde. Damit war er einer der Türöffner für das heutige exzessive Abkochen.

Sulaiman war aber gleichzeitig auch ein kontroverser Mann, dem vorgeworfen wurde, bestimmte Athleten bevorzugt zu behandeln, dabei besonders Boxer mexikanischer Abstammung. Darüber hinaus gab es unter Sulaiman einige umstrittene Entscheidungen, zum Beispiel als Graciano Rocchigiani der zuvor gewonnene vakante Halbschwergewichts-Titel weggenommen und Roy Jones Jr. zurückgegeben wurde.

1998 gab der damalige WBC-Weltmeister Jones Jr. Bekannt, dass er seinen Gürtel niederlegen wolle. Daraufhin veranstaltete das World Boxing Council ein Duell zwischen dem ehemaligen Weltmeister Michael Nunn und „Rocky“ Graciano Roccigiani. Der Deutsche gewann das Duell, nur um wenig später seinen Titel wieder aberkannt zu bekommen, weil Jones fragte, ob man ihn wieder als Champion einsetzen könnte, was der Verband zuließ.

Damit verstieß einer der vier großen Verbände gegen seine eigenen Regeln, ein Tatbestand der den Kultboxer dazu veranlasste, gegen die WBC vor Gericht zu ziehen. 2003 wurde schlussendlich dem Antrag Roccigianis recht gegeben und ihm 30 Millionen Dollar sowie die Anerkennung des WM-Titels zugesprochen. Die WBC wollte die astronomische Summe nicht zahlen und zog nach zwei verschiedenen Paragraphen in die Insolvenz. Mitte 2004 überzeugte man schließlich „Rocky“ dazu, den Streit beizulegen, was dieser auch tat.

Dieser Skandal mit anschließendem Rechtsstreit bildete aber nur die Spitze des Eisbergs. Mehrfach ließ er sich von seiner Freundschaft zum Promoter Don King mehr leiten als von den Leistungen der Boxer selber. Einer der großen Kontroversen war die Titelaberkennung von Leon Sprinks, der sich den WBC-Titel im Schwergewicht von Muhammad Ali sicherte. Dieser sollte nach dem Willen Sulaimans gegen Don King-Boxer Ken Norton antreten, wollte aber lieber einen lukrativeren Rückkampf gegen einen der besten Boxer aller Zeiten bestreiten. Larry Holmes sicherte sich daraufhin gegen Ken Norton den vakantierten Titel.

Auch in den späteren Jahren ließ der charismatische King seine guten Kontakte zum WBC-Präsidenten spielen, um seinen Kämpfern Vorteile zu verschaffen, sei es mit ungerechtfertigten Kampfansetzungen, diskutablen Punktrichterentscheidungen oder unverständlichen Aberkennungen von Titeln.

Das World Boxing Council ist geprägt von ehemaligen Boxlegenden wie Julio Cesar Chavez, Muhammed Ali, Lennox Lewis, Sugar Ray Leonard, Manny Pacquiao und Floyd Mayweather Jr. Vermutlich wird Sulaimans Sohn Mauricio als neuer Präsident gewählt.