Allgemein

Vorschau: Chagaev vs. Meehan

Chagaev vs. Meehan

Am kommenden Samstag, dem 22. Mai, wird der frühere WBA Schwergewichtschampion Ruslan Chagaev (25-1-1, 17 KO) einen ersten Schritt in Richtung eines neuen Titels machen können. In der Rostocker Stadthalle trifft der Universum-Boxer auf den 40-jährigen Australier Kali Meehan (35-3, 29 KO). Der Gewinner dieses Kampfes bekommt einen garantierten Titelkampf gegen den aktuellen WBA Champion David Haye.

Meehan ist trotz seines beträchtlichen Alters der momentane Weltranglisten Zweite, im Verband der WBA. Der frühere Rugbyspieler ist seit 1997 Berufsboxer und bestritt seitdem 38 Kämpfe. Im September 2004 bekam er die Chance, in Las Vegas den amtierenden WBO Champion Lamon Brewster zu boxen. Er verlor umstritten nach Punkten. Seinen nächsten Kampf gegen Ex-Weltmeister Hasim Rahman verlor er ebenfalls, allerdings eindeutiger, via TKO in Runde vier. Zuletzt boxte Meehan nur unbedeutende Gegner, bestritt 2008 seinen letzten Kampf. Einzig dem Einfluss seines Managers Don King ist es zu verdanken, dass der Australier bis heute auf Platz zwei der WBA Rangliste geführt wird.

Die Vorteile Meehans dürften in seiner enormen Erfahrung liegen und – wie bei fast allen Gegnern Chagaevs – in der Körpergröße. Rund 10 Zentimeter überragt der Australier den Universum-Boxer, etwas, mit dem dieser in der Vergangenheit jedoch außer im Klitscko-Fight kaum Probleme hatte. Zum Nachteil gereichen dürfte Meehan seine lange Abstinenz vom Boxring. In zwei Jahren sammelt sich eine Menge Ringrost an. Speziell gegen einen gefährlichen Puncher wie „White Tyson“ Chagaev kann dies schnell das Ende des Abends bedeuten.

Meehan zeigte sich jedoch wenig beeindruckt: „Ich war jahrelang die Nummer zwei der Rangliste, doch Valuev wollte nicht gegen mich antreten. […] Ich respektiere Ruslan, er war schließlich einmal Weltmeister. Dennoch werde ich ihn besiegen – und zwar durch KO.“

Chagaev sicherte sich im November 2006 in einem Eliminator gegen John Ruiz bereits schon einmal eine WBA-Titelchance. Im April 2007 löste er sein Ticket und besiegte den Riesen Nikolai Valuev nach Punkten. Nach drei abgesagten Pflichtverteidigungen, gegen Sultan Ibragimov und zweimal Nikolai Valuev, wurde Chagaev der Titel wieder aberkannt. Grund für die Absagen war offenbar eine Hepatitis B-Erkrankung Chagaevs, der nach eigener Aussage aber lediglich an einem Virusinfekt litt. Im Juni vergangenen Jahres ersetzte er schließlich David Haye in einem Kampf gegen Wladimir Klitschko, verlor allerdings eindeutig, musste in Runde neun aufgeben.

Chagaevs Kampfname „White Tyson“ rührt von seiner enormen Schlagkraft, sowie seiner Fähigkeit, trotz geringer Körpergröße, Gegner mit größerer Reichweite in Schwierigkeiten zu bringen und am Mann zu zermürben. „Ich bin in Topform“, versicherte Chagaev auf einer Pressekonferenz am Montag. „Ich werde diese Chance Nutzen, Meehan besiegen und allen Beweisen, dass man mit mir noch zu rechnen hat.“ Auch Chagaevs neuer Trainer Magomed Schaburow ist von den Qualitäten seines Schützlings überzeugt: „Ruslan lernt schnell, die Vorbereitung lief sehr gut.“

Den zweiten Hauptkampf des Abends bestreitet WBC Superfedergewichtschampion Vitali Tajbert (19-1, 6 KO). Gegen den Mexikaner Hector Velazquez (51-14-2, 35 KO) wird er dabei seinen Gürtel zum ersten mal aufs Spiel setzen. Tajbert sicherte sich das Gold im November vergangenen Jahres, als er in Kiel gegen Humberto Mauro Gutierrez gewinnen konnte und sich so den Interimstitel verdiente. Bevor es zu einem Vereinigungskampf mit dem wahren Champion Humberto Soto kommen konnte, wechselte dieser ins Leichtgewicht, legte den Gürtel nieder. Tajbert wurde daraufhin kampflos zum rechtmäßigen Champion erklärt.

Hector ist sehr gefährlich“, so Tajbert. „Er ist sehr erfahren, hat gute Leute geboxt. Außerdem ist dies meine erste Titelverteidigung. Doch hinter diesem Gürtel stecken 17 Jahre Blut und Schweiß, ich werde niemals aufgeben. Ich bin Stolz auf meinen Titel.“

Sein Gegner Velasquez ist kein Unbekannter. Der 35-Jährige stand bereits mit Größen wie Manny Pacquiao im Ring. Sein Vorteil wird klar die Erfahrung von über 50 Kämpfen sein. Von seinen letzten vier Fights konnte er jedoch nur einen gewinnen. In der Regel ein Zeichen für ein nahendes Karriereende.

Anbei die Fightcard im Überblick:

Universum Champions Night
22.Mai 2010
Stadthalle Rostock, Mecklenburg-Vorpommern


Ausscheidungskampf für WBA Schwergewichtstitelchance
Ruslan Chagaev vs. Kali Meehan

WBC Superfedergewichtstitelkampf
Vitali Tajbert vs. Hector Velazquez

Vorkämpfe

Sergei Liakhovich vs. Evans Quinn
Sebastian Köber vs. Markus Tomala
Aleksy Kuziemski vs. Igor Michalkin  
Pal “Pimpa” Bedak vs. Pedro Cardenas