Boxen

Vitali Klitschkos Titel vakantiert

Ihm wurde der WBC-Titel aberkannt: Vitali Klitschko. (Foto: Klitschko Management Group GmbH)

Vitali Klitschko ist in den letzten Tagen omnipräsent. Beim Kampf um eine prowestliche Regierung in der Ukraine steht der Politiker und Boxer seit Tagen auf dem Maidan-Platz in Kiew. Der Oppositionsführer und wahrscheinliche Präsidentschaftskandidat führt mit Hunderttausenden von Anhängern sein schwerstes Duell. Für seine zweite Leidenschaft ist da kaum Zeit. Der WBC-Weltmeister konnte schon lange nicht mehr sein Können im Seilgeviert unter Beweis stellen. Nun griff der Verband ein und vakantierte den Gürtel.

Ein neuer Titelträger wird gesucht. Die Ära Vitali Klischkos ist erstmal vorbei, jenem Mannes der nach schweren Verletzungen 2004 schon einmal zurückgetreten war, nachdem er sich eine wahre Schlacht mit Lennox Lewis geliefert hat. 2008 kam der über 40-jährige mehrfach Weltmeister wieder zurück und wurde sofort wieder Weltmeister, danach besiegte er seine Gegner reihenweise.

Die Politik nimmt seit geraumer Zeit einen wichtigen Teil seines Lebens ein. Mit der Gründung seiner UDAR-Partei hat er sich eine Möglichkeit geschaffen, im ukrainischen Parlament einiges zu erreichen. Eine Rückkehr ist aufgrund der Ereignisse im russischen Nachbarland eher unwahrscheinlich, trotz allem wollen die Verbandsfunktionäre ihren Vorzeige-Boxer noch nicht fallen lassen und machten ihn zum Champion Emeritus. Die Ernennung bringt ihm die Möglichkeit, bei einer Rückkehr sofort wieder gegen den Titelträger anzutreten.

Eine Rückkehr ist nach den Worten von Vitali Klischko zwar nicht ausgeschlossen, aber sehr unwahrscheinlich. „Ich danke dem WBC und seinem Präsidenten Don Jose Sulaiman für die Unterstützung bei unserem Kampf für Demokratie und Freiheit in meinem Heimatland Ukraine. Es war und ist eine große Ehre den WBC-Titel zu tragen und ich habe es immer mit Stolz getan. Das Angebot der WBC gibt mir die theoretische Möglichkeit, in den Ring zurückzukehren, was ich mir nach aktuellem Stand jedoch überhaupt nicht vorstellen kann. Meine Konzentration gilt der Politik in der Ukraine, ich spüre, dass die Menschen mich dort brauchen. Für weitere sportliche Erfolge wird mein Bruder Wladimir sorgen und ich werde ihn dabei genauso unterstützen, wie er mich derzeit bei meinem politischen Kampf in der Ukraine unterstützt“, so der Mann aus Kiew.