Boxen

Valdez und Ramirez bleiben Weltmeister

Oscar Valdez (Foto: Mikey Williams/Top Rank)

In der Nacht vom 22. auf den 23. September fand in Tucson, Alabama ein hochkarätig besetztes Box-Event statt. Neben vier unbesiegten Kämpfern, die sich in zwei Titelkämpfen gegenüberstanden, waren im Vorprogramm ganze drei olympische Medaillengewinner, darunter zwei Sieger der Olympischen Spiele 2016 in Rio zu sehen.

Hauptkampf der Veranstaltung war ein Duell um den WBO-Weltmeistertitel im Federgewicht zwischen dem Mexikaner Oscar Valdez (22-0, 19 KOs) und dem Filipino Genesis Servania (29-0, 12 KOs). Der amtierende Weltmeister etablierte sich in den ersten Runden als der dominantere Mann. Er brachte mehr Schläge und vor allem mehr Wirkungstreffer ins Ziel. Genesis Servania versuchte so gut es ging, Widerstand zu leisten, doch Oscar Valdez hatte die besseren boxerischen Fähigkeiten.

In der vierten Runde musste Valdez zu Boden, was Servania einen Motivationsschub verpasste. In Runde fünf schickte holte sich Valdez selbst einen Knockdown und versuchte, den Kampf zu beenden, doch Servania hielt bis zum Gong durch. 

Dem Filipino gelangen stellenweise gute Aktionen, doch es war nicht genug um das Blatt zu wenden.  Selbst in den späteren Runden konnte Servania mit dem Champion mithalten, wobei Oscar Valdez jedoch bessere Treffer setzte und weniger erschöpft wirkte als der Herausforderer. Zum Ende des Kampfes hin wurde die Dominanz des amtierenden Weltmeisters immer deutlicher. In der letzten Runde versuchte Servania einen alles entscheidenden Angriff, um einen möglichen K.o.-Sieg zu erzwingen, doch Valdez hielt dem Stand. Der Kampf endete in einem wilden Schlagabtausch der beiden Kontrahenten. Die Punktrichter sprachen dem Weltmeister Oscar Valdez nach zwölf unterhaltsamen Runden einstimmig den Sieg zu.

Ramirez bezwingt Hart

Im zweiten Hauptkampf des Abends stand der aus Mexiko stammende WBO-Weltmeister im Supermittelgewicht Gilberto „Zurdo“ Ramirez (35-0, 24 KOs) dem US-Amerikaner Jesse Hart (22-0, 18 KOs) gegenüber. Hart versuchte zu Beginn des Kampfes überwiegend, seinen Gegner mit dem Jab auf Distanz zu halten, ließ sich aber auch auf einige explosive Kombinationen ein. Zum Ende der zweiten Runde schickte der Titelverteidiger seinen Kontrahenten mit einem Aufwärtshaken auf den Boden. Hart stand wieder auf, doch befand er sich bis zum Ende der Runde im Überlebensmodus. Im Verlauf der folgenden Runden etablierte sich Gilberto Ramirez als der dominantere Kämpfer. Jesse Hart versuchte zwar, Zurdo mit dem Jab auf Distanz zu halten, doch der Mexikaner zwang ihn immer wieder in den Infight und belegte ihn dort mit Körperhaken. 

Die Gegenangriffe des Herausforderers verpufften an der Deckung von Ramirez oder zeigten keine Wirkung. Hart hatte zwar seine Momente und konnte stellenweise dem Champion Paroli bieten, doch Ramirez schaffte es immer wieder, ihm seinen Willen und seine Kampfweise aufzuzwingen. In der letzten Runde mobilisierte Jesse Hart noch einmal seine Reserven, doch er konnte das Blatt nicht mehr wenden. Auch die Punktrichter gaben Gilberto Ramirez einstimmig den Sieg. Somit erkämpft sich „Zurdo“ Ramirez das Recht einer eventuellen Titelvereinigung gegen seinen Landsmann David Benavidez (19-0, 17 KOs).

Das irische Nachwuchstalent Michael Conlan (3-0, 3 KOs) sicherte sich einen eindrucksvollen Sieg gegen den US-Amerikaner Kenny Guzman (3-0, 1 KOs). Beide Kämpfer scheuten nicht vor einem Schlagabtausch zurück. Dennoch brachte der Ire, welcher 2012 Bronze bei den Olympischen Spielen in London gewann, mehr Schläge ins Ziel. Gegen Ende der zweiten Runde schickte ein krachender rechter Haken Kenny Guzman auf den Boden. Er wurde sofort angezählt, rappelte sich wieder auf, doch der Ringrichter gab den Kampf nicht wieder frei. Michael Conlan behält nunmehr nicht nur seine makellose Siegesbilanz, sondern auch noch eine K.o.-Quote von 100%.

Robson Conceicao (4-0, 3 KOs) konnte seine Siegesserie fortsetzen. Der brasilianische Olympiasieger von 2016 dominierte seinen Gegner, Carlos Osorio (13-7-1, 5 KOs) aus Nicaragua, durch eine nie nachlassende Offensive. Über drei Runden lang traf er nach Belieben, wich den Aktionen seines Gegners aus und ließ keinen Zweifel daran, dass er der bessere Kämpfer war. Zu Beginn der vierten Runde ließ die Ecke von Carlos Osorio ihren Kämpfer nicht mehr antreten. Begründet wurde dies allerdings mit einer Schulterverletzung, die sich der Mann aus Nicaragua im Verlauf des Kampfes zugezogen haben soll.  

Im Weltergewicht überzeugte Egidijus Kavaliauskas (17-0, 14 KOs) aus Litauen durch eine dominante Leistung gegen den Mexikaner Mahonry Montes (33-6-1, 22 KOs) um den vakanten Weltmeistergürtel des Verbandes NABF. Nach einer Runde des Abtastens wurde Kavaliauskas zunehmend aggressiver und bedrängte seinen Gegner durch Jabs und explosive Schlagserien. Nach und nach bildete sich eine Schwellung um das rechte Auge von Mahony Montes, welche zu Beginn von Runde sieben von den Ringärzten betrachtet wurde. Diese gaben den Kampf zwar frei, aber der Ringrichter nahm den Mexikaner nach 34 Sekunden aus dem Kampf.

Die Ergebnisse im Überblick:

Valdez vs. Servania 
22. September 2017
Tucson, Arizona, USA

WBO Weltmeisterschaft im Federgewicht:
Oscar Valdez bes. Genesis Servania einstimmig nach Punkten (116:110, 119:111, 117:109)

WBO Weltmeisterschaft im Supermittelgewicht:
Gilberto Ramirez bes. Jesse Hart einstimmig nach Punkten (115:112, 115:112, 114:113)

Michael Conlan bes. Kenny Guzman via T.K.o. in Runde 2
Robson Conceicao bes. Carlos Osorio via T.K.o. in Runde 3

NABF Weltmeisterschaft im Weltergewicht
E
gidijus Kavaliauskas bes. Mahonry Montes via T.K.o. in Runde 7

Leonardo Zappavigna bes. Fidel Monterrosa Munoz via T.K.o. in Runde 3
Fazliddin Gaibnazarov bes. Victor Rosas einstimmig nach Punkten
Mikaela Mayer bes. Allison Martinez via T.K.o. in Runde 3.