Boxen

Tyson Fury: Noch drei Kämpfe, dann ist vielleicht Schluss.

Tyson Fury (Foto: BT Sports)

Am Samstag kämpft Tyson Fury das zweite Mal nach seinem Comeback um die WBC-WM von Deontay Wilder. Im ersten Kampf gab es ein kontroverses Unentschieden und dass die beiden Hünen ein drittes Mal aufeinandertreffen, ist durch eine Rematch-Klausel eine ausgemachte Sache. Danach könnte jedoch schon Furys letzter Box-Kampf stattfinden, denn der 31-Jährige denkt ans Aufhören.

„Ich bin zwar noch nicht in dem Alter, aber ich habe noch drei Kämpfe in meinem Vertrag mit ESPN offen“, erklärte Fury gegenüber dem Sender. „Danach werde ich mir viele Gedanken darüber machen, ob ich das Boxen hinter mir lasse.“

Fury unterschrieb nach dem ersten Kampf gegen Wilder einen Vertrag über 100 Millionen Dollar für fünf Kämpfe bei ESPN. Mit Siegen über Tom Schwarz und Otto Wallin sind 40 Prozent davon bereits abgeleistet. Doch warum denkt der Engländer schon wieder ans Aufhören?

„Ich muss nicht mehr kämpfen“, so Fury weiter. „Was ist der Punkt? Was habe ich noch davon? Wenn ich Wilder am Samstag besiege, habe ich das Spiel geschafft. Ich habe dann jeden Titel gewonnen, den es gibt, von den kleinen zu den ganz großen und ich habe den Gürtel des Ring-Magazins zwei Mal gewonnen und bin nach Muhammad Ali erst der zweite Mann, der das geschafft hat. Nach dem Sieg am Samstag gibt es für mich nichts mehr zu gewinnen.“

Es wäre der zweite Rücktritt für Tyson Fury, wenngleich der erste wirklich freiwillige. Fury hatte im November 2015 Wladimir Klitschko besiegt und dem Ukrainer die Titel der WBA, IBF, WBO und den Ring-Titel abgenommen, fiel anschließend jedoch in ein Loch und verlor alle Titel am grünen Tisch wieder. Nachdem er auch positiv getestet wurde, unter anderem auf Kokain, legte Fury eine fast dreijährige Pause ein, in deren Verlauf er für wenige Stunden seinen Rücktritt erklärte, bevor ein Sinneswandel einsetzte.

Sollte der Engländer tatsächlich vom Boxen zurücktreten, mit dem Wrestling bliebe ihm noch ein Standbein. Im vergangenen Oktober stand er bereits für eine Millionengage im WWE-Ring in Saudi-Arabien. Auch wenn das Wrestling derzeit keine Rolle in Furys Planungen spielt, schließt er es nicht weiter aus.

„Ich bin weiterhin offen, aber wir besprechen das von Kampf zu Kampf“, so Fury. „Ich habe derzeit so viele offene Türen, ich kann nach diesem Kampf machen, was ich will. Ich muss mich also in Ruhe hinsetzen und alle Optionen durchgehen, um zu entscheiden, was das Beste für mich ist.“

Und falls es keine weiteren sportlichen Aktivitäten des 31-Jährigen zu bewundern gibt, wäre er auch damit zufrieden. Immerhin gibt es im Privatleben von Fury mit seiner Frau und fünf Kindern auch genug zu tun.

„Ich werde ein glücklicher Mann sein und einfach ein normales Leben führen. Es gibt diese Kämpfer, die groß und extravagant leben, sie haben Boote, Flugzeuge und machen alles Mögliche mit ihrem Leben, sie wollen Premierminister oder Präsident werden und so. Daran habe ich kein Interesse. Ich will in Ruhe gelassen werden. Ich gehe zur Schule und zurück, mache mir am Morgen einen Kaffee, trainiere, das wars. Ich gehe schlafen, wache auf und mache das gleiche am nächsten Tag wieder.“