Boxen

Tony Bellew will gegen Oleksandr Usyk die Sensation schaffen

Oleksandr Usyk (li.) trifft auf Tony Bellew (Foto: SkySports)

Für den einen ist es das letzte Hurra, für den anderen vielleicht die letzte Vorstellung im Cruisergewicht. Der Liverpooler Tony Bellew will heute Abend in Manchester die Sensation gegen den Olympiasieger Oleksandr Usyk schaffen und den vierfachen Weltmeister entthronen. DDie Veranstaltung wird ab 19 Uhr live auf DAZN gezeigt.

Nur wenige Kämpfe hat Oleksandr Usyk (15-0, 11 KOs) gebraucht, um Box-Geschichte zu schreiben. Der ukrainische Olympiasieger bestritt vor fünf Jahren seinen ersten Profi-Kampf, keine drei Jahre später war er Weltmeister und seit Juli hält der 31-Jährige nun sogar alle vier Weltmeistertitel der großen Verbände. Der Ukrainer setzte sich im Cruisergewichtsturnier der WBSS gegen Marco Huck, Mairis Briedis und Murat Gassiev durch und vereinigte am Ende alle vier Titel auf sich.

Usyk ist der erste Unified Champion im Cruisergewicht seit O’Neil Bell im Jahr 2006 und überhaupt der erste, seit man dafür vier WM-Titel braucht. Nun setzt der Weltmeister alle vier Titel aufs Spiel, um in England den ersten von hoffentlich vielen großen Schecks einzustreichen, wenn er sich Lokalmatador und Ex-Weltmeister Tony Bellew (30-2-1) stellt, der zuletzt zwei Mal David Haye stoppen konnte.

Dass Bellew nur Außenseiterchancen ausgerechnet werden, überrascht nicht. Der 35-Jährige war nach seinen Siegen über Haye bereits mit einem Bein im Ruhestand, bevor Usyk das Duell gegen den einstigen WBC-Champion auf den Tisch brachte. Für Bellew eine letzte Chance, Box-Geschichte zu schreiben, für Usyk wahrscheinlich nur ein Übergangskampf auf dem Weg in Richtung Schwergewicht. Im Cruisergewicht hat der Edeltechniker schließlich schon buchstäblich alles gewonnen.

Doch ganz chancenlos ist Bellew nicht. Mit den technischen Fähigkeiten Usyks kann der Engländer natürlich nicht mithalten, doch sein Spitzname „Bomber“ kommt nicht von ungefähr, denn wenn Bellew trifft, wird Usyk das spüren und der 35-Jährige fühlt sich wohl darin, Risiken einzugehen, wenn er am Ende einen Schlagabtausch gewinnen kann.

Einen eingeschüchterten Gegner wird Usyk in Manchester also nicht vorfinden, sondern einen angriffslustigen Boxer, der ohne Rücksicht auf Verluste den Kampf gestalten will. Wie Bellew schon selbst sagte, was hat er denn groß zu verlieren?