Boxen

Stefan Härtel mit erstem Knock-Out

Gewann erstmal durch Knock-Out: Stefan Härtel (Foto: Sabine Ziran/GNP1.de)

Der Berliner Stefan Härtel war einer der besten Amateurboxer aus Deutschland in diesem Jahrtausend. In dieser Zeit konnte der 28-Jährige viel Auslandserfahrung sammeln. Im Profigeschäft duellierte sich der ehemalige Olympiateilnehmer von 2012 aber bisher nur in Deutschland. Aus dieser Wohlfühlzone ist er am Samstag in der Struer Arena in Struer entwichen. Bei dem nordlichen Ableger der Sauerland Promotion, den Nordic Fight Nights, bezwang er den Polen Tomasz Gargula vorzeitig und sicherte sich seinen ersten Sieg durch Knock-Out.

Medial sind Namen wie Arthur Abraham, Marco Huck oder Jürgen Brähmer in aller Munde und auch die Namen der Youngsters Tyron Zeuge und Vincent Feigenbutz haben einen klangvolleren Namen als Stefan Härtel. Dabei ist der mittlerweile 28-Jährige auf dem besten Wege, an die Erfolge seiner Berufskollegen heranzukommen.

Der Berliner überzeugt nicht durch seine Schlagkraft oder durch sein Auftreten abseits des Rings, sondern durch seine hervorragenden boxerischen Fähigkeiten. Die stellte er auch gegen Tomasz Gargula unter Beweis. Schon früh im Kampfverlauf stellte Härtel die Weichen für seinen ersten Knock-Out-Sieg im Profigeschäft. Mit einem rechten Haken brachte er sein Gegenüber in Runde eins erstmals zu Fall. Auch im weiteren Kampfverlauf ließ er seinem Kontrahenten keine Chance und bearbeitete ihn mit Führ- und Schlaghand. In der achten Runde hagelte es eine Schlagsalve in Richtung des Polen, der diese über sich ergehen ließ. Der Ringrichter hatte genug gesehen und brach den Kampf ab.

Mit diesem Sieg kann Härtel ein Ziel nicht mehr erreichen. Der Supermittelgewichtler wollte der erste Weltmeister werden, der keinen Knock-Out dafür benötigte. Dass ihm dies nicht mehr gelingen kann, wird er aber verschmerzen können, da ihm dieser Sieg Türen für wichtigere Kämpfe öffnen dürfte.

Leon Bunn aus Frankfurt stand zum zweiten Mal im Ring und löste seine Aufgabe mit Bravour. Der Halbschwergewichtler hatte es mit Aufbaugegner Przemyslaw Binienda zu tun und zeigte schnell, dass er nicht vorhatte, lange im Seilgeviert zu verbringen. Schon in Runde eins schickte er den Polen zweimal auf den Boden. In Runde zwei setzte er weiter nach und sicherte sich mit einem weiteren Schlaghagel den Sieg.

Arman Torosyan stieg als Underdog gegen Abdul Khattab in den Ring. Der Berliner mit armenischen Wurzeln fühlte sich in dieser Rolle aber sichtlich wohl und bezwang seinen dänischen Kontrahenten mit einem krachenden linken Haken in der sechsten Runde. Es ist eine der wichtigsten Siege für das Mittelgewicht, das auch schon mit Eduard Gutknecht im Ring stand.

Natürlich kämpften nicht nur Deutsche in Dänemark, sondern auch skandinavische Größen der Szene. So konnte sich die Lokalmatadorin Dina Thorslund mit einem Punktsieg über die Rumänin Xenia Jorneac den WBC-Juniorenweltmeisterschaftsgürtel sichern.

Jubeln durften die Zuschauer auch über die erfolgreiche Rückkehr der Nachwuchshoffnung Patrick Nielsen. Der kehrte nach zwölf Monaten Verletzungspause zurück und sicherte sich einen Punktsieg.