Boxen

Startschuss zum 38. Chemiepokal

Heute beginnt der 38. Chemiepokal – das traditionsreiche Amateurboxturnier in Halle an der Saale. Männliche und weibliche Vertreter aus aller Welt werden sich drei Tage lang in Mitteldeutschland messen und sich so für eine Teilnahme an den Olympischen Spielen im nächsten Jahr empfehlen. Zu den teilnehmenden Nationen gehören: Deutschland, China, Großbritannien, Israel, Litauen, Polen, Russland, Usbekistan und Australien. Die Niederlande, die ursprünglich ebenfalls teilnehmen sollten, wurden kurzfristig vom Weltverband AIBA gesperrt. Ebenso Boxer des rumänischen Verbandes, die als Ersatz fungierten sollten. Die freigewordenen Startplätze füllen nun Starter aus der Türkei.

Die kubanische Equipe, die in der Vergangenheit immer zu Favoriten auf den Turniersieg gezählt hat, ist in diesem Jahr nicht dabei. Grund ist die wirtschaftliche Situation des karibischen Inselstaats, die kubanische Boxer in der Vergangenheit mehrfach dazu verleitet hatte, sich während des Turniers in Deutschland abzusetzen. So zum Beispiel Sauerland-Cruisergewicht Yoan Pablo Hernandez, der sich erst kürzlich den Interims-Weltmeistertitel der Profis sicherte. Durch die Absage aus Kuba ist der Weg frei für die ebenfalls sehr starken Staffel aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion.

Doch auch der deutsche Boxverband muss sich nicht verstecken. Mit Name wie Denis Makarov, Artur Bril und vielen anderen hat man unzählige Deutsche Meister, Europameister und sogar Jugendolympiasieger im Team und plant, einige Medaillen abzuräumen.  

Das Turnier beginnt heute mit den Viertelfinalkämpfen, die Halbfinals finden morgen statt. Am Samstag ist das große Finale. GroundandPound ist selbstverständlich live dabei.

Zu Zeiten der ehemaligen DDR war der Chemiepokal eines der größten Sportereignisse des Landes. Boxprofis wie Vitali Klitschko, Henry Maske, Sven Ottke, Dariusz Michalczewski oder Axel Schulz haben dort schon Medaillen abgeräumt. Nach der Wiedervereinigung bröckelte der Putz jedoch, es fehlte an Geld. 1991 musste die Veranstaltung zum ersten Mal seit ihrer Einführung 1970 abgesagt werden, im vergangenen Jahr erneut. Wiederbelebt wurde der Chemiepokal vom Hallenser Sportclub KSC. Weitere Informationen zum Turnier gibt es hier.