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Sperre aufgehoben: Charr muss Titel gegen Oquendo verteidigen

Seht bald wieder im Ring: Manuel Charr (Foto: Elias Stefanescu/GNP1.de)

Die bürokratischen Mühlen sind oft langsam und in manchen Fällen auch fehlerhaft. Von einem dieser Fehler profitiert nun Manuel Charr. Der in Köln lebende Libanese geriet im vergangenen Jahr nach einem positiven Test unter Doping-Verdacht, darf nun aber wegen eines Verfahrensfehlers seinen regulären Weltmeistertitel der WBA behalten und muss ihn verteidigen.

Der 34-Jährige gab im August eine Dopingprobe ab, die positiv auf zwei anabole Steroide anschlug. Wenige Tage vor der geplanten Titelverteidigung gegen Fres Oquende musste der Kampf abgesagt werden. Der Weltmeister war sich keiner Schuld bewusst und erhob Vorwürfe gegen die VADA, die das Testverfahren begleitet hatten. Charr hatte die Öffnung der B-Probe beantragt, diese wurde aber in einem nicht zugelassenen Labor und ohne Anwesenheit seiner Anwälte oder Vertreter geöffnet.

Ein klarer Verstoß gegen die Anti-Doping-Richtlinien, wodurch das positive Test-Ergebnis der A-Probe seine Gültigkeit verliert. Zudem gab der 34-Jährige am 29. September eine dritte Probe ab, die wiederum negativ ausfiel. Nachdem der WBA-Weltverband Charr anfangs noch vorübergehend für sechs Monate sperren wollte, wurde diese Sperre nun aufgehoben. Der WBA-Champion kann nicht nur seinen Titel behalten, er muss ihn sogar innerhalb der nächsten 60 Tage gegen Fres Oquendo verteidigen. Der Sieger muss den Titel mit dem Interims-Champion vereinigen.

Wie ESPN aus einer Stellungnahme der WBA zitiert, stehen Charr und die anderen Schwergewichte im Titelrennen weiterhin unter besonderer Beobachtung. Beim nächsten positiven Test wird dem Kölner automatisch der Titel abgenommen.