Boxen

Ruslan Chagaev beendet Karriere

Ruslan Chagaev, der ehemalige Weltmeister im Schwergewicht, hängt wegen gesundheitlichen Problemen endgültig seine Handschuhe an den Nagel. Der Usbeke beendet damit seine fast 20-jährige Karriere als Profi.

Bevor Ruslan Chagaev (34-3, 21 K.o.) bei den Profis für Furore sorgte, hatte er bereits eine erfolgreiche Amateur-Laufbahn hinter sich. Dabei krönte sich der Usbeke 1997 zum Weltmeister bei den Amateuren, unter anderem mit einem Sieg über den legendären Felix Savon. Doch ein Eklat folgte, Chagaev soll im Vorfeld zwei Profikämpfe bestritten haben, weswegen ihm der Titel aberkannt wurde. Später wurden die beiden Kämpfe als Showkämpfe gewertet. Der Weltmeistertitel folgte schließlich 2001 in Nordirland. Das Besondere daran: Für diese Leistung erhielt er vom usbekischen Präsidenten Islom Karimov 100.000 US-Dollar.

2001 wechselte der „Weiße Tyson“, wie ihn seine Fans nannten, endgültig zu den Berufsboxern. Zwei Jahre später unterschrieb Chagaev beim Hamburger Boxpromoter Klaus Peter Kohl und boxte für die Universum-Flagge. Ein großes Highlight seiner Karriere bleibt 2007 sein Sieg gegen den 33 Zentimeter größeren Nikolay Valuev, mit welchem er gleichzeitig auch Weltmeister der Profis wurde.

Die zweite Auflage gegen den Riesen Valuev sollte 2009 in Finnland stattfinden, jedoch scheiterte es an Chagaev chronischer Hepatitis. Stattdessen bekam der in Hamburg lebende Usbeke seine Chance, gegen den damaligen Weltmeister Wladimir Klitschko in der Schalke-Arena zu boxen. Nach neun Runden musste der Herausforderer wegen einer Platzwunde herausgenommen werden. Die nächste WM-Chance folgte 2011 gegen Alexander Povetkin, indem Chagaev nach zwölf Runden erneut der Unterlegene war. 

Nach einige Aufbaukämpfen krönte sich der damals 35-Jährige 2014 erneut zum Champion in der Königsklasse, jedoch blieb der Punktsieg gegen den Amerikaner Fres Oquendo umstritten. Aufgrund einer positiven Dopingprobe Oquendos, gegen die er erfolgreich Berufung einlegen konnte und weiterer Querelen rund um den Kampf ordnete die WBA einen Rückkampf an, zu dem es jedoch nie kam.

Stattdessen verteidigte Chagaev seinen Gürtel gegen den Deutschen Francesco Pianeta, den er ohne jegliche Mühe in der ersten Runde ausknockte. Der letzte Kampf fand in diesem Jahr in Tschetschenien gegen den Australier Lucas Browne statt, Chagaev wurde dabei in Runde zehn vorzeitig gestoppt. Im Nachhinein wurde auch Browne angeblich positiv getestet, weswegen der Usbeke wieder seinen Status als Weltmeister erhielt.

Vor wenigen Tagen wurde Chagaev nun der WBA-Titel aberkannt, der Grund dafür bleibt unklar. Dabei kurieren zurzeit zwei Theorien. Chagaev verweigerte ein Rematch gegen Oquendo oder soll die Sanktionsgebühren von 40.750 Dollar vom ersten Kampf gegen den Amerikaner nicht bezahlt haben.

Offiziell soll Ruslan Chagaev seine Karriere aufs Eis gelegt haben, da er Probleme mit seinen Augen hat. Schon vor 15 Jahren wurde er wegen einer Netzhautablösung operiert. „Ruslan hat uns mitgeteilt, dass er nicht mehr boxen wird,” so sein Manager Timur Dugazaev. „Die Gesundheit geht nun mal vor.“