Boxen

Ruhe nach dem Sturm

„Hurrikan“ Sebastian Sylvester hängt die Box-Handschuhe an den Nagel. (Foto: Mark Bergmann/GroundandPound)

Der frühere IBF Mittelgewichtsweltmeister Sebastian Sylvester (34-5-1, 16 KO) hat am Freitag offiziell seine Karriere als aktiver Berufsboxer beendet. Dies meldete sein Promoter Sauerland Event in einer Pressemitteilung.

Für den „Hurrikan“, so Sylvesters Kampfname, geht damit eine mehr als zehnjährige Laufbahn als Profi zu Ende. 2002 wechselte er von den Amateuren zum Berliner Stall Wiking-Boxteam, 2004 gelangte er über eine Zusammenarbeit seines Stalls mit Sauerland Event auf die große Bühne.

Seither gewann er zweimal den EM-Gürtel, eine erste WM-Chance, im deutsch-deutschen Duell gegen Felix Sturm, im November 2008, scheiterte. Im September 2009 sicherte er sich schließlich mit einem knappen Punktsieg über Giovanni Lorenzo den WM-Gürtel der IBF, den er dreimal verteidigen konnte.

„Ich war Europa- und Weltmeister. Mit meinem Stil und meinen boxerischen Mitteln habe ich das erreicht, was möglich war“, so Sylvester zu seinem Rücktritt. „Die einzige Sache, die mich im Ring noch reizen würde, wäre ein Rückkampf gegen Daniel Geale. Doch das ist derzeit nicht realisierbar.“

Im Mai 2011 verlor er seinen Gürtel durch eine enge Punktentscheidung an den Australier Geale. Ein Comeback-Versuch gegen den Polen Grzegorz Proksa, bei dem der vakante EM-Gurt auf dem Spiel stand, scheiterte im Oktober.

Sauerland plant, Sylvester auch nach seinem Ende als Aktiver weiterhin in den eigenen Reihen zu behalten. Zunächst wird er laut Geschäftsführer Frederick Ness im Bereich der Sponsorenbetreuung eingesetzt, soll mittelfristig Trainer werden. Zurzeit arbeitet der 31-jährige Greifswalder an seiner C-Lizenz, die ihn als Übungsleiter im Leistungssportbereich befähigt.

„Ich möchte mich bei meinen Fans, die mich immer großartig unterstützt haben, bedanken“, so Sylvester. „Gleiches gilt für die Familie Sauerland und meinen Promoter Sauerland Event. Darüber hinaus spreche ich meinem Trainer Karsten Röwer meinen Dank aus. An seiner Seite bin ich Weltmeister geworden. Die Zusammenarbeit lief immer gut.“