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Psychospiel vor WM-Kampf: Pulew straft Klitschko mit Abwesenheit

Nicht erfreut: Wladmiri Klitschko. (Foto: Michael Schilling)

Wladimir Klitschko (62-3, 52 K.o.) steigt am kommenden Wochenende erneut ins umseilte Viereck. Der Ukrainer setzt dabei seine WM-Titel der WBA, WBO, IBF und Ring Magazine gegen den ungeschlagenen Herausforderer Kubrat Pulew (20-0, 11 K.o.) aufs Spiel. Bevor es allerdings am 15. November zur Sache gehen sollte, war am Montag eine Pressekonferenz geplant, doch der Bulgare tauchte nicht auf.

Grund für das Fernbleiben des 33 Jahre alten früheren Europameisters war eine Vertragsklausel, die besagt, dass lediglich drei ausgewählte Personen Pulew begleiten durften. Die gesamte sechsköpfige Entourage wurde somit nicht akzeptiert.

„Es steht so im Vertrag“, erklärte Klitschko-Manager Bernd Bönte, der maximal drei Supporter in den Konferenzsaal des Hamburger Hotels hineinlassen wollte. Das lehnte die Gegenseite jedoch ab. „Entweder alle oder keiner“, so Pulews Reaktion, der daraufhin ins Hotel-Restaurant wanderte und nicht mehr auftauchte.

„Ich kann das nicht begreifen“, so Klitschko zur Situation. „In meiner gesamten 18-jährigen Karriere habe ich so ein Verhalten noch nicht erlebt.“

„Wir sind doch keine bösen Menschen, was soll so eine Regelung”, erklärte Pulew, der vor dem größten Kampf seines Lebens steht. Für ihn geht es gegen Klitschko um eine Kampfbörse von 1,4 Millionen Euro, Champion Klitschko kassiert ganze 5,6 Millionen Euro.

„Das ist niveaulos. Das ist wie Kindergarten", so Pulew weiter. "Die versuchen mit psychologischer Kriegsführung zu gewinnen.“ Auch Sauerland-Manager Chris Meyer äußerte sich negativ: „Wir haben jedes Jahr 15 bis 20 Veranstaltungen in verschiedenen Ländern. Aber so einen Hickhack hat es noch nie gegeben.“

„Ich hoffe, dass es am Samstag kein Schattenboxen wird“, so der 38 Jahre alte Ukrainer abschließend, in Anspielung auf die fehlende Gegenseite bei der Pressekonferenz. Man darf gespannt sein, ob das Wiegen am Freitag problemlos ablaufen wird.