Boxen

Robert Stieglitz droht Haftstrafe

Robert Stieglitz

Robert Stieglitz hat eine schwere Zeit hinter sich. Der Verlust des Weltmeistertitels im Supermittelgewicht und die Auseinandersetzung mit seiner Noch-Ehefrau und deren Familie zehrt an dem Magdeburger. Was jetzt kommen könnte, stellt die letzten zwei Jahre in den Schatten. Im Rahmen einer Auseinandersetzung mit seinem Stiefvater nahm der Boxer ein Kantholz und schlug damit zu. Folge ist ein dreifacher Schädelbasisbruch und eine Anzeige wegen schwerwiegender Körperverletzung. Bei einer Verurteilung drohen dem Profiboxer damit zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Gefängnisstrafe.

Wie konnte es zu dieser Situation kommen?

Dafür muss man in die Vergangenheit blicken. Robert Stieglitz und seine Frau Anna leben seit zwei Jahren in Trennung, der ehemalige Weltmeister hatte zum damaligen Zeitpunkt die Scheidung eingereicht. Seitdem kommt es zwischen dem Magdeburger vom SES-Boxstall und seiner Frau, beziehungsweise der Familie seiner Frau, immer wieder zu Auseinandersetzungen.

Die brachten bisher 12-mal die Polizei ins Spiel und hatten bittere Höhen wie der Schuss mit einem Luftgewehr von Stieglitz auf eine Überwachungskamera, nachdem ihm seine Schwiegereltern nach eigenen Angaben die Reifen zerplatzt und sein Auto zerkratzt haben.

Was ist der Grund für diese Zuspitzung der Situation?

Es ist ein Streit um das Wohnungsrecht eines Hauses entstanden. Stieglitz versuchte dabei seine Frau und die Schwiegereltern aus der von ihm vermieteten Doppelhaushälfte hinauszuklagen. Wie die Volksstimme berichtet, hat er eine Klage um den von der Schwiegermutter betriebenen Friseursalon wohl schon gewonnen.

Dies war laut Stieglitz auch der Grund für den Vorfall, an dessen Ende sein Schwiegervater einen dreifachen Schädelbasisbruch erlitten hat. Wie Stieglitz berichtet, ist sein Schwiegervater in jener Nacht auf ihn im betrunkenen Zustand mit einer Eisenstange losgegangen, sodass er sich mit dem Wurf eines Steins wehren musste. Als das nichts half, griff er zum Kantholz, wehrte den Angriff seines Schwiegervaters ab und schlug einmal zu.

Was wird nun passieren?

Der Schwiegervater wird sich wegen versuchter schwerer Körperverletzung verteidigen müssen. Auf Stieglitz, der sich momentan in Kiew befindet, wartet ein Verfahren wegen schwerer Körperverletzung, außerdem will seine Frau, die einen gemeinsamen Sohn mit ihm hat, eine einstweilige Verfügung gegen ihn erwirken.

Stieglitz‘ Management wollte sich noch nicht zu diesem Vorfall äußern. Ob und wann er wieder in den Ring steigt, bleibt nach diesen Geschehnissen auch erst einmal ein Rätsel. Ein Streit, der eskaliert ist, könnte die Karriere des ehemaligen WBO-Weltmeisters zerstört haben.