Boxen

Povetkin siegt problemlos, Lebedev geht K.o.

Siegreich: Alexander Povetkin. (Foto: Mark Bergmann/Groundandpound.de)

Es sollte nur einer dieser Aufbaukämpfe sein, nicht mehr und nicht weniger. Nach drei Runden war bereits alles vorbei. Alexander Povetkins Duell gegen Andrzej Wawrzyk war wirklich nur ein Appetitmacher für das im September geplante Mega-Duell in Moskau, zwischen ihm und Wladimir Klitschko. In der Hauptstadt Russlands konnte der Olympiasieger von 2004 seinen Weltmeistertitel der WBA problemlos verteidigen. Sein Landsmann Denis Lebedev hatte dabei weniger Erfolg.

WBA-Weltmeisterschaft im Schwergewicht:
Alexander Povetkin (c) vs. Andrzej Wawrzyk
Vor namhaften Zuschauern in den ersten Sitzreihen, wie z.B. Steven Seagal, Vitali Klitschko oder Nikolai Valuev, machte Povetkin kurzen Prozess. Wawrzyk stach in der ersten Runde zwar mit seinem schnellen Jab zu, der Povetkin kurzweilig beeindruckte, doch fand der Russe schnell eine Lösung für die Angriffe des Polen.

In der zweiten Runde tauchte Povetkin schnell unter den Jab des Angreifers und feuerte seinerseits eine harte Rechte ab, die Wawrzyk voll am Kinn traf und auf den Boden katapultierte. Dieser kam wieder auf die Beine, überlebte die wilden Haken von Povetkin und rettete sich in die Rundenpause. Dann folgte das Ende.

In der dritten Runde schickte ihn eine linke Hand Povetkins erneut auf den Boden. Wieder bewies der Pole Kämpferherz und kam auf die Beine, jedoch nur um wenige Sekunden später vom Rücken aus in die Hallenscheinwerfer zu blicken. Ein schneller und offensichtlich problemloser Sieg für den WBA-Champion, der demnächst auf Wladimir Klitschko treffen wird.

Nach einer minutenlangen russischen Schlagerhitparade kam schließlich Denis Lebedev zum Ring, im gewohnten Armee-Outfit der russischen Luftwaffe, während er von seinen Zuschauern gefeiert wurde.

WBA-Weltmeisterschaft im Cruisergewicht:
Denis Lebedev (c) vs. Guillermo Jones
Der 41-jährige aus Panama schlug unbeeindruckt auf den russischen Champion los, bedrohte diesen mit linken Haken sowie harten Kombinationen. Diese zahlten sich sofort aus. Bereits in Runde eins öffnete sich ein Cut am rechten Auge von Lebedev.

Actionreich ging es weiter, denn beide Kämpfer schlugen wilde Geraden sowie Haken von sich, was die Zuschauer hörbar begeisterte. Ohne Rücksicht auf Verluste brachten beide Kämpfer brachiale Fäuste an den Kopf ihres Kontrahenten, während beide gute Nehmerqualitäten bewiesen. Lebedevs rechte Wange schwoll durch die Schläge an, was seine offensichtlich Sehfähigkeit beeinträchtige. In der fünften sowie sechsten Runde war das Auge faktisch zu, doch kämpfte der 33-jährige Russe vor heimischem Publikum verbissen weiter.

„Bei jedem anderen Kämpfer wäre die Begegnung jetzt abgebrochen worden, wäre es nicht Lebedev vor heimischer Kulisse“, so die britischen Kommentatoren in der Rundenpause zu Runde sieben. Erstaunlicherweise hatten weder der Ringrichter, noch der Ringarzt Ambitionen die Verletzung zu überprüfen. Der WBA-Champion gab daraufhin das Tempo an, wohlwissend, dass er diese Begegnung nach Möglichkeit schnell beenden sollte, um kein Risiko aufgrund seines Auges eingehen zu müssen.

In der 10. Runde brachte Lebedev seinen Gegner zu Boden, jedoch ohne Schlagwirkung, sondern durch einen Trip-Takedown, der jedem russischen Sambo-Kämpfer imponiert hätte. Dies war jedoch die letzte beeindruckende Aktion des Russen, denn diesen verließen die Kräfte in der 11. Runde, als er von einer Faust zum verletzten Augenbereich getroffen wurde, abwinkte und zu Boden ging. Auf einem Knie wurde er daraufhin ausgezählt. Guillermo Jones sicherte sich damit den Titel durch K.o. in Runde 11 in einem der denkwürdigsten Duelle dieses Jahres.

Eduard Troyanovsky vs. Luis Zambrano
Eduard Troyanovsky war erneut souverän gegen einen optisch schmaleren Gegner in Luis Zambrano und sorgte für den 15. Sieg im 15. Duell. In der ersten Runde musste Zambrano bereits auf den Hosenboden, in der zweiten Runde sorgte ein weiterer harter Treffer für den finalen Knock-out.

Anbei die Ergebnisse der Boxnacht aus Russlands Hauptstadt:

Povetkin vs. Wawrzyk
17. Mai 2013
Crocus City Hall, Moskau, Russland

WBA-Weltmeisterschaft im Schwergewicht:
Alexander Povetkin (c) bes. Andrzej Wawrzyk via T.K.o. in Rd.3

WBA-Weltmeisterschaft im Cruisergewicht:
Guillermo Jones bes. Denis Lebedev (c) via K.o. nach 1:54 in Rd. 11

Eduard Troyanovsky bes. Luis Zambrano via K.o. in Rd.2
Dmitry Chudinov bes. Grady Brewer via T.K.o. nach Rd.3
Alexey Stakanchikov bes. Oney Valdez via K.o. in Rd.2
Arif Magodemov bes. Segundo Herrera via T.K.o. in Rd.2