Boxen

Pacquiao erntet herbe Kritik nach homophoben Äußerungen

Manny Pacquiao

Manny Pacquiao sorgte vor wenigen Tagen durch homophobe Äußerungen ("Schwule sind schlimmer als Tiere") bei Menschenrechtsgruppen und bekannten homosexuellen Persönlichkeiten für eine Welle der Empörung. Nike kündigte daraufhin den millioneschweren Sponsor-Vertrag des „Pac Man“ fristlos (GNP1.de berichtete). Die katholische Kirche sowie Sport- und TV-Bekanntheiten meldete sich inzwischen ebenfalls zu Wort.

Der mehrfache Boxweltmeister führte seine diskriminierende Meinung über Homosexuelle auf die Bibel zurück.

„Was ich sage ist richtig. Ich meine, ich sage die Wahrheit. Was die Bibel sagt. Den einzigen Fehler, den ich gemacht habe ist, dass ich Tiere mit Menschen verglichen habe“, so Pacquiao, der 2014 vom Katholizismus zum evangelischen Protestantismus konvertierte. „Ich gehorche Gottes Regeln und nicht den menschlichen Gelüsten.“

Homosexuelle haben einen schweren Stand in den Philippinnen. Zwar ist Homosexualität keine Straftat, unterliegt aber immer noch Tabus, auch wenn sie seit Beginn des 21. Jahrhunderts zunehmend akzeptiert wird. Der gläubige 37-Jährige wurde inzwischen von der Kirche seines Landes zu mehr Toleranz aufgefordert.

„Die Kirche lehrt, dass jedermanns Lebensstil und Orientierung akzeptiert und nicht verurteilt werden soll", erklärte Kirchensprecher Jerome Secilliano zu dem Thema in einem Radio-Interview.

Schauspieler und Boxer Mickey Rourke bezog ebenfalls Stellung: „Ich denke, dass Pacquiaos Kommentare Falsch und unpassend waren. Wir sollten alle darauf achten, was wir von uns geben. Was er erzählte stammt aus dem Alten Testament. Ich habe eine Menge homosexueller Freunde und ich glaube ich bin auch ein bisschen schwul.“

Basketball-Legende Magic Johnson war tief empört und sprach davon, nie wieder einen Boxkampf von Pacquiao anzusehen: „Ich beglückwünsche Nike, dass sie seinen Vertrag nach derartigen Äußerungen gekündigt haben. Homosexuelle sollen schlimmer sein als Tiere? Fans aus aller Welt haben den Mayweather-Pacman-Kampf unterstützt und ihm über 100 Millionen US-Dollar eingebracht. Ich denke mal, dass für ihn jegliches Geld, auch das von Homosexuellen, gleich gut ist. Ich werde nie wieder einen seiner Kämpfe sehen.“

Gefolgt wurde Johnson von Jason Collins, dem ersten offenen Homosexuellen in der Basketball-Profiliga NBA. Auch er kritisierte Pacquiao scharf. „Ich habe allen Respekt vor dir verloren“, schrieb Collins bei Twitter.

Der frühere WWE-Profi-Wrestler und “Guardians of the Galaxy”-Filmstar Dave Bautista nahm ebenfalls kein Blatt vor den Mund: „Meine Mutter ist eine Lesbe und ich gebe keinen verdammten Scheiß darauf, was Pacquiao gesagt hat. Ich denke auch nicht, dass es lustig ist. Er ist ein Idiot! Wenn irgendjemand meine Mutter als Tier bezeichnet, werde ich demjenigen meinen Stiefel in seinen Arsch rammen.“ Bautista hatte Pacquiao 2009 bei dessen Kampf gegen Ricky Hatton zum Ring begleitet.

Vice Ganda, einer der prominentesten Komiker der Philippinen, äußerte sich ebenfalls. Seine 6,7 Millionen Twitter-Follower forderte er auf, für Pacquiao zu beten: „Wir Lesben, Schwule, Bisexuelle oder Transsexuelle sind auch nur Menschen. Wir sind keine Tiere. Auch wenn wir keine Heiligen sind, werden wir für Manny Pacquiao beten.“

Pacquiao ist neben seiner Karriere als Boxer auch Kongressabgeordneter. Bei den Wahlen im Mai strebt er einen Sitz im Senat des Staates an. Seinen letzten Boxkampf bestreitet er gegen Timothy Bradley am 9. April (GNP1.de berichtete).