Boxen

Nach Tod von Tim Hague: Edmonton verbietet Kampfsport-Events für ein Jahr

Kampfsport wird es vorerst nicht mehr in der kanadischen Stadt Edmonton geben. Wie der Stadtrat in einer Mitteilung verlauten ließ, gibt es ein einjähriges Moratorium der Vergabe von Lizenzen und Erlaubnissen zur Abhaltung von Kampfsport-Veranstaltungen im Stadtgebiet. Das Moratorium endet am 31. Dezember 2018.

Ein halbes Jahr nach dem tragischen Tod von UFC-Veteran Tim Hague hat die Stadt Edmonton nun Konsequenzen aus den Ereignissen gezogen und für ein Jahr Kampfsport-Veranstaltungen in der Stadt untersagt. Hague, der von Mai 2009 bis Mai 2010 vier Mal im Octagon stand und im Januar 2011 noch einen weiteren Kampf in der UFC absolvierte, war am 18. Juni an einer Hirnblutung verstorben, die er sich bei einem Box-Kampf zwei Tage zuvor zugezogen hatte. Er wurde nur 34 Jahre alt.

Der Kindergärtner hatte bereits während seiner Zeit als MMA-Kämpfer zahlreiche K.o.-Niederlagen erlitten und die Karriere im Juli 2016 beendet, nachdem er vom Polen Michal Andryszak ausgeknockt wurde. Die vierte K.o.-Niederlage innerhalb von elf Monaten. In der Folge wandte er sich dem Boxen zu, aber auch hier sollte er weitere Schäden erleiden, denn in seinen drei Kämpfen ging er zwei Mal früh K.o.

In seinem letzten Auftritt wurde er von Adam Braidwood schon in der ersten Runde drei Mal zu Boden geschlagen. Eigentlich ein klarer technischer Knockout, doch der Ringrichter ließ ihn fatalerweise zur zweiten Runde antreten. Dort wurde er von einer Rechten niedergestreckt, sein Kopf schlug hart auf dem Ringboden auf. Minutenlang wurde er noch im Boxring behandelt, bevor er in einem nahen Krankenhaus ins Koma versetzt wurde. Aus diesem sollte er nicht mehr aufwachen.

Als Folge der Ereignisse werden nun alle Kampfsport-Veranstaltungen in Hagues Heimatstadt für ein Jahr suspendiert, in dem keine Lizenzen oder Erlaubnisse erteilt werden. Die Sportkommission der Stadt gab an, die Entscheidung der Stadt zu respektieren und die Zeit dafür zu nutzen, intern die Vorgänge weiter unter die Lupe zu nehmen, um weitere Vorfälle dieser Tragweiter zu verhindern.