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Menzer gelingt das Heimspiel, Weimer verteidigt Titel

Ina Menzer ist wieder Weltmeisterin. Drei Titel standen am gestrigen Samstagabend auf dem Spiel, als die 32-Jährige in ihrem Abschiedskampf auf die ungeschlagene Dortmunderin Goda Dailydaite traf. Am Ende schnallte sich die Lokalmatadorin den Interimstitel des Weltverbandes WBF, den vakanten Weltmeistertitel der WIBA und den des „Superchampions“ nach Version der WIBF um. Zuvor konnte Dima Weimer seinen WKN-Weltmeistertitel im Super-Weltergewicht erfolgreich verteidigen.

Trotz strömenden Regens besuchten über 3000 Zuschauer die Open Air Veranstaltung in Mönchengladbach, um ein Teil des letzten Kapitels in Ina Menzers (31-1, 11 K.o.) erfolggekrönten Karriere zu sein. Erfahrung gegen Jugend, so lautete das Motto für das Heimspiel von Menzer, die gegen die vier Jahre jüngere Goda Dailydaite (8-1, 2 K.o.) im Warsteiner Hockey Stadion in den Ring stieg. Vor heimischer Kulisse dominierte sie ihre bis dato ungeschlagene Gegenspielerin nach Belieben und sicherte sich einen souveränen Punktsieg.

Nach anfänglicher Dominanz machte Menzer Ernst, erhöhte den Druck und schickte Dailydaite in der dritten Runde gleich zweimal zu Boden. Diese zeigte viel Kämpferherz und stellte sich erneut ihrer Kontrahentin. Durch stetiges Klammern und beweglicher Beinarbeit rettete sie sich über die Zeit, war jedoch klar unterlegen. Menzer hingegen überzeugte mit einer sauberen Technik und nutzte ihre Erfahrung geschickt aus. Immer wieder punktete sie mit harten Linken, während die Dortmunderin darum bemüht war ein vorzeitiges Ende zu verhindern, was ihr schlussendlich gelang, jedoch gleichzeitig ihre erste Karriereniederlage einleitete. Die Lokalmatadorin hingegen zeigte ihre Klasse, die sie bereits vor Jahren zur Weltmeisterin machte, und war nach dem deutlichen Punktsieg sichtlich erleichtert.

„Mir fällt ein riesiger Stein vom Herzen“, so Menzer nach dem dreifachen Titelerfolg. „Ich hatte mich sehr unter Druck gesetzt, weil ich diesen Kampf unbedingt gewinnen wollte. Die Unterstützung vom Publikum war wirklich hammer. Das war ein wirkliches Sommermärchen für mich. Ich werde diesen Abend nie vergessen.“

Eine gelungene Abschiedsvorstellung für die gelernte Fremdsprachen-Assistentin, die nun als Dreifachweltmeisterin Adieu sagt.

Ina Menzers ehemaliger Universum-Stallkollege Dimitri Sartison (38-15, 26 K.o.) konnte einen T.K.o.-Sieg über Baker Barakat  (38-15, 26 K.o.) herbeiführen. Der 33-jährige Hamburger schlug den Euskirchener nach 1:13 Minuten mit einem linken Haken in der zweiten Runde zu Boden. Barakat kam zwar wieder auf die Beine, wurde jedoch daraufhin vom Ringrichter, trotz Protest, aus dem Kampf genommen.
Sartison forderte daraufhin einige Namen heraus: „Robert Stieglitz, Arthur Abraham, egal wer, ich bin bereit.“

Nach erfolgreicher WM-Verteidigung: Lutz Burmester, Dima Weimer (c) mit Kontrahent Vidas Valencius und Marius Misiunas. (v.l.n.r.) (Foto: Meryem Uslu).

Im Co-Hauptkampf des Abends stand ein weiterer Hamburger im Ring. WKN-Weltmeister Dima Weimer (46-12, 30 K.o.), manchen besser bekannt als der „Polizist mit den Stahlfäusten“, verteidigte seinen Titel zum dritten Mal in Folge. Weimer punktete mit harten Lowkicks, während sein Kontrahent, der Litauer Vaidas Valancius (30-9, 8 K.o.), ihm mit schnellen Konterangriffen Paroli bieten wollte. Weimer blieb davon unbeeindruckt, ließ sich auf keine hitzige Keilerei ein, sondern befolgte die routinierten Anweisungen seines Trainers Lutz Burmester aus der Ringecke. Valencius war zwar anfangs bemüht Druck zu machen, konnte dem Weltmeister jedoch zu keiner Zeit gefährlich werden und schien am Ende zufrieden mit seiner Leistung, trotz Punktniederlage.

Das war ein harter Fight mit einem unangenehmen Gegner und gleichzeitig eine gute Werbung für unseren Sport, erklärte der WKN-Champion gegenüber Groundandpound.de nach seinem Erfolg. Leider bleibt keine Zeit für Erholung, da ich bereits am 14. September in Hamburg bei Day of Destruction 7 gegen Marco  Piqué in den Ring steigen werde. Aber da freue ich mich jetzt schon drauf, zumal ich mal wieder vor geliebtem Heimpublikum auftrete.

Vor dieser spannenden Partie bestritt der ehemalige WBC-Weltmeister im Superfedergewicht Vitali Tajbert (24-2, 6 K.o.) ein Aufbaukampf gegen Mikheil Avakyan (18-11, 7 K.o.). Tajbert geriet durch den Georgier zwar teilweise unter Druck, konnte sich jedoch am Ende nach Punkten durchsetzen und damit einen weiteren Sieg einheimsen.

Das Heimspiel
24. August 2013
Warsteiner Hockeypark, Mönchengladbach


Interim WBF und vakanter WIBA Weltmeisterschaft im Federgewicht
Ina Menzer bes. Goda Dailydaite einstimmig nach Punkten

WKN Weltmeisterschaft im Super Weltergewicht
Dima Weimer bes. Vaidas Valancius einstimmig nach Punkten

Dimitri Sartison bes. Baker Barakat  nach 1:13 in Rd.2
Vitali Tajbert bes. Mikhail Avakyan einstimmig nach Punkten