Boxen

Mayweather: McGregor und Rousey sind Beweis für Rassismus im Kampfsport!

Floyd Mayweather meldet sich zu Wort. (Foto: SportsAngle.com/Creative Commons)

Wenn man eines von Boxlegende Floyd Mayweather bisher nicht gewohnt war, dann ein moralisch unfrevelhaftes Auftreten vor den Mikrofonen dieser Welt. Ganz anders als gewohnt präsentierte sich der frühere Meister aller Klassen, der die Boxhandschuhe mittlerweile an den Nagel gehängt hat, jüngst in einem Interview, in dessen Rahmen er die aus seiner Sicht ungleiche Behandlung schwarzer und weißer Sportler monierte und die UFC-Superstars Conor McGregor und Ronda Rousey als Beweis seiner These anführte.

„Vorab: Ich kenne diesen Conor McGregor-Typen nicht wirklich und habe ihn bisher auch nicht kämpfen sehen“, so Mayweather. „Ehrlich gesagt, habe ich erst von ihm gehört, als ihn einer der Jungs meiner Firma erwähnt hatte und meinte, er würde in Interviews ganz schön auf die Kacke hauen – sehr zur Unterhaltung der Leute. Als ich das getan habe, hat man mich arrogant und abgehoben genannt, aber ihn (Conor McGregor) lobpreisen sie für das, was er sagt? Ganz ehrlich, das ist so voreingenommen. Ich selbst bin beileibe kein Rassist, aber ich sage es euch: Rassismus besteht auch weiterhin!“

Mitnichten ist es allerdings so, dass dem irischen Federgewichtschampion für seine spitze Zunge bisher kein kritischer Wind entgegenwehte. So mahnte ihn unter anderem UFC-Legende Anderson Silva im vergangenen Jahr zur Zurückhaltung und Vorsicht, damit die Grenze des im Trashtalk-Erträglichen nicht überschritten würde.

Nachdem „Money“ also Conor McGregor als Beispiel für seine Rassismus-These heranzog, bediente er sich darüber hinaus auch am Beispiel Ronda Rousey und verglich diese mit Laila Ali, der Tochter des womöglich besten Boxers aller Zeiten, Muhammad Ali, die in der Vergangenheit ebenfalls große Erfolge im Boxsport für sich verzeichnen konnte. Mayweather zufolge erhielt diese – im Gegensatz zu Rousey – dafür allerdings weder die aus seiner Sicht angebrachte mediale Aufmerksamkeit noch den für ihre Leistungen gebührenden Respekt.

„Nach gerade einmal neun, zehn, meinetwegen elf Kämpfen flogen Ronda Rousey die ganzen Angebote der Sponsoren, Hollywood-Anfragen und was weiß ich noch nur so zu. Laila Ali war damals ebenfalls ungeschlagen und hat das, was Ronda sportlich erreicht hat, auch geschafft – nur in noch beeindruckender Manier. Darüber hinaus ist sie eine umwerfend schöne Frau. Von den Medien hat man aber nie irgendetwas gehört und schon gar nicht nach so früh, nach zehn, elf oder zwölf Kämpfen.“

Zweifelsohne gehört Laila Ali zu den besten Boxerinnen aller Zeiten. Die geringe Beachtung, die ihrer Person und ihren beachtlichen sportlichen Erfolge zu Zeiten ihrer Karriere zuteil wurde, dürfte jedoch am – im Vergleich zu den Frauengewichtsklassen in der UFC – geringen Interesse liegen, welches dem Frauenboxen in der Öffentlichkeit entgegengebracht wird. Zudem liegt es einige Jahre zurück – Ali beendete ihre Karriere 2007 - zu der Zeit gab weder Frauenkämpfe in der UFC noch Organisationen wie Invicta FC.

Aber auch im Boxen meint der mittlerweile 38-Jährige ausreichend Beispiele für seine Mutmaßungen gefunden zu haben. So ist es ihm nach eigener Aussage nicht begreiflich, weshalb Andre Ward, seines Zeichens früherer Mehrfach-Weltmeister im Supermittelgewicht, in der gewichtsklassenübergreifenden Liste der besten Boxer des bekannten „Ring Magazine“ lediglich auf dem vierten Rang geführt wird. Der erst vor kurzem zurückgekehrte Ward gehöre hier aus Sicht Mayweathers mindestens auf den zweiten Platz.

„Die haben da irgendeinen einen Typen (Shinsuke Yamanaka ) auf Platz 9, dessen vollen Namen ich nicht einmal kenne. Ich will nicht respektlos sein, aber sie haben einen japanischen Typen auf Platz 9. Andre Ward ist Nummer 4 und dieser Typ, von dem wir nicht wissen, wer er ist, ist Nummer 9. Ich glaube wirklich, dass es Rassismus im Boxen immer noch gibt. Auch als Bernard Hopkins, damals im Mittelgewicht, Kämpfer wie Oscar De La Hoya, Shane Mosley oder Felix Trinidad herausforderte, sprachen die Medien abwertend davon, dass er Gegner aus leichteren Gewichtsklassen herausfordert. Wenn es heute Gennady Golovkin tut, stört das niemanden. Ich bin kein Rassist, ich sage nur, dass es Rassismus noch immer gibt.“