Boxen

Maria Lindberg verteidigt WIBF-Titel

Maria Lindberg (SWE) mit Trainer und Matchmaker Dominik Junge

Die Ladies haben am gestrigen Samstag in der Rheintalhalle in Kirrlach den männlichen Kollegen definitiv die Show gestohlen und klar gemacht, es gibt sie doch. Die Damen, die im Schatten der Menzers und Kentikians stehen, aber auf dem besten Weg sind dorthin zu gelangen. Auch wenn es sicherlich nicht von heute auf morgen geht.

Im Main-Event stieg WIBF-Weltmeisterin Maria Lindberg aus Schweden zur Titelverteidigung gegen Mihaela Dragan aus Rumänien in den Ring. Abtasten war hier fehl am Platz und beide Ladies legten richtig los. Lindberg wirkte ruhiger und konzentrierter und konnte mit einer schönen links / rechts Kombination im Infight punkten. In Runde 2 wirkte Lindberg zielstrebiger und setzte zudem die deutlicheren Treffer. Allerdings lies sie ihre Linke teilweise etwas tief hängen, was aber Dragan nicht für sich nutzen konnte. In Runde 3 dreht die Schwedin etwas mehr auf und es machten sie erste Anzeichen von konditioneller Schwäche bei Dragan bemerkbar. Nach einem schönen Körperhaken drehte sich die Rumänin mit schmerzverzerrtem Gesicht ab und noch während sie angezählt wurde, kam auch schon das Handtuch aus der Ecke geflogen. Ganz so hart hatte es aber nicht ausgesehen. Für die sympathische Lindberg bedeutete es eine erfolgreiche Titelferteidigung.
Maria Lindberg (SWE) nach erfolgreicher Titelverteidigung.

Lokalmatador Falk Hambsch machte den Speedy und sein Gegner Josel Kurica den Bob Sapp. Lediglich in den ersten 30 Sekunden war Kurica, den auch optisch Welten von Hambsch trennten, gefährlich. Danach traf der Kirrlacher nach belieben und das so oft und so deutlich, bis der Ringrichter ein Einsehen hatte und den Kampf zu recht abbrach. Eine gute Entscheidung. Falk Hambsch feierte den zweiten Sieg im zweiten Profi-Boxkampf.
Falk Hambsch (links) nach seinem schnellen TKO-Sieg über Josel Kurica.

Nach einem ernüchternen Kampf auf der Stekos Fight Night, durfte Box-Floh Raja Amasheh endlich wieder ran. Mit Elke Beinwachs aus Österreich hatte sie aber eine recht unkonventionell boxende Gegnerin. Die kompletten 4 Runden gab es im Grunde genommen das gleiche Bild. Amasheh setzte die klareren und vor allem sauberen Treffer, was man von Beinwachs nicht immer behaupten konnte. Ab Runde 3 wechselte die Österreicherin in Ali-Manier die Auslage und versuchte Amasheh damit zu verunsichern. Das juckte die Karlsruherin aber wenig, denn wie auch in den Runden davor kamen die sauberen und klareren Treffer von ihr. Ein einstimmiger Punktsieg war das gerechte Urteil. Hätte sich Amasheh noch einen Tick mehr bewegt, das Ergebnis wäre möglicherweise noch deutlicher zugunsten der Karlsruherin ausgefallen. Ein weiterer Schritt in Richtung EM-Titel wurde also gemacht.
Raja Amasheh (rechts) mit dem 8. Sieg im 9. Kampf.

Für Europameisterin Pia Mazelanik war der Kampf am gestrigen Samstag nicht mehr als eine Durchgangsstation zur ersten Titelverteidigung. Von Beginn an bestimmte die Dorstenerin den Kampf und war technisch ihrer Gegnerin Alexandra Chrilila aus Rumänien um einiges überlegen, was mit zunehmender Kampfdauer immer deutlicher wurde. In der 4. Runde trieb sie Chrilila regelrecht durch den Ring, die mit einem Blick in ihrer Ecke den Handtuchwurf wohl herbeisehnte. Der blieb aber aus und da war es keine Überraschung, das es am Ende ein einstimmiger Punktsieg für Mazelanik war.
Siegreicher Auftritt von Europameisterin Pia Mazelanik.

Wenig erfreulich, wenn auch siegreich war das Duell von Anthony "Prince" Ikeji und Rudolf Murko. Beide standen sich bereits 2008 gegenüber und damals dauerte das Duell nur 45 Sekunden. Diesmal ging es bis in Runde 3 in einem sehr merkwürdigen Kampf. Man konnte sich dem Eindruck nicht erwehren, das Ikeji seinen Kontrahenten mehr streichelt, als das er mal richtig durchzieht. Als Ikeji in Runde 3 das Tempo etwas anzog, konnte man wenn auch nur ansatzweise seine Klasse sehen. Nachdem Murko eine Linke ins Leere setzte und dabei eine Drehung um die eigene Achse machte, drehte er sich auch gleich ab und signalisierte eine Vereltzung am Fuß. Für Außenstehende nicht ersichtlich, wie das passierte. Somit gab es den 7. Sieg im 8. Kampf für Ikeji.

Überzeugen konnte mit einer unglaublichen Härte Tasja Kolar aus Slowenien. Das ihre Gegnerin Sabrina Kleemaier dabei die vollen 4 Runden durchgestanden hatte, das war schon beachtlich. Die Österreicherin hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn der Ringrichter den Kampf abgebrochen hätte. Am Punktsieg von Kolar gab es jedenfalls keinen Zweifel. Da darf es gerne mehr sein von der Slowenin.

Natascha Guthier hatte im ersten Kampf der Veranstaltung wenig Probleme mit Mihaela Buhaiescu aus Rumänien. Guthier war in der ersten Runde aktiver und hatte das bessere Auge, nur die Distanz fehlte etwas. Dies wurde aber in Runde 2 wesentlich besser. Die Karlsruherin traf genauer und das des öfteren, sodaß der Ringrichter den Kampf abbrechen musste. Ok, ein Anzählen hätte es auch getan, aber da es im BDB kein anzählen im Stand gibt, war es natürlich eine richtige Entscheidung. Für Guthier war es der siebte Sieg im 12. Kampf.

1. Profi Box Event
17. Juli 2010
Rheintalhalle, Kirrlach


Ergebnisse

WIBF - World Title / Leichmittelgewicht / 10x2 min.
Maria Lindberg (SWE) bes. Mihaela Dragan (ROM) via TKO in Runde 3

Schwergewicht / 4x3 min.
Falk Hambsch (D) bes. Josel Kurica (TCH) durch TKO in Runde 1

Bantamgewicht / 4x2 min.
Pia Mazelanik (D) bes. Alexandra Chrilila (ROM) durch Punkte 3-0

Fliegengewicht / 4x2 min.
Raja Amasheh (D) bes. Elke Beinwachs (AUT) durch Punkte 3-0

Cruiserweight / 4x3 min.
Prince Ikeji (NIG) bes. Rudolf Murko (TCH) durch TKO in Runde 3

Fliegengewicht / 4x2 min.
Tasja Kolar (SLO) bes. Sabrina Kleemaier (AUT) durch Punkte 3-0

Supermittelgewicht / 4x3 min.
Inocent (NIG) bes. Milan Russo (TCH) durch TKO in Runde 2

Fliegengewicht / 4x2 min.
Natascha Guthier (D) bes. Mihaela Buhaiescu (ROM) durch TKO in Runde 2