Boxen

Marco Huck will Wladimir Klitschko

Sauerland mit Fünf-Millionen-Angebot an Klitschko-Brüder. (Abgebildet: Marco Huck, Foto: Mark Bergmann/GroundandPound)

Waghalsig oder genial? Marco Huck ist ein kontroverser Boxer, dass war er immer schon. Jetzt versucht sein Management das Husarenstück für ihn zu schüren. Sauerland Promotions hat ein Fünf-Millionen-Euro-Angebot an Wladimir Klitschko gesandt. In Zusammenarbeit mit Ralf Weber, dem Betreiber des Gerry-Weber Stadions, versucht man den Kampf Huck-Klitschko zustande kommen zu lassen und ihn in Halle/Westfalen zu veranstalten.

Das Klitschko-Management reagierte prompt und lehnte das Angebot ab. Grund hierfür ist unter anderem ein Exklsuiv-Vertrag mit dem Sender RTL. Außerdem hat der kleinere der Klitschko-Brüder noch zwei weitere Aufgaben vor sich: Sollte er seinen kommenden Kampf gegen Mariusz Wach gewinnen, steht der Huck-Bezwinger Povektin als Pflichtherausforderer bereit. Marco Huck selber muss am Samstag ebenso die Hürde Firat Arslan nehmen.

All dies sind Gründe warum dieser Kampf in nächster Zeit nicht stattfinden wird. Wenn man den sportlichen Aspekt beachtet, kommt zudem die Frage auf, wo die Berechtigung herkommt. Marco Huck hat in seinem ersten Schwergewichtskampf gegen Alexander Povetkin verloren. Ehrlich gesehen, hat er dabei besser ausgesehen als Experten es vorher erwartet haben, aber die Niederlage war verdient. Das bedeutet, er hat einen 0-1 Kampfrekord im Schwergewicht und möchte gegen den besten Schwergewichtler der Neuzeit antreten. Sportlich ist dies schwer vertretbar. Also nur ein PR-Stunt?

Huck ist ein weiterer ehemaliger Cruisergewichtler, der sich im Schwergewicht gegen die Klitschkos beweisen will. Ein Versuch, den schon Kämpfer wie Tomasz Adamek und David Haye gestartet haben. Jeder dieser ehemaligen Cruisergewichtler hat bisher sehr schlecht gegen die langen Hände von Vitali und Wladimir ausgesehen. Rein stiltechnisch sprechen also auch kaum Gründe für den Kampf. Einzig die aggressive, unsaubere Art des Cruisergewichts-Weltmeisters könnte der Nummer eins im Schwergewicht zu schaffen machen.

Die Chancen, dass die fünf Millionen das K-2 Management von Klitschko umstimmen kann, stehen also sehr gering, aber auch im Boxen ist ja nichts unmöglich.