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KO in letzter Sekunde

Wladimir Klitschko verteidigte erfolgreich die vereinigten Schwergewichtstitel, nach Version der IBF, WBO und IBO, gegen den US-Amerikaner "Fast" Eddie Chambers. Nach einem unspektakulären Kampf gelang "Dr. Steelhammer" in buchstäblich letzter Sekunde der Knockout.

Viel neues gab es bis dahin nicht zu sehen: In üblicher Manier kontrollierte Klitschko seinen Gegner mit dem langen Jab. Der deutlich kleinere Weltranglistenerste fand während des kompletten Kampfes kein Mittel gegen die Größe und Schnelligkeit des ukrainischen Weltmeisters. Lediglich Schadensbegrenzung konnte der US-Amerikaner betreiben, indem er den rechten Händen Klitschkos ausweichen konnte. Mindestens ebenso fix wie der "schnelle" Eddie bewegte sich Klitschko im Ring, schnitt Chambers die Wege ab und verschwand sofort bei Attacken. Chambers Taktik, den großen Ukrainer in den Rückwärtsgang zu zwingen, ging damit nicht auf.

Zu Beginn des Kampfes konnte Klitschko sein Gegenüber bereits mit einer harten Rechten erwischen, Chambers taumelte kurz, doch fing sich wieder. Im weiteren Verlauf des Kampfes ließ "Dr. Steelhammer" jedoch die zuvor von Trainer und Medien gelobpreiste neugefundene Aggressivität vermissen. Zu vorsichtig boxte er den ideenlosen Chambers, Schlug zu wenig und suchte den Knockout nicht mit der nötigen Vehemenz. In Runde 12 änderte sich das plötzlich schlagartig. Klitscko marschierte vorwärts und erzwang so fünf Sekunden vor Schluss den KO mit einem linken Haken. Somit wurde es ein gerechtfertigter, bis auf die letzten Sekunden jedoch unspektakulärer Sieg für die jüngere Hälfte des ukrainischen Brüderpaares, der mit einem Düsseldorfer Altbier im Ring begossen wurde.

Besonders zu erwähnen sind die mehrmaligen ringerischen Attacken, bis hin zu Aushebern, seitens Eddie Chambers. Klitschko ließ sich davon jedoch kaum beeinflussen und boxte weiter seine Linie. Zu allem Überfluss rissen in Runde 9 auch noch Chambers Handschuhe. Nach einem Wechsel derselben ging der Fight allerdings weiter wie zuvor.

Als nächstes wird nun Wladimirs älterer Bruder in den Ring steigen. Am 29. Mai wird er in der Schalke-Arena seinen WBC Titel gegen den Polen Albert Sosnowski verteidigen.