Boxen

Knapper Punktsieg für Vincent Feigenbutz

Vincent Feigenbutz in Aktion. (Fotograf: Holger Plautz)

Vincent Feigenbutz  darf sich auch weiterhin Interims-Champion im Supermittelgewicht der WBA nennen. Am 17. Oktober verteidigte er seinen Titel in seiner Heimatstadt Karlsruhe gegen den Italiener Giovanni De Carolis. Das Urteil der Punktrichter sorgte jedoch für Stirnrunzeln.

Schon in der ersten Runde wurde Feigenbutz von einer harten Rechten getroffen und zu Boden geschickt. Der Ringrichter zählte ihn an, er kam jedoch sofort wieder auf die Beine. De Carolis suchte daraufhin weiter den Vorwärtsgang und deckte den Deutschen mit Schlägen ein.

Der Italiener trat auch in der zweiten Runde als der aktivere Mann auf und konnte einige Treffer landen, während Feigenbutz kaum zum Zug kam. Erst in der dritten Runde drehte Feigenbutz etwas auf, De Carolis brachte jedoch weiterhin gute Schläge ins Ziel.

Im vierten Durchgang konnten beide Kämpfer punkten. Beide konnten in teils wilden Schlagabtäuschen Schläge anbringen. Feigenbutz legte in der fünften Runde wieder den Vorwärtsgang ein und versuchte seinen Gegner mit Haken zu treffen. De Carolis duckte sich immer wieder ab, musste aber trotzdem die eine oder andere Faust fressen.

Auch im weiteren Kampfverlauf legte De Carolis die meiste Zeit den Vorwärtsgang ein und deckte Feigenbutz mit Schlägen ein. Der versuchte zu kontern, schlug dabei aber viele Luftlöcher. Feigenbutz konnte in den letzten Runden noch etwas Druck aufbauen und gute Treffer landen, wurde von einem stets nach vorne marschierenden Römer aber immer wieder mit Schlägen belagert.

Nach zwölf Runden waren die Punktrichter gefragt. Diese werteten den Kampf mit 115:113, 114:113 und 115:113 einstimmig für Vincent Feigenbutz, der sich somit weiterhin Interims-Champion der WBA nennen darf. De Carolis schüttelte sichtlich unzufrieden den Kopf bei dieser Entscheidung.

„Ich war letzte Woche noch krank, hatte eine Grippe. Aber ich hab' ihm tausend Jabs in die Fresse geballert, daher habe ich klar gewonnen“, erklärte Feigenbutz im abschließenden Interview. „Für mich hat der Typ klar verloren, wenn ich gesund bin, mache ich ihn richtig platt.“

De Carolis konterte anschließend auf der Pressekonferenz: „Gestern wolltest du mich K.o. schlagen und heute bist du auf einmal krank?“

 

Eine spektakuläre Schlacht lieferten sich auch Arman Torosyan und Nuhu Lawal. Beide Boxer schenkten sich nichts, dabei sahen die Zuschauer Schlagabtäusche bis zum letzten Gong. Letztendlich setzte sich der Nürnberger Nuhu Lawal klar nach Punkten durch und krönte sich damit zum GBU-Weltmeister im Mittelgewicht.

Auch Aniya Seki konnte im Doppel-WM-Kampf eine gute Leistung abrufen. Gegen Caroline Schröder ging es um die Bantamgewichtstitel nach Version der GBU sowie IBF. Seki gewann einstimmig nach Punkten.

Ein perfektes Sauerland-Debüt bestritt das junge Talent Agit Kabayel. Der 23-Jährige machte gegen seinen Kontrahenten Maksym Pedyura eine gute Figur und gewann dominant durch T.K.o in Runde zwei.

Die Ergebnisse des Boxabends im Überblick:

Feigenbutz vs. De Carolis
17. Oktober 2015
DM-Arena in Karlsruhe

GBU-Weltmeisterschaft und WBA-Interims-Weltmeisterschaft im Supermittelgewicht
Vincent Feigenbutz bes. Giovanni De Carolis einstimmig nach Punkten

GBU-Weltmeisterschaft im Mittelgewicht
Nuhu Lawal bes. Arman Torosyan einstimmig nach Punkten

GBU- und IBF-Weltmeisterschaft der Frauen im Bantamgewicht
Aniya Seki bes. Caroline Schröder einstimmig nach Punkten

Kubrat Pulev bes. George Arias einstimmig nach Punkten
Richard Commey bes. Kakhaber Avetisian via T.K.o. in Rd. 5
Leon Bauer bes. Aleksandar Jankovic via T.K.o in Rd. 3
Agit Kabayel bes. Maksym Pedyura via K.o. in Rd. 2
Enrico Koelling bes. Karel Horesjsek einstimmig nach Punkten
Burak Sahin bes. Ivica Perkovic einstimmig nach Punkten