Boxen

Jürgen Brähmer kämpft vor eigenem Publikum

Kann Brähmer am 7. Juni wieder so jubeln? (Foto: Dorian Szücz/Groundandpound.de)

Jürgen Brähmer wird nach seinem siegreichen Auftritt am 5. April in der Rostocker Stadthalle schnell wieder das Training aufnehmen, um am 7. Juni in seiner Heimatstadt Schwerin in der Sport- und Kongresshalle seinen WBA-Titel im Halbschwergewicht zu verteidigen. Ein Gegner hierfür steht noch nicht fest.

Jürgen Brähmer kann von einer bewegten Karriere sprechen. Das „Jahrhunderttalent“, so wurde er früher betitelt, hat in seinem Leben viele Fehler begangen, hatte später Pech mit seinem Promoter und blüht zum Herbst seiner Karriere nochmal richtig auf.

Nach seinen ganzen Querelen und der Pleite seines Promoters Universum haben wenige an eine erfolgreiche Rückkehr des 35-Jährigen geglaubt, doch Sauerland Promotion gab dem ehemaligen Weltmeister eine neue Heimat und, noch viel wichtiger, Brähmer trainierte wieder mit seinem Jugendtrainer Karsten Röwer zusammen. Seitdem geht es nur noch aufwärts. Nachdem sich Brähmer erst den EBU-Titel mit einem knappen Sieg gegen den Stallkollegen Eduard Gutknecht sichern konnte, schaffte er es im Dezember letzten Jahres, den WM-Titel der WBA zu erringen. Mit einem Punktsieg gegen Marcus Oliveira machte er seinen Traum vom erneuten Titelgewinn perfekt.

Sein letzter Kampf mit Enzo Maccarinelli verlief eindeutig zu Gunsten von Brähmer, dabei war er es, der den ersten Cut über dem Auge einstecken musste, aber nach einer guten Kombination ein zugeschwollenes Auge beim Briten hinterließ. Dieser kämpfte mit einem Löwenherz weiter und wollte trotz eines verschlossenden Auges nicht aufgeben, bis sein Trainer ihm dies zwischen der fünften und sechsten Runde abnahm.

Schon nach diesem Sieg sagte Brähmer, dass er schnell wieder in den Ring möchte und diesem Wunsch erfüllt ihm Sauerland. Der Schweriner freut sich auf seinen Kampf vor heimischen Publikum und äußerte sich in einem Statement wie folgt: „Es ist immer angenehm, zu Hause boxen zu können. Das ist auch ein Dankeschön für meine treuen Fans, die mich bisher immer lautstark unterstützt haben.“

Ein wenig mehr Zeit für die Regeneration brauchen die beiden Cruisergewichtsweltmeister Marco Huck und Yoan Pablo Hernandez. Während Huck noch an seinem gebrochenen Daumen laboriert, hat es den Deutsch-Kubaner mit einer Mageninfektion erwischt. Beide sollen nach der Sommerpause wieder in den Ring steigen.

Auch hierzu gab es von den Verantwortlichen ein Statement. „Beiden geht es besser, aber wir wollen im Sinne der Boxer kein unnötiges Risiko eingehen. Der 7. Juni als Kampftermin käme für beide zu früh. Die Gesundheit unserer Sportler geht immer vor. Jetzt haben sie ausreichend Zeit, sich auf ihre nächsten Titelverteidigungen vernünftig vorzubereiten“, so Sauerland-Geschäftsführer Christian Meyer.

Dem pflichtet der Trainer der Stars, Uli Wegner, zu: „Wir müssen die Jungs schützen. Beide sind für unseren Boxstall sehr wertvoll. Wir haben noch viel mit ihnen vor. Hernandez und Huck werden noch viele WM-Kämpfe bestreiten.“