Boxen

Hoffmann vs. Kretschmann fällt ins Wasser

Alle Fotos: Dorian Szücs

Open-Air Events sind so eine Sache. Einerseits bieten sie ein tolles Ambiente, andererseits ist man als Veranstalter, Sportler und Zuschauer aber auch immer auf den guten Willen des Wettergottes angewiesen. Der hatte am Freitagabend in Halle über weite Strecken gute Laune, überlegte es sich pünktlich zum Hauptkampf zwischen Timo Hoffmann und Steffen Kretschmann aber noch einmal anders. Das Duell wurde in Runde sechs wegen starken Regens abgebrochen.

Timo Hoffmann vs. Steffen Kretschmann
Bei diesem Duell stand der obskure WBCA-Weltmeistertitel auf dem Spiel. Unnötig zu sagen, dass der eher untergeordnete Bedeutung hatte. Kretschmann begann schneller und variabler als Hoffmann, ließ sich aber schon nach wenigen Runden überrumpeln und nahm immer wieder lange Hände. Zwar schien er immer mal wieder einen zweiten Frühling zu bekommen, stand aber in Runde fünf auch kurz davor, finalisiert zu werden. Nach Punkten lag er sicher hinten – das spielte aber auch keine Rolle, denn in Runde sechs begann es stark zu regnen und der Kampf wurde abgebrochen und zum No-Contest erklärt.

Erkan Teper vs. Gbenga Oloukun
Oloukun war mehr oder weniger kurzfristig eingesprungen, da Tepers ursprünglicher Gegner, Konstantin Airich, wegen Dopings gesperrt wurde. Oloukun zeigte starke Nehmerfähigkeiten, machte zu Beginn aber zu wenig. Mit der Zeit landete jedoch auch er gute Treffer, unter anderem einen starken Aufwärtshaken in Runde sechs, der Teper ordentlich durchschüttelte. Nach Punkten musste er dennoch hinten liegen, vor allem da ihm in Runde vier ein Punkt für Nachschlagen nach dem Break-Signal abgezogen wurde. Das Punktgericht entschied nach acht teils sehr knappen Runden einstimmig für Erkan Teper.

Gbenga Oloukun (l.) und Erkan Teper

Roman Belaev vs. Semjons Moroseks
Der ungeschlagene Belaev ist das vermutlich größte boxerische Talent, dass der Raum Halle im Moment zu bieten hat. Mit Semjons Moroseks aus Lettland hatte er den bislang stärksten Gegner seiner Karriere vor sich – und löste die Aufgabe souverän. Während Moroseks die Schläge zu Beginn noch lächelnd nahm und Nachschlag forderte, bekam ihn Belaev im Lauf der Runden klein und landete immer wieder harte rechte Körperhaken, gefolgt von geraden Händen zum Kopf. Ab Runde sechs klingelte er den Letten immer wieder an, schickte ihn in Runde sieben schließlich dreimal zu Boden, womit der Kampf beendet war.

Steffen Sparborth vs. Jens Kluge
Der Kampf war schnell vorüber. Sparboth, ein ungeschlagenes Talent aus Berlin, hatte wenig Mühe seinen Gegner auszuboxen, schon in Runde eins zwang er Kluge zweimal mit Körpertreffern in die Knie. In Runde zwei versuchte Kluge noch einmal, selbst Treffer zu setzen, nahm aber eine Kombination zu Körper und Kopf und ging erneut in die Knie. Nach 40 Sekunden warf Trainer Matthias Eichler richtigerweise das Handtuch.

Marco Bilsing vs. Marco Heinichen
Heinichen stieg hier an seinem Geburtstag in den Ring. Anfangs sah er die Schläge Billsings noch recht gut, konnte viele davon meiden und ab und an Konter landen. Im Verlauf der Runden hatte er aber immer mehr Probleme mit der größeren Reichweite des Kötheners, so dass Bilsing nach vier Runden mit dreimal 40:36 Punkten einstimmig zum Sieger gekürt wurde.

Ünsal Arik vs. Gyorgy Marosi
Ünsal Arik eröffente den Abend in Halle mit einem dominanten Aufbausieg gegen den überforderten, aber couragierten Gyorgy Marosi. Der musste schon in Runde zwei zum ersten Mal auf die Bretter, Arik wollte nun das Finish. Nach der Glocke zu Runde drei marschierte er vorwärts und deckte Marosi mit Bomben ein, ein Leberhaken schickte ihn schließlich erneut zu Boden. Er wurde nach 25 Sekunden ausgezählt.


Ha-Neu City: Hoffmann vs. Kretschmann
14. September 2012
TABEA-Park in Halle an der Saale, Sachsen-Anhalt

Hauptprogramm
Timo Hoffmann vs. Steffen Kretschmann endete im No-Contest
Erkan Teper bes. Gbenga Oloukun einstimmig nach Punkten

Vorprogramm
Roman Belaev bes. Semjons Moroseks via T.k.o. nach 2:10 in Rd. 7
Steffen Sparborth bes. Jens Kluge via T.k.o. (Handtuch) nach 0:40 in Rd. 2
Marco Bilsing bes. Marco Heinichen einstimmig nach Punkten (40:36, 40:36, 40:36)
Ünsal Arik bes. Gyorgy Marosi via K.o. (Leberhaken) nach 0:25 in Rd. 3