Boxen

Hernandez will den „echten“ Titel

Yoan Pablo Hernandez. Foto by Tim Leidecker/GroundandPound.

Yoan Pablo Hernandez (24-1-0, 13 KO) ist vermutlich noch gar nicht dazu gekommen, in seiner Wohnung einen Platz für den neuen World Boxing Association-Interimsgürtel zu finden, da steht schon die nächste Herausforderung ins Haus. Am 25. Juni geht es gegen den regulären Weltmeister Guillermo Jones.

Am 12. Februar sicherte sich Hernandez in Mühlheim an der Ruhr den Interimstitel nach einem KO-Sieg über Steve Herelius. Im Interview mit GroundandPound verriet er kurze Zeit später: „Den WBA-Interimstitel sehe ich als Etappenziel, als Zwischenstation. Natürlich möchte ich jetzt auch den ‚echten‘ Gürtel gewinnen!" (Nachzulesen in der aktuellen Ausgabe des GroundandPound Journals, Anm. d. Red.) Die Chance dazu wird er am 25. Juni bekommen, wie Sauerland Event nun verkündete. Dann soll Hernandez nämlich, auf Anordnung der WBA, auf Weltmeister Guillermo Jones treffen. Den kubanischen Sauerland-Boxer freut es, wollte er seinen Titel doch nach eigener Aussage schon länger „nicht mehr mit anderen Personen teilen.“

„Deshalb freue ich mich auf den Kampf gegen Guillermo Jones", so Hernandez. "Natürlich ist er ein ganz starker Gegner, sonst hätte er den Titel nicht gewonnen. Er ist ein Kämpfertyp, der körperlich sehr robust ist. Er hat so bekannte Boxer wie Valery Brudov, Firat Arslan und Wayne Braithwaite besiegt.“ Jener Braithwaite hatte Hernandez 2008 seine erste und bislang einzige Profi-Niederlage beigebracht.

Guillermo Jones (37-3-2, 29 KO) hält den Cruisergewichtstitel seit September 2008. Damals besiegte er Firat Arslan in der Hamburger Color Line Arena durch TKO in Runde zehn. Seitdem hat der Panamaer jedoch nur ein einziges Mal geboxt – in über zweieinhalb Jahren. Nach beinahe zweijähriger Inaktivität zwang der Weltverband ihn im August letzten Jahres zu einer Titelverteidigung gegen den Russen Valeri Brudow, den er vor heimischer Kulisse ebenfalls durch TKO besiegte. Jones‘ einzige Niederlage in den letzten zehn Jahren kam gegen den derzeitigen IBF Cruisergewichtsweltmeister Steve „USS“ Cunningham. Nach mittlerweile 42 Profi-Kämpfen ist er der weitaus erfahrenere Boxer, mit 38 Jahren aber auch der deutlich ältere.

Wo der Kampf stattfinden wird, ist bislang noch unklar. Sollten sich die Promoter beider Boxer nicht einigen können, wird es zu einem sogenannten „Purse-Bid“ kommen, das heißt: das Heimrecht wird an den Höchstbietenden versteigert.

Robert Helenius. Foto by Sabine Ziran/GroundandPound.

Den Co-Hauptkampf des Abends bestreitet die große Schwergewichtshoffnung Robert Helenius (15-0-0, 10 KO), der erst vor knapp drei Wochen den Ex-Weltmeister Samuel Peter spektakulär in der neunten Runde ausknocken konnte. Damit sicherte er sich zusätzlich zu seiner World Boxing Organization- auch die WBA-Intercontinental Meisterschaft. In der WBO-Weltrangliste befindet sich Helenius dadurch inzwischen auf Platz zwei.

Ein Gegner für Helenius steht noch nicht fest, zumindest ein EU-Titelkampf wäre aber der nächste logische Schritt für den ungeschlagenen „Nordic Nightmare“. Auch wenn Wilfried Sauerland mehrfach betont hat, den Finnen eigentlich behutsam aufbauen zu wollen. Den EBU-Schwergewichtstitel hält derzeit Universum-Boxer Alexander Dimitrenko. Laut Sauerland-Sportdirektor Hagen Doering befindet man sich derzeit bereits in Gesprächen mit mehreren „hochkarätigen Leuten“, um einen Gegner für Helenius zu finden.