Boxen

Goldjunge geläutert

Oscar de la Hoya in Entzugsklinik, entschuldigt sich bei Top Rank und Pacquiao. Foto via boxingdispatch.com.

„Golden Boy“ Oscar de la Hoya ist es gewohnt an der Spitze zu stehen. Ob als aktiver Boxer oder als Chef von Golden Boy Promotions, einem der führenden Box-Ställe der Welt - der Goldjunge gehört zu den Besten der Besten. Doch das Leben auf der Überholspur kann schnell in einem Totalschaden enden, wenn man den Tacho nicht im Blick behält. De la Hoya zog nun die Handbremse und begab sich selbst in eine Entzugsklinik.

Ein Raunen ging Ende der vergangenen Woche durch die Boxlandschaft, als bekannt wurde, dass Golden Boy-Chef Oscar de la Hoya sich selbst in ein nicht näher benanntes Entzugsprogramm in Kaliofornien begeben hatte. Wenig später bestätigte der CEO von Golden Boy, Richard Schaefer, die Nachricht. Schon seit dem 07. Mai befinde sich der einstige Weltmeister in der Klinik. Dort versuche er, eine Lösung für seinen Alkohol- und Kokainkonsum zu finden, der bei ihm unter anderem zu Untreue und erheblichen Eheproblemen geführt hatte, berichtete die amerikanische Prominenten-Newsseite TMZ.com.

„Nach einer ehrlichen Selbstreflektion musste ich feststellen, dass ich verschiedene Probleme habe, mit denen ich nicht alleine fertig werde“, erklärte de la Hoya TMZ. „Wie jeder habe auch ich meine Fehler. Und ich möchte keiner der Menschen sein, die nicht in der Lage sind, diese Fehler auch zuzugeben. Während meiner gesamten Karriere habe ich jede Herausforderung angenommen und mit dieser wird das nicht anders sein. Ich bin mir sicher, dass ich mit der Unterstützung meiner Familie und Freunde zu einem gesünderen und stärkeren Menschen werden kann. Ich bitte um Respekt und Privatsphäre, während meine Familie und ich diese schwere Zeit durchstehen.“

Während des Aufenthalts in der Klinik scheint de la Hoya Zeit zu haben, nicht nur die genannten Probleme sondern durchaus auch andere Bereiche seines Lebens zu reflektieren. So erschien nun eine öffentliche Entschuldigung an Bob Arum (Chef von Top Rank Promotions, dem größten Konkurrenten von Golden Boy) und dessen bestes Pferd im Stall, Manny Pacquiao, auf de la Hoyas offiziellen Twitter-Account:

„Lieber Bob, zuerst möchte ich mich in aller Form für den Kummer, den ich dir und deiner Familie zugefügt habe, bei dir Entschuldigen. Ich möchte mich auch bei Manny Pacquiao für alles was ich falsch gemacht habe entschuldigen. Du bist ein großartiger Champion. Ich habe festgestellt, dass, wenn ich meine Fehler akzeptiere, die Menschen um mich herum mir hoffentlich vergeben können. Mit großer Demut bitte ich euch um eine künftige Zusammenarbeit, damit wird den Sport voranbringen, den wir alle so sehr lieben. Es ist den Fans und Kämpfern gegenüber sonst nicht fair. Lasst uns in die Zukunft blicken und gemeinsam die bestmöglichen Kämpfen auf die Beine stellen um der Welt zu beweisen, was wir im Stande sind zu leisten. Danke Bob, dein Freund Oscar.“

Die langwierige Fehde zwischen den beiden Promoter-Schwergewichten Golden Boy und Top Rank war in der Vergangenheit häufig das Zünglein an der Waage vieler potentieller großer Duelle, die aufgrund der Uneinigkeit beider Promoter und deren Unwillen zusammenzuarbeiten, niemals stattgefunden haben. Beide Firmen vereinen rund drei Viertel der besten Boxer der Welt in ihren Ställen und kontrollieren den US-amerikanischen TV-Markt. Doch seit über einem Jahr gibt es praktisch keinerlei Zusammenarbeit der verfeindeten Lager – die Leidtragenden sind Fans und Boxer. Ob de la Hoyas Entschuldigung ein Schritt in die richtige Richtung ist, bleibt jedoch abzwarten.