Allgemein

GnP Awards 2010: Boxer des Jahres International

Der GnP Award 2010 für den besten Boxer international geht an: Manny Pacquiao.

The King of Kings!

"Wie können diese Leute es wagen, mich mit ihren primitiven Fähigkeiten herauszufordern?"
Mike Tyson

Das sagte einst Mike Tyson auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Inzwischen aber sollte eine derartige Aussage fast schon von Manny Pacquiao kommen. Der philippinische Wirbelwind scheint sich nämlich zum besten Boxer aller Zeiten aufzuschwingen. Man könnte beim lesen dieser Zeilen fast vermuten, der Schreiber des Textes übertreibt. Doch weit gefehlt!

Klar, es gibt Legenden wie Rocky Marciano oder Cassius Clay. Es gab Kämpfer wie Floyd Patterson oder Marvin Hagler. Dennoch könnte es dieser 1,69 Meter kleine Faustkämpfer sein, den die Fans dieses Sports später als den Größten aller Zeiten in Erinnerung haben werden. Es scheint nichts und niemanden zu geben, der ihm im Seilquadrat das Wasser reichen kann. Sportlich sucht "Pac-Man" seit Jahren jemanden, der ihn zumindest fordern würde. Gefunden hat ihn der 33-jährige noch nicht.

Und daher verwundert es auch diesmal nicht, das es Pacquiao bei der GroundandPound-Wahl zum "Besten Boxer des Jahres international" mit unglaublicher Leichtigkeit schaffte, die Konkurrenz in den Boden zu stampfen. Seine Wiederwahl war von Beginn an nur Formsache. Genau wie seine Siege im Ring!

Der Ring reicht nicht mehr aus

"In der Politik darf man nicht versuchen, mit dem Kinn eine Faust k.o. zu schlagen."
Olof Joachim Palme

Dabei stand der Anfang des Jahres gar nicht so im Zeichen des Weltmeisters. Der Kampf gegen Floyd Mayweather Jr. wollte einfach nicht zu Stande kommen. Der Einzige, dem die Experten zutrauen, er könne ein Mittel gegen den derzeit besten Pound4Pound Boxer finden. So fiel die Wahl des Matchmaking schließlich auf Joshua Clottey!

Fast 51.000 Fans kamen für dieses Duell ins Stadion der Dallas Cowboys. Auf dem Spiel stand der Weltergewichtstitel der WBO und einige erwarteten sich etwas vom Herausforderer aus Ghana. Noch immer gibt es Experten, die glauben, "Pac-Man" werde irgendwann die Quittung für das rasante Aufsteigen in den Gewichtsklassen bezahlen. Aber nichts da!

Der Champion diktierte von Beginn an das Geschehen im Ring, führte Clottey nach Belieben vor und am Ende stand ein desaströses Punkturteil für den ghanaischen Herausforderer. So wird der 13. März 2010 als erneute Pacquiao-Show in die Annalen eingehen.

Nach der erneuten Lehrstunde für einen hochgelobten Herausforderer, schlug der Box-Weltmeister einen anderen Weg ein. Der Ring im Boxen sollte nicht mehr ausreichen - Pacquiao wollte in die Politik. Schon der schwedische Sozialdemokrat Olof Joachim Palme, der einem Attentat zum Opfer fiel, hatte erschreckende Ähnlichkeiten zwischen dem Kampf der Fäuste und dem Kampf der Worte festgestellt. Und das "Pac-Man" den Zweikampf beherrscht hat er unlängst bewiesen.

Kein Wunder also, dass der Volksheld von seinen Landsleuten mit überragender Mehrheit in den Kongress gewählt wurde. War er 2007 noch bei den Wahlen der Stadt General Santos gescheitert, so votierten diesmal rund 80 Prozent für Ihn. Negative Einflüsse für seine weitere Boxkarriere? Laut seinem Coach, sei dies nicht zu erwarten. "Wenn er kämpft, wird das Parlament eh geschlossen und alle Terroristen legen die Waffen nieder".

Endgültig der Größte

"Es gibt immer einen, der einen anderen schlagen kann. Ist das nicht ein hartes Leben für einen Boxer? Immer zu wissen, da draußen ist jemand, der mich schlagen kann?"

Angelo Dundee

Der nächste "Weltfriedenstag" ließ dann auch nicht so lang auf sich warten. Am 13. November ging es im Cowboys Stadium um den vakanten WBC-Titel im Halbmittelgewicht. Wieder eimal eine Gewichtsklasse nach oben für Manny! Gegner: Der Mexikaner Antonio Margarito. Jener Boxer also, der unter anderem Miguel Cotto den Titel schon einmal entrissen hatte.

Aber wieder einmal war es Pacquiao, der ein wahres Feuerwerk abbrannte. Bereits ab der ersten Runde gab es einen Schlaghagel nach dem anderen, gab es eine schnelle Faust nach der anderen in das Gesicht von Margarito. Kein Wunder, das dies später wie die Kraterlandschaft des Mondes aussah und selbst seine besten Freunde Ihn nicht mehr erkannten.

Mit diesem Kampf erhob sich "Pac-Man" auch zum erfolgreichsten Boxer aller Zeiten. Denn es war bereits die achte Gewichtsklasse in der er Weltmeister werden konnte. Früher hatte die Aussage von Angelo Dundee, einst Trainer des legendären Mohammed Ali, immer Bestand. Es sollte immer jemanden geben, der einen anderen schlagen kann. Aber wer soll Pacquiao schlagen? Den besten Boxer der Gegenwart - wenn nicht aller Zeiten?


Ein verschenktes Jahr?


"Der Ruhm ist mein Antrieb. Geld kommt und geht, aber ein Vermächtnis bleibt für immer. Ich hasse es, zu verlieren."
Shane Mosley

Das hatte einst Shane Mosley gesagt - unbestritten einer der besten Boxer der Welt. Er soll nun der nächste Gegner für den "Boxer des Jahres" werden. Im Mai bekommt er die Gelegenheit, den philippinischen Wirbelwind zu entthronen. Aber wer glaubt wirklich daran? Viel eher ist zu erwarten, das er ausser Geld in diesem Kampf nichts gewinnen kann. Zu überzeugend verlor er gegen Floyd Mayweather Jr. Auch wenn er in der zweiten Runde in dem Duell kurz vor der Sensation war. Danach folgte nur eine große Abreibung.

Und damit kommen wir auch zum einzigen Boxer der eine wirkliche Herausforderung darstellt: Floyd Mayweather. Aber der 33-Jährige scheut bisher den Kampf und führt erst einmal eine Auseinandersetzung mit "Vater Staat". Nach einem tätlichen Übergriff auf einen Wachmann, muss er sich wohl vor Gericht verantworten.

Und damit könnte es ein verschenktes Jahr für Manny werden. Alles andere als dieser Kampf ist quasi sinnlos. Klar, er kann weiter die Gewichtsklassen hoch steigen und gegen körperlich deutlich überlegene Gegner kämpfen (was er jetzt schon tut). Entweder wird es dann irgendwann einmal zu viel oder Manny entthront schließlich Waldimir Klitschko.

Es sollte also keinen verwundern, wenn Manny auch im nächsten Jahr wieder den Titel zum Boxer des Jahres ohne große Konkurrenz gewinnt.

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:

1.       Manny Pacquiao (Philippinen) 67,2%
2.       Wladimir Klitschko (Ukraine) 21,8%
3.       Sergio Martinez (Argentinien) 5,7%
4.       Juan Manuel Marquez (Mexiko) 2,7%
5.       Amir Khan (England) 2,3%
6.       Juan Manuel Lopez (Puerto Rico) 0,3%