Boxen

Essen Fight Night: Sahin verteidigt Titel, Korte mit vorzeitigem Sieg

Glücklich: Asiye Özlem Sahin (Foto: www.olbrich-foto.de)

Asiye Özlem Sahin konnte einen weiteren Sieg verbuchen. Die Deutschtürkin setzte sich am 5. August gegen die Französin Sandy Coget einstimmig nach Punkten durch und verteidigte so ihre Titel nach Version der UBO und WBF. Patrick Korte sicherte im Schwergewicht einen weiteren vorzeitigen Erfolg vor heimischem Publikum in der Rot-Weiss Essen II Bezirkssportanlage. Wir blicken für euch auf die Ergebnisse.

Vor der Open Air-Kulisse in Essen startete Asiye Özlem Sahin motiviert hinter ihrer Doppeldeckung, aus der sie mit ihrer Rechten agierte. Ihre französische Gegnerin agierte mit Jabs, wurde jedoch immer wieder von Sahins Geraden durchgerüttelt. Vereinzelt gab es den einen oder anderen wilden Schlagabtausch der beiden Boxerinnen. Sahin boxte taktisch klug, allerdings war die Schlagfrequenz von Sandy Coget anfangs höher. Mit diesem Tempo hatte die Französin 2015 auch WBF-Weltmeisterin Anne Sophie Da Costa besiegt. Das tangierte die in Trabzon geborene Sahin jedoch nicht, da ihre Doppeldeckung nahezu alle Angriffe von Coget neutralisierte. Die klareren Treffer verbuchte die 40-jährige Sahin, konterte den linken Jab ihrer Kontrahentin mit rechten Schwingern.

Das Ergebnis der Angriffe war ein erfolgreicher Niederschlag in der dritten Runde, nach einer Links-Rechts-Kombination. Coget ging zu Boden, kam jedoch rasch wieder zu sich. Trainer Sebastian Tlatlik rief Sahin immer wieder Instruktionen  zu, die diese zeitnah umsetzte. Die 12 Jahre jüngere Coget blieb eine unangenehme Kontrahentin, sorgte zwischendurch für Gefahr, doch die Deutsche mit türkischen Wurzeln blieb diszipliniert. Ab der siebten Runde wurde mehr geklammert und geclincht, vermehrt von der Französin, um die Deutsche auf Nahdistanz an Treffern zu hindern. Dabei stießen beide Kämpferinnen des Öfteren mit den Köpfen zusammen. Nach zehn Runden waren die Punktrichter gefragt. Diese werteten einstimmig für die heimische Kämpferin, mit 95:94, 96:93 und 98:91 für Sahin.

„Ich habe mich noch nie so gefühlt, wie jetzt. Ich fühle mich einfach sicher“, verriet uns die Titelverteidigerin nach dem Duell. „Ich hatte in meiner Boxkarriere insgesamt fünf Trainer. Alle haben ihre Stärken und Schwächen, was auch normal ist, aber zu meinem aktuellen Trainer, Sebastian Tlatlik, habe ich ein starkes Vertrauen entwickelt und freue mich auf unsere gemeinsame Zusammenarbeit in der Zukunft. Sebastian ist als Trainer und Mensch eine großartige Person und eine Stütze für mich und hat bei mir boxerisch sowie mental für positive Veränderungen gesorgt. Ich danke dir, Trainer! Ich bin mir sicher, dass wir noch viel erreichen werden. Ich danke auch meinem gesamten Team und meiner Managerin, die so viel Geduld mitbringt. Ohne euch wäre ich mit Sicherheit nicht so weit gekommen!“

Schwergewichtler Patrick Korte behielt seine reine weiße Weste. Vor heimischem Publikum, konnte der ungeschlagene Essener einen weiteren Erfolg feiern. Dabei konnte der 33-Jährige den Georgier Davit Gorgiladze in Runde drei via technischen Knock-out in die Knie zwingen.

Der Boxer der First Punch Promotion, Ali Kiydin, der ebenfalls in der Königsklasse heimisch ist, machte mit Muhammed Ali Durmaz, der immerhin schon gegen Marco Huck und Alexander Povetkin im Ring stand, kurzen Prozess. In der ersten Minute schickte der Frankfurter seinen Kontrahenten zweimal mit harten Schlägen zum Körper und Kopf zu Boden. Beim dritten Niederschlag beendete der GBA-Ringrichter Thomas Hackenberg das ungleichmäßige Duell.

Der Deutsch-Afghane Shokran Parwani erkämpfte sich den WBF-International-Titel im Cruisergewicht. Gegen Frank Blümle boxte der Hamburger Parwani allerdings anfangs noch etwas verhalten. In Runde fünf traf der in Kabul geborene Parwani mit einem satten Leberhaken, von dem sich Blümle nicht mehr erholte.

Gegen Sandro Luetke hatte Sergej Vib keinerlei Probleme. Im Kampf um die Deutsche Meisterschaft war es Vib, der seinen Kontrahenten in der siebten Runde kampfunfähig schlug und so den Titel sowie einen vorzeitigen Sieg einfahren konnte.

Susan Kolukisa stieg erstmals als Profi in den Ring und brauchte eine Runde, um in den Kampf zu finden. In der ersten Runde ging sie einmal zu Boden, nach einer Kombination von Maike Sieberger. Ringrichter Michael Erdinc wertete es als Ausrutscher. In der zweiten Runden drehte Kolukisa dann allerdings auf und hatte die anfänglichen Nerven offenbar überwunden. Sie sorgte mit Schlagsalven aus der Nahdistanz für harte Treffer, die Sieberger durchrüttelten. Diese blieb trotzdem brandgefährlich und traf besonders aus der Distanz mit langen Händen. In der letzten Runde startete Kolukisa furios, marschierte mit Links-Rechts-Kombinationen nach vorne, wollte offenbar die vorzeitige Entscheidung herbeiführen. Sieberger hielt tapfer dagegen. Beide Boxerinnen überzeugten mit einen großen Kämpferherz. Ein enges Duell, das unentschieden endete.

Anbei die Ergebnisse in der Übersicht: 

Essen Fight Night
5. August 2017
Bezirkssportanlage, Essen

UBO und WBF-International-Titel im Minimumgewicht
Asiye Özlem Sahin (c) bes. Sandy Coget einstmmig nach Punkten (95:94, 96:93, 98:91)

WBF-International-Titel im Cruisergewicht
Shokran Parwani bes. Frank Bluemle via K.o. in Rd. 5

(vakante) Deutsche-Internationale Meisterschaft im Leichtgewicht
Sergej Vib bes. Sandro Luetke Bordewick via T.K.o in Rd. 7

Patrick Korte bes. Davit Gorgiladze via T.K.o in Rd. 3
Ali Kiydin bes. Emre Altintas via T.K.o in Rd. 1
Hasan Kurnaz bes. Rojhat Bilgetekin via T.K.o in Rd. 3
Susan Kolukisa vs. Maike Sieberger endete unentschieden

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