Boxen

Dopingvorwürfe gegen Erkan Teper

Wie der bayerische Rundfunk berichtet, ermittelt die bayerische Staatsanwaltschaft gegen den deutschen Boxer Erkan Teper. Der Schwergewichtler soll bei einem Kampf 2014 in München und bei seinem letzten Kampf gegen den Briten David Price (GNP1.de berichtete) gedopt haben. Alle Parteien hüllen sich in Schweigen.

Die zuständige Staatsanwaltschaft in München bestätigte Berichte, wonach die Behörde schon im April 2015 im Hotel der Sportschule Vitalis in Neukirchen beim Heiligen Blut im Bayerischen Wald beim 33-jährigen Ahlener große Mengen an illegalen Substanzen gefunden hat. Gegen einen ehemaligen Funktionär der Sportschule wurde schon 2013 ermittelt. Das Verfahren von damals ist allerdings abgeschlossen und habe nichts mit den aktuellen Ermittlungen zu tun. Seitdem müssen die Sportler in diesem Hotel eine „Anti-Doping-Klausel“ unterschreiben, wonach sie sich verpflichten, keine unerlaubten Substanzen einzunehmen. Da für seinen Kampf gegen Price nicht die Nationale Anti Doping Agentur zuständig war, sondern der Bund Deutscher Berufsboxer, wurde Teper nicht gesperrt. Der BDB gibt wegen des schwebenden Verfahrens keine Stellungnahme ab.

„Bei der Staatsanwaltschaft München I sind derzeit zwei Ermittlungsverfahren gegen Herrn Teper wegen des Verdachts des unerlaubten Besitzes von Arzneimitteln in nicht geringer Menge zu Dopingzwecken im Sport anhängig“, teilte ein Sprecher der Behörde mit. „Die Verfahren gehen auf zwei Mitteilungen der NADA über das Ergebnis von Dopingkontrollen beim Beschuldigten zurück, die hier Anfang Juli 2014 bzw. Mitte August 2015 eingegangen sind“, so die Behörde weiter.

Teper hätte eigentlich am 19. Dezember seinen EM-Titel gegen Robert Helenius in Helsinki verteidigen sollen. Diesen Kampf musste er wegen einer Verletzung absagen und legte den EBU-Titel freiwillig ab. Die Absage soll nicht im Kontext zu den Ermittlungen stehen. Falls Teper verurteilt wird, drohen ihm eine Freiheitstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.