Boxen

Dicke Luft

Jürgen Brähmer (Foto) ist zurück, Ulli Wegner zetert auf Pressekonferenz. (Fotos: Dorian Szücs/Groundandpound)

Jürgen Brähmers Comeback ist geglückt. Am Samstagabend besiegte er in der Berliner Max-Schmeling-Halle EBU Europameister Eduard Gutknecht nach Punkten und sicherte sich so neben dem EM-Gürtel auch die Position als Pflichtherausforderer auf den WBO Weltmeistertitel. Doch einer freute sich darüber ganz und gar nicht: Gutknechts Trainer Ulli Wegner.

Dabei begann der Abend für Kult-Coach Wegner doch so gut: Nach Siegen seiner Schützlinge Dominik Britsch und Robert Woge, erhielt er obendrein zum zehnten Mal in Folge die Auszeichnung zum Trainer des Jahres. Im Hauptkampf musste sich sein Schützling Eduard Gutknecht jedoch Herausforderer Jürgen Brähmer mit 114:113, 116:111 und 117:110 nach Punkten geschlagen geben. Ein Urteil, mit dem der Erfolgstrainer alles andere als zufrieden war:

„Das war ein knappes Ding“, so Wegner auf der anschließenden Abschlusspressekonferenz. „Über das Urteil will ich hier jetzt gar nicht diskutieren“ - tat es anschließend aber dennoch.

„Das haben die schon clever gemacht“, so Wegner in verschwörerischem Tonfall weiter. „Ich meine, das sind zwei Jungs aus einem Stall. [...] Ich bin schon so lange dabei, ich weiß doch wie das läuft!"

Auf Nachfrage anwesender Journalisten, was genau er damit sagen wolle, entgegnete Wegner, dass ihm klar gewesen sei, dass sein Schützling einen K.o. benötige, dass er „hundertprozentig nicht nach Punkten gewinnen“ könne. „Wenn man das so deutlich macht, wird es offensichtlich“, so Wegner. „Es muss doch fair bleiben.“

Ulli Wegner ist sauer.

Wollte Wegner damit sagen, das Ergebnis des Kampfes stand bereits im Vorfeld fest?

Promoter Kalle Sauerland wiegelte ab: „Was hätten wir denn davon, wenn Eduard verliert?“ Und weiter: „Es hätte enorm viele Vorteile für uns gehabt, wenn Eduard gewonnen hätte, ebenso wie es nun enorm viele Vorteile hat, dass Jürgen gewonnen hat.“

Im Gespräch mit Groundandpound-TV fügte Sauerland hinzu: „Ich glaube, Ulli weiß selbst nicht, was er damit gemeint hat.“

Das komplette Video-Interview mit Kalle Sauerland:

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Was bleibt, ist ein Kampf, der laut Sauerland zwar „nicht schön, aber ungemein spannend“ war – und ein anstehender WM-Titelkampf für Sauerland-Neuzugang Brähmer. Den Titel hält momentan der Brite Nathan Cleverly, an den Brähmer den Gürtel 2011 am grünen Tisch abgeben musste. Der muss das Gold am 16. März gegen SES-Boxer Robin Krasniqi verteidigen. Brähmer trifft auf den Sieger.

Und Gutknecht? Der will auf  jeden Fall weiterboxen, sich den Gürtel zurückholen, wie er Groundandpound-TV im Interview verriet. „Das war eine beherzte Leistung“, so Sauerland-Geschäftsführer Chris Meyer über den Ex-Europameister. Ein Rückkampf gegen Brähmer sei zwar vorerst nicht geplant. Dafür ein „neuer Anlauf“ für Gutknecht.

Man darf also gespannt sein.

Das komplette Video-Interview mit Eduard Gutknecht:

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