Boxen

Deontay Wilder: Zu schweres Kostüm Schuld an der Niederlage

Deontay Wilder (Foto: Ryan Hafes/Premier Boxing Champions)

Zwei Tage nach seiner klaren Niederlage gegen Tyson Fury in Las Vegas hat sich Deontay Wilder zu Wort gemeldet. Der Amerikaner hat fest vor, seine Rückkampf-Klausel für einen dritten Kampf gegen Fury ziehen. Damit nicht genug, er kündigte auch Änderungen an.

„Wir werden die Klausel auf jeden Fall ziehen“, sagte Wilder am Montag gegenüber ESPN. „Wir freuen uns schon darauf. Ich bin ein Krieger und ein echter Champion und so kämpfe ich auch jedes Mal. Wir werden es auf jeden Fall tun, absolut sicher. Im Sommer.“

Nachdem die Schwergewichte Wilder und Fury in ihrem ersten Kampf im Dezember 2018 ein unentschieden erkämpften, kam es am vergangenen Wochenende zum Rückkampf. Bereits im Vorfeld sickerte durch, dass beide Kämpfer unabhängig vom Ausgang des zweiten Duells eine Klausel für ein drittes Duell ziehen könnten. Wilder will das nun tun.

Der Amerikaner musste in der Nacht zum Sonntag seine erste Niederlage einstecken und wurde von Tyson Fury vorgeführt, zwei Mal zu Boden geschlagen und schließlich in der siebten Runde gestoppt, als seine Betreuer das Handtuch warfen. Einen Schuldigen für die Niederlage hat er bereits ausgemacht, den Kostüm-Designer.

„Ich übernehme die volle Verantwortung, aber es sind ein paar Sachen im Vorfeld und den letzten Minuten vor dem Kampf schiefgegangen“, so Wilder weiter. „Ich habe einen hohen Preis bezahlt, weil meine Beine wegen meines Kostüms so waren, wie sie waren. Die Uniform war zu schwer. Über 20 Kilo. Ich hatte sie schon 10 bis 15 Minuten vor dem Einlauf an und dann noch den Helm aufgesetzt. Das war Zusatzgewicht, der Weg zum Ring, die Treppe hoch. Es war wie ein Workout für meine Beine. Als ich die Uniform abgenommen habe, wusste ich genau, dass alles anders sein wird.“

Wilder kam in einem komplett schwarzen Kostüm zum Ring, um damit dem Black History Month in den USA seinen Tribut zu zollen. Im Gegensatz dazu ließ sich Tyson Fury auf einem Thron sitzend in Richtung Ring tragen, nur mit einer Robe und einer Krone auf dem Kopf. Wilder legte den Weg von der Kabine zum Ring zu Fuß zurück.

„Ich habe die Designer machen lassen, es war ihre Idee. Ab der dritten Runde waren meine Beine durch, sie waren fertig. Ich musste früh in den Überlebensmodus schalten. Aber ich verlasse das Schlachtfeld auf dem Schild. Ich bin ein Kämpfer, ein Krieger.“

Kritik bekam auch Wilders Ecke ab. Der Boxer kritisierte den Handtuchwurf seines Betreuers Mark Breland und trennte sich bereits von ihm. Nicht nur Wilder, der sich noch im Kampf sah, auch Co-Trainer Jay Deas war der Ansicht, dass man das Handtuch nicht hätte werfen sollen. „Ich war gedanklich noch voll da. Ich musste mich auf die Seile lehnen, weil ich meine Beine stützen musste, es hat wirklich geschmerzt“, so Wilder.

Zwar gratulierte Wilder seinem Gegner zu einer starken Leistung und betonte, nicht verbittert zu sein, ganz ohne Kritik ging es dann allerdings doch nicht.

„Ich verstehe den Ringrichter nicht. Er kam vor dem Kampf in die Kabine und meinte, er wird mir Punkte abziehen oder mich disqualifizieren, wenn ich nach dem Break schlage oder Nackenschläge anbringe. Aber das schien nur für mich zu gelten, mein Gegner hat es die ganze Zeit gemacht. Ich habe blaue Flecken von meinem Hinterkopf bis runter zu meinem Nacken. Er hat mich auch mit Ellenbogen geschlagen. Der Ringrichter hat einen Punkt abgezogen, aber da war es schon zu spät und Fury egal. Ich weiß nicht, was da beim Ringrichter falsch lief, da fehlen mir die Worte. Ich dachte, er ist dafür da, um uns zu schützen.“