Boxen

Canelo: Kampf gegen Masvidal wirtschaftlich attraktiv, aber keine Herausforderung

Saul Alvarez (Foto: https://www.flickr.com/photos/presidenciamx/8693901511, Creative Commons, bearbeitet)

Sie springen wieder wie Pilze aus dem Boden: Herausforderungen von MMA-Kämpfern an Boxer. Junior dos Santos und Stipe Miocic wollen einen Kampf gegen Tyson Fury, TJ Dillashaw will gegen Mayweather boxen und sogar Quinton „Rampage“ Jackson will noch einen Box-Kampf machen. Auch Jorge Masvidal macht da keine Ausnahme und brachte ein Duell gegen Saul Alvarez ins Gespräch. Der Box-Weltmeister zeigt sich jedoch desinteressiert.

„Bei allem Respekt, aber ich habe nichts in einem MMA-Käfig zu suchen“, sagte Alvarez in einem Interview. „Meiner Meinung nach gilt das auch für MMA-Kämpfer in einem Box-Ring. Es gibt da nichts für sie zu holen. Wenn wir wirtschaftlich darauf schauen, mag es attraktiv sein, aber es ist für keine Herausforderung für mich und damit auch keine Priorität.“

Masvidal und Alvarez kämpften beide am 2. November. Masvidal besiegte dabei Nate Diaz und erkämpfte sich den „BMF“-Titel der UFC, wenig später sicherte sich Saul „Canelo“ Alvarez gegen Sergey Kovalev den Weltmeistertitel im Halbschwergewicht, seiner vierten Gewichtsklasse. Der Mexikaner gilt als einer der gewichtsklassenübergreifend besten Boxer und derzeit größter Star im Sport.

Ein Kampf gegen einen MMA-Kämpfer, wie es bereits Floyd Mayweather gegen Conor McGregor vorgemacht hatte, kommt für ihn jedoch nicht in Frage. Der 29-Jährige unterschrieb im vergangenen Jahr bei DAZN einen Vertrag über elf Kämpfe und 365 Millionen US-Dollar. Solche Summen wecken natürlich Begehrlichkeiten bei den chronisch unterbezahlten UFC-Stars.

„Es geht ums Geld“, so Alvarez auf die Frage, warum MMA-Kämpfer wieder in hoher Zahl mit Box-Kämpfen liebäugeln würden. „Es gibt keinen anderen Grund als Geld und Geschäft. Das ist die Realität. Welchen anderen Grund könnte es geben? Wenn ihnen Boxen so viel Spaß machen würde, hätten sie doch schon in jungen Jahren damit begonnen.“

In der Vergangenheit kam es vereinzelt zu Wechseln zwischen Boxern und MMA-Kämpfern. Schon 2010 unterschrieb der einstige Box-Weltmeister James Toney bei der UFC und wurde von Randy Couture in der ersten Runde zur Aufgabe gebracht. 2017 kam es zum bisher größten Cross-Sport-Kampf, als Conor McGregor vor den Augen von Millionen PPV-Käufern zehn Runden lang gegen Floyd Mayweather boxte und dann technisch K.o. ging. Vor wenigen Wochen standen sich bei Bare Knuckle FC der MMA-Veteran Artem Lobov und der frühere Box-Weltmeister Pauli Malignaggi gegenüber, Lobov gewann umstritten nach Punkten.

„Bei allem Respekt den Kämpfern gegenüber, ich habe großen Respekt davor, was MMA-Kämpfer in ihrem Sport leisten“, schloss Alvarez ab. „Es sind starke Kämpfer, aber Boxen ist eine ganz andere Sache.“