Boxen

Box-Legende Pernell Whitaker verstirbt nach Autounfall

Pernell Whitaker

Pernell Whitaker ist tot. Der frühere Box-Weltmeister und Olympiasieger der Sommerspiele 1984 wurde am Sonntag in Virginia Beach von einem Auto erfasst und verstarb noch an der Unfallstelle. Er wurde 55 Jahre alt.

Pernell Whitaker ist tot. Der Weltmeister in vier Gewichtsklassen wurde am Sonntagabend gegen 22 Uhr Ortszeit in Virginia Beach im US-Bundesstaat Virginia beim Überqueren einer Straße von einem Auto erfasst und verstarb noch an Ort und Stelle im Alter von 55 Jahren. Der Rechtsausleger gehörte zeitlebens zu den besten Konter-Boxern der Welt und bestach durch eine kaum durchdringliche Defensive und Beweglichkeit im Ring.

Whitaker holte als Amateur Silber bei der Box-Weltmeisterschaft in München im Jahr 1982, gewann im Jahr darauf die Pan-Amerikanischen Spiele und holte 1984 Gold bei den Olympischen Sommerspielen in Los Angeles. Auch als Profi gehörte er zu den dominantesten Boxern der 80er und 90er Jahre und hielt zwischen 1989 und 1997 Weltmeistertitel in den Gewichtsklassen Leicht-, Super-Leicht-, Welter- und Super-Weltergewicht. Das Ring-Magazine führte ihn von 1993 bis 1997 ununterbrochen als besten Boxer ihrer „Pound for Pound“-Rangliste.

Whitaker gewann seinen ersten WM-Titel 1989 im Leichtgewicht gegen Greg Haugen. Im gleichen Jahr holte er sich gegen José Luis Ramirez auch den WBC-Gürtel der Gewichtsklasse, ein Jahr später mit einem Erstrunden-Knockout gegen Juan Nazario auch den WBA-Titel, womit er zum ersten unangefochtenen Leichtgewichts-Weltmeister seit Roberto Duran wurde. Drei Mal verteidigte er in der Folge alle drei Titel, bevor er in die nächste Gewichtsklasse wechselte.

In den 90ern dominierte Whitaker dann nach einem Zwischenschritt als IBF-Weltmeister im Super-Leichtgewicht auch das Weltergewicht und wurde 1993 gegen James McGirt Weltmeister. Die erste Titelverteidigung folgte gegen Julio Cesar Chavez, der damals bei einer Bilanz von 87 Siegen in 87 Kämpfen stand. Das Duell im September 1993, genannt „The Fight“, endete kontrovers unentschieden. Die amerikanische Zeitschrift Sports Illustrated setzte Whitaker anschließend mit der Überschrift „Robbed“ auf ihr Cover, da der Großteil der Experten den Amerikaner vorne gesehen hatte.

Zu einem Rückkampf kam es nicht, stattdessen verteidigte Whitaker seinen WBC-Gürtel in der Folge acht Mal und sicherte sich zwischendurch auch noch den Gürtel im Super-Weltergewicht. Erst 1997 verlor er den Titel an Oscar de la Hoya, ebenfalls in einem umstrittenen Urteil. Damit begann sein Stern zu sinken. Ein Kampf gegen Andrey Pestryaev wurde zum No Contest entwertet, nachdem Whitaker positiv auf Kokain getestet wurde. Ein weiterer Versuch, Weltmeister zu werden, endete in einer Niederlage gegen Felix Trinidad.

2001 ging er gegen Carlos Bojorquez zum ersten und einzigen Mal in seiner Karriere technisch K.o., als er sich das Schlüsselbein brach. Whitaker verkündete nach dem Kampf seinen Rücktritt vom Box-Sport und wurde Trainer, unter anderem von Zab Judah. 2002 setzte ihn das Ring-Magazine auf Platz 10 der besten Boxer der letzten 80 Jahre, 2006 wurde „Sweet Pea“ im ersten möglichen Jahr in die International Boxing Hall Of Fame aufgenommen.