Boxen

Box-Legende Muhammad Ali verstorben

Muhammad Ali hier gegen Ernie Terrell (Foto: nostri-imago/Flickr/flickr.com/photos/nostri-imago/4438857719)

Muhammad Ali ist tot. Wie die Familie des Boxers bekannt gab, hörte das Herz des legendären Boxers in der vergangenen Nacht auf, zu schlagen. Der 74-Jährige war gestern mit Atembeschwerden in ein Krankenhaus in Scottsdale, Arizona eingeliefert worden. Über die Todesursache des seit Jahren an Parkinson leidenden Sportlers gibt es noch keinen Aufschluss.

Muhammad Ali wurde am 17. Januar 1942 als Cassius Marcellus Clay Jr. in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky geboren. Im Alter von zwölf Jahren begann Clay mit dem boxen, um sich laut eigener Aussage an einem Fahrraddieb zu rächen und sich vor Übergriffen durch weiße Rassisten zur Wehr zu setzen. Das Naturtalent verließ im Alter von 16 die Schule, um sich nur noch auf den Sport zu konzentrieren und sicherte sich später sämtliche amerikanischen Amateurtitel. Seine Amateurlaufbahn krönte er mit dem Gewinn der olympischen Goldmedaille in Rom im Jahr 1960.

Zwei Monate später machte Ali seine ersten Schritte im Profi-Lager und bezwang Tunney Hunsaker in seiner Heimatstadt nach Punkten. Damit legte er den Grundstein einer elf Jahre andauernden Siegesserie, die erst 1971 gegen Joe Frazier enden sollte. Einem Gegner, dem er in der Folge zwei weitere Male erfolgreich gegenüberstand. Mit seinen Schlachten gegen Sonny Liston, Frazier im „Fight of the Century“ und „Thrilla in Manila“ sowie George Foreman im „Rumble in the Jungle“ machte Ali sich und seinen „Ali Shuffle“ in der Boxwelt unsterblich. Nach drei Weltmeistertiteln ende Alis Karriere am 11. Dezember 1981 nach zwei Niederlagen gegen Larry Holmes und Trevor Berbick. Später wurde Ali vom Internationalen Olympischen Komitee zum Sportler des Jahrhunderts geehrt.

Noch mehr als für seine fantastischen Leistungen ging Ali für sein politisches Engagement und seinen Einfluss auf die Popkultur in die Geschichte ein. Bereits 1964 ließ er seinen „Sklavennamen“ Cassius Clay in Muhammad Ali ändern und sprach sich öffentlich für die Nation of Islam aus. Drei Jahre später wurden ihm sein Schwergewichtstitel und seine Boxlizenz entzogen, nachdem sich Ali weigerte, für einen Einsatz im Vietnamkrieg eingezogen zu werden. 1975 konvertierte Ali schließlich zum sunnitischen Islam.

Auch nach Beendigung seiner Karriere war Ali weiterhin fester Bestandteil der allgemeinen Öffentlichkeit und vor allem immer wieder als Sprachrohr des friedlichen Islams in der Presse. Obwohl bei ihm 1984 Parkinson diagnostiziert wurde, nahm er weiterhin öffentliche Auftritte auf Wohltätigkeitsveranstaltungen wahr oder entzündete das olympische Feuer vor den Sommerspielen in Atlanta 1996.

Mit Muhammad Ali ist heute nicht nur ein legendärer Boxer verstorben, sondern darüber hinaus eine Ikone der afroamerikanischen Gleichstellungsbewegung und Inspiration für Millionen von nachfolgenden Sportlern. Schlicht und ergreifend: „the Greatest“. Möge er in Frieden ruhen.