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Box-Legende Jake LaMotta ist tot

Jake LaMotta (re.) bei den Dreharbeiten zu "Raging Bull" neben Robert DeNiro (Foto: OfficialJakeLaMotta.com)

Er gehörte zu den schillerndsten Charakteren der Box-Geschichte: Giacobbe „Jake“ LaMotta. Der New Yorker konnte sich im Laufe seiner Box-Karriere zum linealen Champion im Mittelgewicht krönen und stand insgesamt sechs Mal mit „Sugar“ Ray Robinson im Ring. Nun ist der „Bronx Bull“ im Alter von 95 Jahren verstorben.

Dreizehn Jahre stand er im Ring, bestritt 106 Box-Kämpfe und krönte sich 1949 zum Mittelgewichtschampion der Welt: Jake LaMotta. Nun ist der „Bronx Bomber“ im Alter von 95 Jahren in Florida verstorben. Geboren am 10. Juli 1922 in der Bronx als Sohn eines italienischen Vaters und einer amerikanischen Mutter musste LaMotta schon als Kind kämpfen. Sein Vater ließ ihn gegen die Jungs aus der Nachbarschaft antreten und strich das Geld, dass auf die Kämpfe gewettet wurde, für die Miete ein.

Nachdem LaMotta 1941 als untauglich für den Kriegsdienst gemustert wurde, gab er 1941 sein Debüt als Profi-Boxer und kämpfte sich die Ranglisten hoch, bevor er 1949 die Weltmeisterschaft im Mittelgewicht holen konnte. Wie LaMotta später eröffnete, hatte er für seine WM-Chance zwei Jahre zuvor einen Kampf gegen Billy Fox absichtlich verloren. Nur so, und mit einer Zahlung von weiteren 20.000 $ an die Mafia, durfte er um den WM-Titel antreten.

1951 nahm ihm „Sugar“ Ray Robinson den Gürtel am Valentinstag ab. Es war der letzte und insgesamt sechste Kampf der beiden. LaMotta konnte Robinson im ersten Aufeinandertreffen zu Boden schlagen und im zweiten den einzigen Sieg verbuchen. Robinson, damals noch ungeschlagen, trat jedoch 15 Pfund leichter in den Ring. Nichtsdestotrotz war LaMotta der einzige Boxer, der Robinson in dessen ersten 132 Kämpfen bezwingen konnte.

LaMotta gehörte zu den ersten sogenannen „Swarmern“ der seine Gegner permanent unter Druck setzte und regelrecht verprügelte. Dabei profitierte er von seinem starken Kinn, da er in seinen Ringschlachten genauso viel einstecken, wie austeilen konnte. 1990 wurde er in die International Boxing Hall Of Fame aufgenommen. Das Ring-Magazin nahm ihn zudem in die Liste der 100 besten Boxer der letzten 80 Jahre auf.

Jahre nach seinem Rücktritt wurden seine Memoiren 1980 im gleichnamigen Film „Raging Bull - Wie ein wilder Stier“ mit Robert DeNiro in der Hauptrolle verfilmt. DeNiro wurde während der Dreharbeiten direkt von LaMotta beraten und erhielt für seine Darstellung seinen einzigen Oscar als bester Hauptdarsteller.

Außerhalb des Rings glich LaMottas Leben einer Achterbahn. Von Hollywood-Filmen an der Seite von Paul Newman über eine Karriere als Standup-Comedian bis hin zu einer Haftstrafe und mehreren Vorfällen häuslicher Gewalt gab es ein stetiges Auf und Ab. LaMotta war insgesamt sieben Mal verheiratet, aus den Ehen gingen sechs Kinder hervor. Seine einzigen beiden Söhne musste er jedoch im Jahr 1998 zu Grabe tragen.

Vor wenigen Tagen erkrankte LaMotta an einer Lungenentzündung. Nachdem er sich mehrmals die Schläuche seines Atemgeräts heraus riss, entschied sich die Familie schließlich dazu, ihn nicht länger an das Beatmungsgerät anzuschließen. Am 19. September verstarb Jake LaMotta in Florida.