Boxen

"Bin stärker, schneller und besser"

Carl Froch

Wenn Carl Froch und Mikkel Kessler sich am 24. April in Dänemark im Ring gegenüberstehen, geht es um mehr als nur den Titel des WBC-Verbandes. Während Froch mit einem Triumph vorzeitig das Halbfinale des Super-Six-Turniers erreichen kann, ist der „Viking Warrior“ nach seiner Erstrundenniederlage gegen Andre Ward zum Siegen verdammt. „Das ist meine letzte Chance“, sagte Kessler in einer Telefonkonferenz mit internationalen Pressevertretern. „Ich kann mir keine Fehler mehr erlauben. Aber mit 10.000 Fans im Rücken werde ich mich mit einem Sieg zurückmelden. Froch kann sich auf einen harten Abend gefasst machen.“

Schon jetzt zittert ganz Dänemark mit seinem Boxhelden. Nach seiner Pflichtverteidigung gegen Gusmyr Perdomo im vergangenen September, welche im öffentlich-rechtlichen dänischen Fernsehen einen sensationellen Marktanteil von 72 Prozent erreichte, war Kessler als Favorit in das Super-Six-Turnier gestartet. Doch der Olympiasieger Andre Ward entthronte den 31-Jährigen (42-2, 32 K.o.'s) im November in Oakland. „Da lief alles schief, was schieflaufen konnte – vor dem Kampf und auch während des Kampfes“, so Kessler. „Aber zusammen mit meinem neuen Trainer Jimmy Montoya haben wir die Fehler aufgearbeitet und die Lehren daraus gezogen. In Herning wird wieder der wahre „Viking Warrior“ im Ring stehen!“

Und genau vor dem hat auch Carl Froch (26-0, 20 K.o.'s) Respekt. „Mikkel ist ein großartiger Kämpfer“, so der ungeschlagene 32-Jährige. „Gegen Ward hatte er Pech. Nach den Kopfstößen konnte er nicht mehr richtig sehen. Trotzdem war Ward besser. Und auch ich werde am 24. besser sein. Ich bin stärker und schneller und habe den härteren Punch – und das werde ich unter Beweis stellen.“

Beide Kontrahenten zeigten sich derweil solidarisch mit dem dritten Europäer im Turnier. „Arthur Abraham ist ein Gentleman und ein großer Kämpfer“, so Froch. „Der Kampf in Detroit ist wirklich unglücklich zu Ende gegangen. Er hat in der Hitze des Gefechts nicht sehen können, dass Dirrell auf dem Boden lag. Auf keinen Fall hat er absichtlich zugeschlagen.“

In der „Hölle von Detroit“ wurde King Arthur in der elften Runde disqualifiziert, nachdem der Ringrichter einen Schlag Abrahams als absichtliches Foul wertete, da Dirrell nach einem Ausrutscher auf dem Boden hockte. Wie zahlreiche Journalisten und Experten unterstellt auch Mikkel Kessler Andre Dirrell großes schauspielerisches Talent. „Er hat garantiert geschauspielert“, so Kessler. „Er wird getroffen, kommt wieder hoch und geht dann wieder runter, weil er weiß, dass Arthur in den letzten Runden noch einmal aufgekommen wäre. Da dachte er wohl, es wäre besser, aufzuhören.“ Auch Allan Green, der am 19. Juni in Oakland auf Andre Ward trifft, hatte bereits Zweifel an Dirrells Verhalten geäußert.