Boxen

Battle of Britain: Brook siegt im Hauptkampf

Die futuristische O2 Arena in London war Standort des „Battle of Britain“, der großen Kampfnacht mit einigen der größten Stars der englischen Boxszene. Am Samstagabend konnten auch die deutschen Boxfans via Livestream Zeuge eines sehr kurzweiligen aber interessanten Abends werden, bei dem es einige Knock-outs zu bestaunen gab. Im Hauptkampf konnte sich Kell Brook seines Gegners in der sechsten Runde entledigen und verteidigte seinen IBF Gürtel im Weltergewicht.

Fangen wir aber viel weiter unten in der Auflistung des Kampfabends an. Nathan Cleverly war schon ganz oben angekommen. Bis zu seiner Niederlage gegen Sergey Kovalev, stürmte er nur so durch das Halbschwergewicht. Seitdem bewegt er sich im Cruisergewicht. Gegen Tomas Man machte der Walise einen Anfang und entledigte sich seines Gegners schon in der ersten Runde.

Noch ein Walise konnte sich am Samstagabend freuen. Lee Selby sicherte sich den IBF-Gürtel im Federgewicht. Nach der achten Runde musste der Ringrichter den Kampf abbrechen und es wurde eine technische Entscheidung getroffen. Grund für all das war eine Cut-Verletzung beim Weltmeister Evgeny Gradovich, der zu diesem Zeitpunkt vorne lag. Die Entscheidung fiel zugunsten des Mannes von der Insel aus. Eine unbefriedigender Sieg, der quasi nach einem Rückkampf schreit.

Weitaus befriedigender war der Ausgang des Gefechts zwischen Jorge Linares und Kevin Mitchell. Die beiden Kontrahenten schenkten sich nix. Der Titelverteidiger Linares musste in der fünften Runde zu Boden, kämpfte sich aber zurück und deckte seinen Herausforderer in der zehnten Runde mit Körpertreffern ein. Zu viel für den Lokalmatadoren, der kurz Ende der zehnten Runde via T.K.o. verlor und seinen WM-Wunsch nicht erfüllen konnte.

Wenn man von Nachfolgern des momentan besten Schwergewichts der Welt spricht, werden meist zwei Namen genannt. Einer ist Deontay Wilder, der andere ist Anthony Joshua. Zweiterer stieg in der O2 Arena in den Ring und musste gegen den ehemaligen Herausforderer von Vitali Klitschko, Kevin Johnson, ran. Dieser hat zwar seine letzten drei Duelle verloren, das Besondere an dem Amerikaner ist aber, dass er noch nie in seiner Karriere K.o. gegangen war. Am 30. Mai sollte sich das ändern. Schnell zeigte der Brite wer der Herr im Ring ist und bugsierte seinen Konkurrenten zu Boden. Auch danach setzte er nach, bis der Ringrichter in der zweiten Runde ein Einsehen mit dem deutlich unterlegenen „KingPin“ hatte und das Duell abbrach. Größere Aufgaben warten auf den jungen Mann aus Watford.

Den Abschluss bildeten Kell Brook und Frank Gavin. Im britischen Duell um die Vormachtstellung im Weltergewicht. Brooks war der klare Favorit. Der ungeschlagene Weltmeister der IBF wollte seine weiße Weste behalten und das gelang ihm. Mit einem ausgeklügelten Schlachtplan schaffte er es seinen Kontrahenten aus Birgmingham immer weiter in den Rückwärtsgang zu drücken. In der sechsten Runde wurde die Gegenwehr immer schwächer und nach einer Schlagserie des Champions musste der Ringrichter den Kampf beenden um den Herausforderer vor weiteren Schaden zu schützen.

Damit endete ein sehr spannender Boxabend. Im Überblick die Ergebnisse des Abends.

Battle of Britain
30.Mai 2015
O2 Arena, London, Großbritannien

IBF Titelkampf im Weltergewicht
Kell Brook bes. Frankie Gavin via T.K.o. in Rd. 6

WBC Titelkampf im Leichtgewicht
Jorge Linares bes. Kevin Mitchell via T.K.o. in Rd. 10

IBF Titelkampf im Federgewicht
Lee Selby bes. Evgeny Gradovich via Technischer Entscheidung in Rd. 8

WBC International Titelkampf im Schwergewicht
Anthony Joshua bes. Kevin Johnson via T.K.o. in Rd. 2

Britischer Titelkampf (vakantiert) im Leichtgewicht
Scott Cardle bes. Craig Evans einstimmig nach Punkten

Britischer Titelkampf (vakantiert) im Mittelgewicht
Nick Blackwell bes. John Ryder via T.K.o. in Rd. 7

Commonwealth und WBC International Titelkampf im Superleichtgewicht
Dave Ryan bes. John Wayne Hibbert via T.K.o. in Rd. 9

Nathan Cleverly bes. Tomas Man via K.o. in Rd. 1
Lucien Reid bes. Elemir Rafael via T.K.o. in Rd. 4