Boxen

Böses Blut vergossen

Sturm schlägt Zbik deutlich (Foto: dpa)

Als „Hassduell“ wurde dar Kampf Felix Sturm gegen Sebastian Zbik beworben. Beide Fighter machten aus ihrer gegenseitigen Abneigung keinen Hehl. Aus dem erwarteten heißen Gefecht wurde eine temporeiche Begegnung mit einem eindeutigen Sieger Felix Sturm.

Zbik legte gleich zu Beginn des Kampfes los. In den ersten Runden bekam Felix Sturm eine kleine Boxlehrstunde verpasst. Der WBA-Superweltmeister im Mittelgewicht war in allen Belangen unterlegen. Zbik war schneller, Zbik war beweglicher und Zbik schlug öfter und variabler.

Wäre es ein Kampf bei den Amateuren gewesen, da wo die Distanz nicht so lang wie bei den Profis ist, es hätte um den Kampfausgang keinen Zweifel gegeben. Aber man war nun mal in der Welt des Berufsboxens und eben diese wurde dem Mecklenburger zum Verhängnis.

Felix Sturm machte das, was ein unterlegener Techniker machen muss. Er fing an zu fighten und brachte Härte in den Kampf. Ab Durchgang fünf kippte das Gefecht zusehends und in den Pausen zwischen den Durchgängen sah man einen ratlosen und konditionsschwachen Sebastian Zbik.

„Ab Runde vier war ich einfach Müde, die Beine machten schlapp“, so der ehemalige WBC-Champion. Sein Gegenüber brachte gegen Ende des Kampfes immer öfter und immer unbedrängter seinen linken Jab ins Ziel. Fast schon folgerichtig gab die Ecke von Zbik vor Beginn des zehnten Durchgangs auf.

Für viele zu Recht wurde am Ende Felix Sturm grenzenlos gefeiert, aber wie so oft wird leider übersehen, dass die Verbesserung des Champion sich in Grenzen hielt. „Ich habe statt fünf Wochen nun wieder acht Wochen direkt vorbreitet. Wenn man es genau nimmt sogar zwölf.“

Es schien Wirkung hinterlassen zu haben. So mag es zumindest scheinen.

Wollte sich das Lachen nicht nehmen lassen - Sebastian Zbik.

Nur noch für große Kämpfe wollte Sebastian Zbik in den Ring steigen. Mit dieser Auffassung schien es ihm, als wäre er befreit und lockerer. Im Training habe er „das beste Sparring seiner Zeit hinter sich“. Dennoch fiel im entscheidenden Moment auf, dass Zbik eben doch nicht 100 Prozent beim Boxen ist.

Es ist eben auch dieser feine Unterschied der sich bemerkbar machte. Bei aller Kritik an Felix Sturm, aber dieser Mann lebt für diesen Sport! Er ist Boxer durch und durch. Das merkt man in seinem Umfeld, das merkt man bei seinen Reden. „Am Ende wird entscheiden wer mehr gewinnen will“, hatte Sturm vorausgesagt und dabei so Recht gehabt.

Als nächstes sollen nun die großen Kämpfe warten, aber Sturm wird sich erheblich steigern müssen. Er selbst und auch sein Trainer sollten die ersten vier Runden nicht aus dem Gedächtnis wischen, denn dort wurde er vorgeführt.

Trotz vielem „Bösen Blut“ das immer wieder thematisiert wurde, ließen sich die Zuschauer anscheinend nur bedingt davon locken. Gerade einmal 3,98 Millionen waren vor der Flimmerkiste dabei. Ein mehr als bescheidener Wert.

Als nächste Aufgabe wartet auf Felix Sturm nun Gennadi Golovkin. Seit nunmehr drei Jahren geht er dieser Aufgabe aus dem Weg. Für viele Experten sei Sturm nun wieder der Favorit bei einem möglichen Duell. Wie schnell man doch über Schwächen hinwegsehen kann.

Was auf Sebastian Zbik wartet, steht in den Sternen. Zwar sagte auch sein ehemaliger Trainer Sdunek, „dass er nach diesem Kampf nicht aufhören müsste“, aber Zbik machte alles andere als den Eindruck, noch einmal unbedingt zu wollen. Auf ihn „warte das Studium und dank Felix brauch er auch kein Bafög mehr“.