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Arthur Abraham entscheidet Trilogie für sich

Arthur Abraham (l.) und Robert Stieglitz. (Foto: Dorian Szücs/Groundandpound.de)

Arthur Abraham hat seine Karriere gerettet. Nach zwölf hochspannenden Runden war es sein Arm, der in der Magdeburger GETEC Arena in die Höhe gereckt wurde. Geteilter Sieger nach Punkten und neuer WBO-Weltmeister im Supermittelgewicht, so darf er sich jetzt nennen. Doch nicht alle waren mit dem Urteil einverstanden.

WBO-Weltmeisterschaft im Supermittelgewicht
Robert Stieglitz vs. Arthur Abraham

112:113, 115:110, 114:111, so lauteten die offiziellen Wertungen. Was man bis dahin gesehen hatte, war der beste Arthur Abraham seit Jahren. Schnell, beweglich, mit Übersicht. Dagegen wirkte Champion Stieglitz planlos, schien Nerven zu zeigen, von der Souveränität des letzten Aufeinandertreffens keine Spur. Beide Boxer lieferten sich eine wilde, emotionsgeladene Schlacht, landeten harte Treffer, die Halle stand Kopf. Der Fight war schmutzig, es wurde geklammert, gab Abzüge für Abdrücken und Hinterkopfschläge, wilde Schwinger mit offenem Visier. Nach 12 Runden war es knapp: Zwei von drei Judges entschieden für Abraham.

„Wir sind mit dem Urteil nicht zufrieden“, so die einhellige Meinung von Stieglitz, Trainer Dirk Dzemski und Promoter Ulf Steinfort auf der Abschlusspressekonferenz. „Wie man Abraham in diesem Kampf vorne gesehen haben kann, ist mir ein Rätsel“, wetterte Dzemski. "Aber schon als ich das Punktgericht gesehen habe, war mir klar, dass dort ein faules Ei im Nest lag", ergänzte Steinforth.

Abraham und sein Team Sauerland freuten sich indes über das Ergebnis: „Ich bin froh, wieder Champion zu sein“, erklärte er. Einem weiteren Rückkampf mit Stieglitz, aber auch einem Duell mit Felix Sturm stehe man offen gegenüber, erklärte Promoter Wilfried Sauerland. Das nächste Mal werde man Abraham bereits am 31. Mai zurück in Action erleben.

WBO- / WBF-Weltmeisterschaft im Mittelgewicht
Christina Hammer vs. Jessica Balogun

Zu Beginn des Kampfes kontrollierte Hammer Balogun mit langen Händen aus der Distanz und klammerte sofort, wenn ihre Gegnerin es in den Infight schaffte. Gegen Ende ließ sich die Championess immer wieder in Schlagabtausche verwickeln und musste dort auch selbst die eine oder andere Hand nehmen, landete aber das Gros der Treffer, weshalb nach zehn Runden ein deutliches Ergebnis von dreimal 100:90 verkündet wurde.

IBF-Junioren-Weltmeisterschaft im Cruisergewicht
Dennis Ronert vs. Shefat Isufi

Der alte und neue Junioren-Weltmeister der IBF heißt Dennis Ronert. Souverän, wenn auch ein wenig unspektakulär konnte er sich gegen Herausforderer Shefat Isufi nach Punkten durchsetzen. Isufi hatte immer wieder starke Phasen, die klareren Treffer lagen aber letztlich bei Ronert, der damit auch im 20. Kampf noch immer ungeschlagen ist.

Deutsche Meisterschaft im Schwergewicht
Michael Wallisch vs. Frank Schadwill

Zwei ebenfalls ungeschlagene Schwergewichte trafen im ersten Duell des Hauptprogramms aufeinander, Wallisch machte aber von Beginn an klar, dass er auch mit einer reinen Weste wieder nach Hause fahren will. Immer wieder schoss er Schadewill aus der Halbdistanz ab. Der konnte zwar selbst die eine oder andere gute Aktion landen, musste anschließend aber immer wieder verheerende Konter nehmen. In der zweiten Runde nahm er einen solchen und ging zu Boden. Nun machte Wallisch den Sack zu und setzte nach, nach einem weiteren harten rechten Cross war Schadewill K.o.

Robert Stieglitz vs. Arthur Abraham 3
1. März 2014
GETEC Arena in Magdeburg, Sachsen-Anhalt

WBO-Weltmeisterschaft im Supermittelgewicht
Arthur Abraham bes. Robert Stieglitz geteilt nach Punkten (112:113, 115:110,
114:111)

WBO- / WBF-Weltmeisterschaft im Mittelgewicht
Christina Hammer bes. Jessica Balogun einstimmig nach Punkten (100:90, 100:90, 100:90)

IBF-Junioren-Weltmeisterschaft im Cruisergewicht
Dennis Ronert bes. Shefat Isufi einstimmig nach Punkten (96:93, 97:93, 98:92)

Deutsche Meisterschaft im Schwergewicht
Michael Wallisch bes. Frank Schadwill via K.o. nach 2:11 in Rd. 2

Vorprogramm
Tom Schwarz bes. Janis Ginters einstimmig nach Punkten (40:36, 40:36, 40:36)
Dario Bredicean bes. Raimonds Sniedze nach Punkten (39:37, 39:37, 39:37)
Tom Pahlmann bes. Patrick Linkert einstimmig nach Punkten (40:36, 40:36, 40:36)
Felix Lamm bes. Lubos Priehradnik nach Punkten